Protestierende vor einem Gericht in London fordern, dass der Öl-Konzern Shell die massiven Umweltschäden beseitigt, die er im Niger-Delta in Nigeria verursacht hat, und dass er Entschädigungen zahlt (13. Februar 2025). Mitglieder der Ogale- und Bille-Gemeinschaften hatten Shell verklagt. © Amnesty International UK
Offen
Urgent Action − Nigeria

Weiterhin verseuchtes Trinkwasser im Nigerdelta

In der Fischereigemeinde Bille im Nigerdelta herrscht weiterhin ein akuter Gesundheitsnotstand. Seit Oktober 2025 dringt dort Methangas aus Flüssen, Sümpfen und nun auch zahlreichen Trinkwasserbrunnen. Schulkinder mussten aus Sicherheitsgründen in einen anderen Ort umziehen. Am 7. April 2026 kamen Vertreter*innen der Aufsichtsbehörde für Öl und Gas (NUPRC) nach Bille, um eine Untersuchung der Lecks einzuleiten. Sie wiesen die in der Nähe tätigen Ölgesellschaften an, eine Lösung zu finden. Seither wurde jedoch nur wenig getan, um die Lecks zu ermitteln und zu schliessen. Die Untersuchungen müssen daher beschleunigt und ihre Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Ölkonzerne müssen die Gaslecks stoppen.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Bewohner*innen von Bille ein: Senden Sie einen Appellbrief per Post, E-Mail oder X/Twitter oder über das Online-Formular.

Mitmachen bis 1. August 2026

Briefvorlagen

Adressen

Minister für Oel und Gas:
Minister of State for Petroleum Resources (Gas)
Rt. Honourable Ekperikpe Ekpo
Federal Ministry of Petroleum Resources
Block D, NNPC Towers, Herbert Macaulay way
Abuja
NIGERIA
E-Mail: info@petroleumresources.gov.ng
Formulaire de contact: Contact Us – Ministry of Petroleum Resources
Twitter/X: @FMPRng

Kopien an 

Botschaft der Bundesrepublik Nigeria
Zieglerstrasse 45
Postfach 574
3000 Bern 14
Fax: 031 384 26 26
E-Mail: Nigeria.Berne@foreignaffairs.gov.ng

Nigerian Upstream Petroleum Regulatory Commission
Commission Chief Executive
Mrs. Oritsemeyiwa Amanorisewo Eyesan
No 7 Sylvester U. Ugoh Crescent, Street, 
Abuja 900108, 
Federal Capital Territory,
NIGERIA 
E-Mail: corpcommunications@nuprc.gov.ngnuprc@nuprc.gov.ng 

Social Media Guide

Targets:
Ministry for Petrol Resources:
@FMPRng 

Minister of State for Petroleum Resources (Gas):
@Ekperikpe001 

Suggested Tweet: 
Bille Health Emergency: @Amnesty calls on Nigeria's Ministry for Petrol Resources @FMPRng to urgently publish its investigations into the methane leaks in the rivers & drinking wells near the town of Bille & take immediate action to protect the community & stop the gas leaks. [Link to UA] 
 

Amnesty tweet – feel free to share/retweet:
https://x.com/i/status/2030031133799293192  

Hintergrund

Die Bewohner*innen der Fischereigemeinde Bille im Bundesstaat Rivers müssen dringend vor dem Methangas geschützt werden, das seit Monaten aus Flüssen und Sümpfen in der Nähe austritt und nun auch mindestens 70% der Trinkwasserbrunnen verseucht hat. Die Methanlecks wurden erstmals im Oktober 2025 gemeldet, als Fischer*innen berichteten, dass sie in einem Sumpf und einem Fluss mehrere Kilometer von der Stadt entfernt blubberndes Wasser sahen und einen schwefelhaltigen Geruch wahrnahmen. Mittlerweile ist die gesamte Gegend und auch die Gemeinde selbst betroffen. Am 1. April 2026 kam der Gouverneur des Bundesstaates Rivers nach Bille und bot umgerechnet knapp 65'000 Euro zur Deckung der Kosten für Hilfsmassnahmen an, z. B. für Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung. Auch die Kosten für den Umzug von Schulkindern in eine andere Gemeinde sollten damit abgedeckt werden.

Regierungsbehörden führten Untersuchungen durch, um sowohl die Quelle der Gaslecks als auch die gesundheitlichen Folgen für die örtliche Bevölkerung zu ermitteln. Am 7. April kamen Vertreter*innen der staatlichen Aufsichtsbehörde für Öl und Gas (NUPRC) mit den in der Region tätigen Ölgesellschaften in die Gemeinde. Die Regierungsvertreter*innen leiteten eine Untersuchung ein und forderten die Ölkonzerne auf, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um eine Lösung für die Lecks zu finden. Seither sind jedoch bereits mehrere Monate vergangen, ohne dass genug getan wurde, um die Lecks zu ermitteln und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Im Dezember 2025 führte die Nationale Behörde für die Erfassung und Bekämpfung von Ölunfällen (NOSDRA) an mehreren Standorten Luftqualitätstests durch, die ergaben, dass die Methanwerte an einem der Orte 10'000 Mal höher waren als im Regelfall.

