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| Mitmachen bis 12. Juni 2026 |
Briefvorlagen
Portokosten Postversand:
Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Adressen
Regierungschef:
Aziz Akhannouch
Chef du gouvernement Aziz Akhannouch
Palais Royal Touarga
Rabat 10070
Maroc / Marokko
Fax: +212 53 7771010
Twitter: @ChefGov_m
Kopien an
Ministre de la Justice
Abdellatif Ouahbi
E-Mail: contact@justice.gov.ma
Mme Amina Bouayach
Presidente du conseil national des droit de l’homme
E-Mail: CNDH@CNDH.org.ma
Botschaft des Königreichs Marokko
Helvetiastrasse 42
3005 Bern
Fax: 031 351 03 64
E-Mail: ambmaroc.berne@maec.gov.ma
Social Media Guide
Suggested message:
Ibtissame Lachgar, condamnée à 30 mois de prison, est harcelée pour avoir simplement exercé pacifiquement sa liberté d'expression. Les autorités marocaines doivent mettre fin aux représailles et annuler sa condamnation. #SoutienBetty #Maroc #LibérezBetty #Morocco FreeBetty
Ibtissame Lachgar, sentenced to 30 months in prison, is being harassed simply for peacefully exercising her freedom of expression. Moroccan authorities must end reprisals and quash her sentence. #SoutienBetty #Morocco FreeBetty
Follow:
Bitte folgt diesem Account und retweetet von ihm:
@AmnestyMENA
Target:
X/Twitter-Konto von Aziz Akhannouch (Chef du gouvernement):
@ChefGov_m
Hintergrund
Am 3. September 2025 befand das erstinstanzliche Gericht in Rabat «Betty» Lachgar gemäss Artikel 267-5 des marokkanischen Strafgesetzbuchs für schuldig. Sie wurde zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 50'000 marokkanischen Dirham (umgerechnet über 4'600 Euro) verurteilt. Am 8. Oktober 2025 bestätigte das Berufungsgericht in Rabat den Schuldspruch und die verhängte Strafe.
«Betty» Lachgar wurde verhaftet, in Gewahrsam genommen und angeklagt, nachdem sie ein Foto von sich in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, auf dem sie ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift «Allah ist lesbisch» trägt. In der dazugehörigen Bildunterschrift äussert sie sich kritisch über den Islam und andere Religionen. Der Inhalt dieses Beitrags, der von einigen Personen als beleidigend empfunden werden könnte, fällt nach internationalen Menschenrechtsnormen unter das geschützte Recht auf freie Meinungsäusserung. Die Einschränkung dieses Rechts ist nur in Ausnahmefällen zulässig, z. B. wenn es sich um eine Aufstachelung zur Gewalt handelt. In diesem Fall verstossen Strafverfolgung und Verurteilung jedoch gegen die menschenrechtlichen Verpflichtungen Marokkos.
«Betty» Lachgar hatte eine schwere Krebserkrankung und muss mit dem Verlust der Funktionalität ihres linken Arms und weiteren schweren gesundheitlichen Komplikationen rechnen, wenn sie nicht die dringend benötigte medizinische Versorgung erhält. Die Behörden haben jedoch bereits mehrere Anträge auf eine vorläufige Freilassung aus medizinischen Gründen abgelehnt.
Sie benötigt dringend eine Operation, die in Marokko nicht durchgeführt wird. «Betty» Lachgar lebte in Frankreich und war dort in Behandlung, bis sie bei einem Besuch in Marokko im August festgenommen wurde. Die Behörden haben jedoch mehrere Anträge auf eine vorläufige Freilassung aus medizinischen Gründen abgelehnt, obwohl die Berichte der Ärzt*innen den Schweregrad ihres Zustands dokumentieren.
«Betty» Lachgar ist derzeit im Gefängnis von El Arjat in der Nähe von Rabat inhaftiert. Sie ist allein in einer Zelle untergebracht, darf keinen Kontakt zu den anderen Gefangenen haben und nicht zur gleichen Zeit wie die anderen auf den Hof gehen. Ihr Rechtsbeistand erklärte gegenüber Amnesty, dass sie unter dieser Isolation psychisch und physisch leidet, da sie aufgrund ihres Gesundheitszustands Hilfe bei alltäglichen Handgriffen benötigt.
Die Anklage, Verurteilung und andauernde Inhaftierung von «Betty» Lachgar verletzen ihr Recht auf freie Meinungsäusserung, das durch internationale Menschenrechtsnormen geschützt ist. Sie ist allein wegen der friedlichen Äusserung ihrer Ansichten in Haft. Damit werden ihre abweichenden Meinungen und ihr feministischer und LGBTI*-Aktivismus willkürlich eingeschränkt.
Am 31. Juli 2025 postete Ibtissame «Betty» Lachgar auf X/Twitter ein Foto von sich mit einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift «Allah ist lesbisch». In der Bildunterschrift äusserte sie sich kritisch über den Islam und andere Religionen und bezeichnete sie als Systeme, die patriarchale und frauenfeindliche Strukturen stärken. Kurz nachdem der Post viral ging, berichtete «Betty» Lachgar, dass sie schikaniert wurde und Vergewaltigungs- und Mordrohungen erhielt. In einer Online-Kampagne wurde zudem ihre Festnahme gefordert. Am 10. August 2025 nahm die Polizei Ibtissame «Betty» Lachgar in Rabat fest. Die Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass sie zu Ermittlungszwecken in Polizeigewahrsam genommen worden sei. Anschliessend klagte ein Gericht erster Instanz in Rabat sie wegen «Verunglimpfung des Islam» an und nahm sie in Untersuchungshaft. Ihre Anwält*innen beantragten ihre vorläufige Freilassung bis zur Gerichtsverhandlung, doch die Behörden lehnten dies ab und behielten sie in Haft.
