Portrait von Choktrul Dorje Ten Rinpoche
Choktrul Dorje Ten Rinpoche © @Anonymous
Offen
Urgent Action − China

Tibetischer Religionsführer verschwunden

Choktrul Dorje Ten Rinpoche, ein tibetischer Religionsführer, wird seit Dezember 2025 vermisst, als er Berichten zufolge von den Behörden in der chinesischen Provinz Qinghai in Gewahrsam genommen wurde. Seitdem gibt es kaum Informationen über sein Schicksal oder seinen Verbleib. Die Behörden müssen sofort seinen Aufenthaltsort bekannt geben, den Schutz seiner Rechte sicherstellen und ihn freilassen, es sei denn, es liegen ausreichend glaubwürdige Beweise für eine erkennbare Straftat vor.

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Setzen Sie sich für Choktrul Dorje Ten Rinpoche ein: Senden Sie einen Appellbrief per Post und tweeten Sie in den sozialen Medien (X/Twitter, Instagram, Facebook).
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Mitmachen bis 15. Oktober 2026

Briefvorlagen

Adressen

Sekretär der Kommunistischen Partei Chinas:
Secretary Wu Xiaojun
Qinghai Provincial Committee of the Chinese Communist Party
No. 12 Xida Street
Xining
Qinghai Province, 81000
People’s Republic of China
X/Twitter: @MFA_China  
Facebook: China MFA Spokesperson(中国外交部发言人)  
Instagram: @mfa_china

Kopien an 

Mr. Cha Qingjiu 
Procurator-General 
No. 17 Wusi West Road, Chengxi District 
Xining, Qinghai Province 810008 
People’s Republic of China 

Botschaft der Volksrepublik China
Kalcheggweg 10
3006 Bern
Fax: 031 351 45 73
E-Mail: dashmishu@hotmail.com

Social Media Guide

Suggested captions

Option 1 
#WhereIsDorjeTen❓ 

5 months ago, Tibetan religious leader Choktrul Dorje Ten Rinpoche was taken into custody in Qinghai. Since then, almost nothing has been made public about where he is being held or the legal basis for his detention.  

His family and community deserve answers. 

📢Urge China to disclose his whereabouts immediately and ensure his rights are protected: [Link to UA] 

#HumanRights #Tibet #China #FreeDorjeTen 

Option 2
#WhereIsDorjeTen❓ 

Taken away [by or from where?] in December 2025, Choktrul Dorje Ten Rinpoche remains incommunicado, with no access to family or a lawyer. 

📢We call on #China to reveal where he is and ensure his rights are respected. Take action: [Link to UA

Option 3
#WhereIsDorjeTen❓ 

A respected spiritual leader and educator, Choktrul Dorje Ten Rinpoche supported his community for years — now his family has no information on where he is. 

📢Join us in calling on #China to investigate and disclose his fate and, should he be detained, ensure his release: [Link to UA

#HumanRights #Tibet #China #FreeDorjeTen 

Hashtag:
#FreeDorjeTen  #WhereIsDorjeTen 

Accounts to tag: 
X/Twitter: @MFA_China  
Facebook: China MFA Spokesperson(中国外交部发言人)  
Instagram: @mfa_china  

Hintergrund

Es herrscht grosse Sorge über das Schicksal und den Verbleib von Choktrul Dorje Ten Rinpoche (von den Behörden in Mandarin als多杰旦仁波切 bezeichnet), einem tibetischen Religionsführer und Gründer eines Klosters und einer Berufsschule in Chikdril (Jiuzhi 久治), Landkreis Golog (Guoluo 果洛), in der Autonomen Region Tibet in Provinz Qinghai.

Berichten zufolge wurde Choktrul Dorje Ten Rinpoche am oder um den 4. Dezember 2025 von den Behörden in Gewahrsam genommen. Seitdem gibt es kaum Informationen darüber, wo er festgehalten wird und auf welcher Rechtsgrundlage. Im Januar 2026 erhielten Personen, die den Fall verfolgen, den Hinweis, dass gegen ihn «ermittelt» werde. Es ist nicht klar, ob er Zugang zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl hat. 