Die Fischereigemeinde Bille liegt im nigerianischen Nigerdelta und lässt sich nur mit dem Boot erreichen. Die meisten Menschen dort leben vom Fischfang.

Wie in vielen anderen Gemeinden im Nigerdelta befinden sich auch in Bille viele Anlagen der Öl- und Gasindustrie. Dazu gehören ein Ölfeld sowie Öl- und Gaspipelines und eine Durchflussstation. Die Ursache für das austretende Gas ist nicht bekannt, doch Untersuchungen von Methanlecks in anderen Weltregionen legen nahe, dass die Lecks oft auf alte Öl- und Gasbrunnen zurückzuführen sind, die nicht ordnungsgemäss stillgelegt wurden.

Die nigerianische Regierung hat die Pflicht, die Einwohner*innen von Bille vor potenziell tödlichen Methanlecks zu schützen. Dazu gehören auch solche, die von privaten Akteuren wie Ölgesellschaften verursacht oder mitverursacht sein könnten. Der englischsprachige Amnesty-Bericht Nigeria: Tainted sale? von 2023 zeigt den schlechten Zustand der Infrastruktur einiger Ölgesellschaften. Er skizziert ausserdem die Auswirkungen, die dies auf eine Reihe von Rechten – wie die Rechte auf Gesundheit und auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt – haben könnte.

Amnesty International unterstützt die Bewohner*innen von Bille und einer anderen Gemeinde, Ogale, seit mehr als zehn Jahren, nachdem durch Hunderte von Ölunfällen ihre Lebensgrundlage zerstört und ihre Häuser beschädigt worden waren. Die Verschmutzung verursachte weitreichende Umweltschäden, tötete Fische und Pflanzen und führte dazu, dass Tausende Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten. Die Gemeinden haben ihre Ansprüche gegen die Ölgesellschaft Shell Plc. vor britischen Gerichten geltend gemacht. Das Unternehmen streitet die Anschuldigungen ab. Der Prozess soll 2027 stattfinden.

Als Treibhausgas trägt Methan zur globalen Erderwärmung bei. Das Gas ist für etwa 25% der derzeitigen globalen Erwärmung durch Emissionen verantwortlich. Daher sollte sich die nigerianische Regierung um einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bemühen. Dazu hat sie sich unter dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet.

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Short Video (on X/Twitter): Gas leaks are threatening to destroy the Bille community in Nigeria. The government and oil firms must expedite the investigation to protect their lives 

Details

UA-Nummer:
Aktualisierung vom:
Index:
UA 020/26-1
13.05.2026
AFR 44/0976/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 1. August 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Bille residents’ health emergency continues

The residents of the town of Bille, in Nigeria’s Niger Delta, are continuing to face a serious health emergency. Since October 2025, methane gas has been bubbling up in nearby rivers and swamps and is now affecting a significant amount of the town’s drinking wells. Bille’s school children have been forced to move to another community for safety. On 7 April, the Nigerian Upstream Petroleum Regulatory Commission visited Bille to launch an investigation into the leaks and has ordered oil companies operating nearby to find a solution. While this is a positive development, little has been done to identify and stop the leaks. Amnesty International continues to call for the investigation to be expedited, for the findings to be made public, and for action to be taken to stop the gas leaks.

Bille is a coastal community that is located on an island in the mouth of the Niger Delta and is only accessible by boat. Fishing is one the community’s main industries.

Like many other communities in the Niger Delta, Bille is also the location of infrastructure linked to the oil and gas industry. This includes an oil field, as well as oil and gas pipelines and a flowstation. The cause of the leaking gas is not known, but research into methane leaks in other parts of the world have linked them to poorly decommissioned oil and gas wells.

The Government of Nigeria has a duty to protect the residents of Bille from potentially lethal methane leaks, including any which may be caused or contributed to by private actors, such as oil companies. Amnesty International’s 2023 report, Nigeria: Tainted sale? highlighted concerns about the poor state of some oil company infrastructure, and the impact this could have on a range of rights including the right to health and to a safe, clean, healthy and sustainable environment.

Amnesty International has been supporting the residents of Bille and another community, Ogale, for more than ten years after their livelihoods had been destroyed and homes damaged by hundreds of oil spills. The pollution caused widespread devastation to the local environment, killing fish and plant life, and left thousands of people without access to clean drinking water. The communities brought their claims in the UK courts against the oil company, Shell Plc. The company denied the claims. A trial in the case is due to be held in 2027.

As a greenhouse gas, methane (fossil gas) contributes to global warming. It accounts for around 25% of current global emissions heating. Hence the Nigerian government should also commit to develop national pathways to transition away from fossil fuel in line with its international obligation (as per the Paris Agreement).

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Please take action before 1st August 2026.

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