Die Verurteilung von Ibtissame «Betty» Lachgar ist Teil eines umfassenderen Musters, bei dem Artikel 267-5 zur Kriminalisierung friedlicher Religionskritik verwendet wird. Marokko verstösst mit der Kriminalisierung friedlicher Meinungsäusserungen gegen seine Verpflichtungen aus internationalen Menschenrechtsnormen, darunter z. B. Artikel 19 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte.
Der UN-Menschenrechtsausschuss hat festgestellt, dass, ausser in seltenen Fällen, «Verbote von Äusserungen der Missachtung einer Religion oder eines anderen Glaubenssystems, einschliesslich Blasphemiegesetze, mit dem Pakt unvereinbar sind».
Ibtissame «Betty» Lachgars Rechtsbeistand bestätigte gegenüber Amnesty International, dass die Gefängnisverwaltung sie seit ihrer Festnahme in einer als «Schutzhaft» bezeichneten Einzelhaft hält. Sie behauptet, dass Lachgar zur Zielscheibe anderer Gefangener werden könnte, die den Grund für ihre Verurteilung als beleidigend empfinden könnten. Der Rechtsbeistand bestätigte gegenüber Amnesty international, dass Ibtissame Lachgar und ihr Verteidigungsteam keine Schutzmassnahmen beantragt haben.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 103/25 12.12.2026 | - MDE 29/0564/2025 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 12. Juni 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english français |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Feminist and LGBTI* rights activist imprisoned for peaceful expression
Moroccan feminist and LGBTI* rights defender, Ibtissame («Betty») Lachgar, is serving a 30-month pris-on sentence after being convicted of «causing harm to Islam» for posting on social media a photograph of herself wearing a T-shirt bearing the slogan «Allah is lesbian». Moroccan police arrested Ibtissame Lachgar on 10 August 2025 and a prosecutor ordered her pre-trial detention pending investigation on accusations of «intentional insult to Islam or sacred symbols». On 3 September 2025, the Rabat First-Instance Court found her guilty under Article 267-5 of the Moroccan Penal Code, which criminalizes «intentional insult to Islam or sacred symbols» via publications, including online. She was sentenced to two and a half years’ imprisonment and a fine of 50’000 dirhams (approximately 5’500 USD). On 8 October 2025, the Rabat Court of Appeal upheld the conviction and sentence.
On 31 July 2025, Ibtissame Lachgar posted on X a photo wearing a black T-shirt reading «Allah is lesbian». In the accompanying caption, she wrote critical remarks about Islam and other religions, describing them as systems that reinforce patriarchal and misogynistic structures. Shortly after the post went viral, Lachgar reported receiving death threats, rape threats, and harassment. An online campaign against her amplified calls for her arrest.
On 10 August 2025, police arrested Ibtissame Lachgar in Rabat, a prosecutor announced that she was placed in police custody for investigation. She was then charged by the Rabat First Instance Court with «causing harm to Islam» and was placed under pre-trial detention. Her lawyers sought her provisional release pending trial, but the authorities refused and kept her detained.
On 3 September 2025, the Rabat First-Instance Court found her guilty under Article 267-5 of the Penal Code, which criminalizes «intentional insult to Islam or sacred symbols» via publications, including online. She was sentenced to two and a half years’ imprisonment and a fine of 50’000 dirhams (approximately 5’500 USD). On 8 October 2025, the Rabat Court of Appeal upheld the conviction and sentence.
Lachgar’s conviction is part of a broader pattern in which Article 267-5 is used to criminalise peaceful criticism of religion. Such broad provisions that criminalize peaceful speech and the prosecutions that ensue from them are incompatible with Morocco’s obligations under international human rights law, namely Article 19 of the International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR).
The United Nations Human Rights Committee stated that, except in very limited circumstances, «prohibitions of displays of lack of respect for a religion or other belief system, including blasphemy laws, are incompatible with the Covenant».
Lachgar is a bone cancer survivor and faces serious medical complications, including a risk of losing the use of her left arm. She is in urgent need of a surgery that is not available in Morocco. Lachgar used to live in France and was undergoing treatment there until her arrest during her visit to Morocco in August. Authorities have denied multiple requests for provisional release on medical grounds, despite doctors’ reports documenting the severity of her condition.
Lachgar is currently detained in El Arjat Prison, near Rabat. Her lawyer confirmed to Amnesty International that she has been held in solitary confinement since her detention under what the prison administration claims to be «protective custody». They claim that Lachgar could be targeted by other prisoners who might consider the reason for her conviction to be offensive. The lawyer also confirmed to Amnesty international that Ibtissame and her defense team did not request protection measures.
She is held in a cell by herself; she is not allowed to interact with any of the other prisoners and cannot go out to the yard at the same time as the others. Her lawyer told Amnesty that Lachgar is suffering from this isolation mentally and physically as she needs assistance with chores because of her health condition.
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Please take action before 12 June 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.