Es ist sehr beunruhigend, dass Monate nach den ersten Berichten über die Inhaftierung von Choktrul Dorje Ten Rinpoche sein Aufenthaltsort und sein rechtlicher Status weiterhin nicht bekannt sind. Haft ohne Kontakt zur Aussenwelt birgt für die Betroffenen ein erhöhtes Risiko von Folter und anderen Misshandlungen und steht im Widerspruch zu den Verpflichtungen Chinas nach den internationalen Menschenrechtsnormen. 

Auch ist alarmierend, dass Personen, die über den Fall Bescheid wissen, von den örtlichen Behörden gewarnt worden sein sollen, keine Informationen über den Fall weiterzugeben. Dies heisst, dass von offizieller Seite versucht wird, Informationen zu kontrollieren und externe Berichterstattung durch Einschüchterung und andere Taktiken zu unterbinden – ein Trend, den Amnesty International bedauerlicherweise in ganz China dokumentiert hat.

Choktrul Dorje Ten Rinpoche ist aus dem Landkreis Chikdril (Jiuzhi) in der Autonomen Region Tibet Golog in der Provinz Qinghai. Er wurde 1967 geboren, ist als reinkarnierter Lama (Rinpoche) anerkannt und spielt seit langem eine wichtige Rolle im örtlichen religiösen und gesellschaftlichen Leben. Er gründete und leitete ein Kloster in der Gemeinde Mentang und richtete um 2010 eine Berufsschule ein, die Unterricht in tibetischer Sprache und Kultur sowie Berufsausbildungen anbietet. 

Die Schule bot sowohl allgemeine Fächer als auch spezielle Ausbildungen an, darunter tibetische Sprache, traditionelle Künste, Medizin und kulturelle Praktiken. So entwickelte sie sich zu einer der grössten Berufsschulen ihrer Art in der Region, die zeitweise über 800 Schüler*innen aufnahm und insgesamt mehrere Tausend Absolvent*innen zählte, von denen viele anschliessend eine Stelle an einer Hochschule oder in der Arbeitswelt fanden. Die Arbeit der Schule war den lokalen Behörden bekannt und wurde von ihnen unterstützt. So fanden, wie aus staatlichen Medienberichten hervorgeht, auch Kontrollbesuche statt und in mindestens einem Fall erhielt die Schule finanzielle Unterstützung durch ein Projekt zum kulturellen Erbe, das von einer Bank und einer staatlichen Entwicklungsstiftung unterstützt wurde. Erst Anfang November 2025 führten örtliche Behörden noch Inspektionen in der Schule durch, was darauf hinweist, dass sie kurz vor der Inhaftierung von Choktrul Dorje Ten Rinpoche noch in Betrieb war. Berichten zufolge wurde die Schule nach seinem Verschwinden geschlossen, und die Schüler*innen nach Hause geschickt. 

Neben seiner Arbeit in Religion und Bildung engagierte sich Choktrul Dorje Ten Rinpoche auch in lokalen öffentlichen Gremien, zum Beispiel im politischen Beratungssystem auf Kreisebene und in Aufgaben rund um den örtlichen Volkskongress. Er unterstützte auch Menschen vor Ort, u. a. durch geschäftliche Aktivitäten, und galt weithin als Persönlichkeit, der bedürftigen Familien finanzielle und soziale Unterstützung zukommen liess.

Seit seiner mutmasslichen Inhaftierung im Dezember 2025 sind die einzigen Informationen zu Choktrul Dorje Ten Rinpoche mündliche Kommentare, dass gegen ihn «ermittelt» wird. In China wird diese Begrifflichkeit häufig für eine Inhaftierung in der strafrechtlichen Ermittlungsphase verwendet – bevor die Staatsanwaltschaft die strafrechtliche Inhaftierung genehmigt oder Anklage erhebt. Amnesty hat Dutzende von Fällen dokumentiert, in denen Menschenrechtsverteidiger*innen und andere Personen in China für längere Zeit in Haft ohne Kontakt zur Aussenwelt gehalten werden, während gegen sie «ermittelt» wird, ohne dass sie offiziell angeklagt werden oder Zugang zu einem Rechtsbeistand haben. 

Der Zugang zu Informationen aus den von Tibeter*innen bewohnten Gebieten ist nach wie vor stark eingeschränkt, insbesondere für Journalist*innen und Menschenrechtsorganisationen, so dass es schwierig ist, Fälle von Inhaftierung und Verschwindenlassen unabhängig zu überprüfen. Im Laufe der Jahre hat Amnesty International eine Reihe von Fällen dokumentiert, wie die des tibetischen Religionsführers Tenzin Delek Rinpoche, des Mönchs Rinchen Tsultrim und des Aktivisten für das Recht auf die eigene Sprache, Tashi Wangchuk, bei denen der Zugang zu einem Rechtsbeistand eingeschränkt wurde, es an Transparenz mangelte und andere Bedenken hinsichtlich eines fairen Verfahrens bestanden. 

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum:
Index:
 UA 034/26
 20.04.2026
 ASA 17/0902/2026
Voraussichtlich mitmachen bis:  15. Oktober 2026
Ganze Urgent Action (Word):  deutsch 
 english 
Nur der Modellbrief (Word):  deutsch 
 english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Tibetan religious leader disappeared

Choktrul Dorje Ten Rinpoche, a Tibetan religious and education leader, has been missing since December 2025 after he was reportedly taken into custody by authorities in Qinghai province, China. Since then, there has been almost no information about his fate or whereabouts. The authorities should urgently disclose his location, ensure his rights are protected, and release him unless there is sufficient credible evidence of a recognizable criminal offence.

Choktrul Dorje Ten Rinpoche is a Tibetan religious and education leader from Chikdril (Jiuzhi) County in Golog Tibetan Autonomous Prefecture, Qinghai province. Born in 1967, he is recognized as a reincarnate lama (Rinpoche) and has long played an important role in local religious and community life. He founded and led a monastery in Mentang Township and established a vocational training school around 2010, which provided education in Tibetan language, culture and vocational skills.

The school offered both general subjects and specialised training, including Tibetan language, traditional arts, medicine and cultural practices. According to publicly available information, it grew into one of the largest vocational schools of its kind in the region, at one point enrolling over 800 students and graduating in total several thousand, many of whom went on to positions in higher education or employment. The school’s work was known to and supported by local officials, including inspections as evidenced by state media reports and in at least one instance financial assistance via a cultural heritage project backed by a public bank and a state-linked development foundation. As recently as early November 2025, local government departments conducted inspections at the school, indicating that it remained operational shortly before his reported detention. The school was reportedly closed following his disappearance, and students were sent home.

In addition to his religious and educational work, Choktrul Dorje Ten Rinpoche was active in local public structures, including as a member of the county-level political consultative system and in roles linked to the local people’s congress. He also supported local livelihoods, including through business activities, and was widely regarded as a community leader who provided financial and social support to families in need.

Since his presumed detention in December 2025, the only news of Choktrul Dorje Ten Rinpoche’s status are limited word-of-mouth reports that he was «under investigation». In China, such terminology has often been used to refer to detention under the criminal investigation phase – prior to the procuratorate approving criminal detention or filing an indictment. Amnesty has documented dozens of cases of human rights defenders and others in China being held incommunicado for extended periods while «under investigation» without formal charge or access to legal representation.

Access to information from Tibetan-populated areas remains highly restricted, particularly for journalists, researchers and human rights organisations, making it difficult to independently verify cases of detention and disappearance. Over the years, Amnesty International has documented a number of cases, such as those of Tibetan religious leader Tenzin Delek Rinpoche, monk Rinchen Tsultrim and language activist Tashi Wangchuk, involving limited access to counsel, lack of transparency and other fair trial concerns.

In recent years, authorities in Tibetan areas – despite their nominal «autonomous» designation - have imposed increasing restrictions on Tibetan-language education and religious practices. Educational and cultural initiatives that promote Tibetan language and identity have faced heightened scrutiny and control. Religious leaders and educators have also been subject to surveillance, restrictions and, in some cases, detention, as part of broader state policies promoting «ethnic unity» and a unified national identity, alongside expanded ideological education and increased emphasis on Mandarin Chinese as the primary language of instruction. These measures have further narrowed the space for cultural and religious expression and reinforced state control over Tibetan Buddhist practices.

International human rights bodies have repeatedly expressed concern about the situation in Tibet and other regions of China. In his February 2026 update to the Human Rights Council, the UN High Commissioner for Human Rights noted the lack of progress in implementing previous recommendations concerning the rights of Tibetans and other affected communities.

Please take action before 15 October 2026.

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