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Setzen Sie sich für Said Abdelrazek ein: Senden Sie einen Appellbrief per Post, E-Mail oder Fax und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien (X/Twitter / Facebook).
| Mitmachen bis 7. November 2026 |
Briefvorlagen
Portokosten Postversand:
Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
Weltweite Briefzustellung: Der Versand von Briefen ist in fast alle Länder möglich. Trotzdem kann der Zustellservice aus unterschiedlichen Gründen zeitweise eingestellt werden. Wir aktualisieren die Infos soweit möglich. Bitte prüfen Sie vorher bei der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden: Verkehrseinschränkungen ›
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Adressen
Staatsanwalt:
Public Prosecutor Mohamed Shawky Ayyad
Office of the Public Prosecutor
Madinat al-Rehab
Cairo
Arab Republic of Egypt
Fax: +202 2577 4716/
E-Mail: m.office@ppo.gov.eg
Twitter/X: @EgyptianPPO
Facebook: https://www.facebook.com/ppo.gov.eg
Kopien an
President Abdelfattah al-Sisi
Office of the President, Al Ittihadia Palace
Cairo
Arab Republic of Egypt
Fax: +202 2391 1441
E-Mail: p.spokesman@op.gov.eg
Twitter/X: @AlsisiOfficial
Minister of Interior, Mahmoud Tawfiq
Ministry of the Interior
25 El Sheikh Rihan Street Bab al-Louk
Cairo
Egypt
Fax: +202 2794 5529
E-Mail: center@iscmi.gov.eg oder E.HumanRightsSector@moi.gov.eg
Twitter/X: @moiegy
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
Elfenauweg 61
3006 Bern
Fax: 031 352 06 25
E-Mail: eg.emb.bern@gmail.com
FB: https://www.facebook.com/eg.bern.embassy/
Social Media Guide
#Egypt: Said Abdelrazek was arrested, torture and prosecuted for converting to Christianity. He's now facing trial before a terrorism court solely for peacefully exercising his faith. Authorities must immediately and unconditionally release him.
Hintergrund
Said Abdelrazek wird allein deshalb in willkürlicher Haft gehalten und strafrechtlich verfolgt, weil er seine Menschenrechte wahrgenommen hat, zu denen auch das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit gehört. Im Juli 2024 wurde Said Abdelrazek, ein Moslem, der zum Christentum konvertierte, von Russland nach Ägypten abgeschoben, wo er unmittelbar nach der Ankunft am Flughafen von Angehörigen des Geheimdienstes (National Security Agency - NSA) festgenommen wurde. Sie brachten ihn an einen unbekannten Ort in Alexandria, wo er zehn Tage lang Opfer des Verschwindenlassens war. Gut informierten Quellen zufolge wurde Said Abdelrazek in diesem Zeitraum von NSA-Kräften gefoltert und anderweitig misshandelt: Sie versuchten, seine christlichen Tätowierungen – darunter ein grosses Kreuz – zu entfernen und fügten ihm damit starke Schmerzen und blutende Wunden an den Armen zu; zudem hängten sie ihn stundenlang in einer «Kreuzigungsposition» auf. Vor seiner Freilassung verhörten die NSA-Kräfte ihn zu seinen Glaubensüberzeugungen und setzten ihn unter Druck, seine Konvertierung rückgängig zu machen sowie Informationen über andere Konvertit*innen preiszugeben.
Im Juli 2025 nahmen Sicherheitskräfte Said Abdelrazek in seinem Wohnhaus in Kairo fest, nachdem er auf rechtlichem Wege versucht hatte, seine Religionszugehörigkeit in seinen Ausweisdokumenten seinem christlichen Glauben entsprechend ändern zu lassen. Anschliessend wurde er von der Staatsanwaltschaft für Staatssicherheit (SSSP) verhört, die ihn der «Gründung und Führung einer gesetzwidrigen Gruppe», der «Finanzierung dieser Gruppe zum Zwecke der Begehung von Straftaten» sowie der «Verunglimpfung des göttlichen Wesens [Gottes] und der Veröffentlichung von Inhalten, die der islamischen Religion schaden» beschuldigte. Im April 2026 wurde Said Abdelrazek wegen Anklagepunkten vor Gericht gestellt, die sich allein aus seiner Konvertierung zum Christentum sowie aus dem Versuch herleiten, sein Recht auf Glaubensfreiheit wahrzunehmen. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Seine Rechte auf ein faires Gerichtsverfahren wurden verletzt, darunter auch sein Recht auf eine angemessene Verteidigung. Die Gefängnisleitung der Haftanstalt in Madinat al-Aschir min Ramadan verwehrt ihm den angemessenen Zugang zu seinem Rechtsbeistand, der ihn lediglich einmal – im Januar 2026 – besuchen durfte.
Der Gesundheitszustand von Said Abdelrazek hat sich infolge seiner ungerechtfertigten Inhaftierung gravierend verschlechtert. Seiner Verlobten zufolge leidet er unter extremen, bislang nicht diagnostizierten Schmerzen im unteren Rückenbereich sowie im Harntrakt. Während seiner ersten Gerichtsverhandlung im April 2026 beantragte sein Anwalt, Said Abdelrazek umgehend ärztlich untersuchen zu lassen. Dieser Antrag wurde jedoch abgewiesen. Darüber hinaus war es seinem Anwalt lediglich einmal – im Januar 2026 – möglich, ihm Winterkleidung, eine Decke sowie Hygieneartikel zu übergeben. Seither wird seiner Familie und seinen Rechtsbeiständen von der Gefängnisleitung untersagt, ihm Nahrungsmittel, Kleidung und Medikamente zukommen zu lassen.
Der ägyptische Staatsangehörige Said Abdelrazek konvertierte 2016 zum Christentum. Zuvor hatte er Religions-wissenschaften studiert und sich jahrelang intensiv persönlich mit dem Glauben auseinandergesetzt. Nach Angaben seiner Verlobten geriet er nach seiner Konvertierung ins Visier der Behörden, die ihn überwachten und willkürlich festnahmen. 2018 floh Said Abdelrazek nach Russland, wo er Asyl beantragte und für ein Jahr einen vorüber-gehenden Schutzstatus erhielt. 2024 schoben ihn die russischen Behörden unter Verstoss gegen das Prinzip der Nicht-Zurückweisung (Non-Refoulement) nach Ägypten ab. Das Verbot der Zurückweisung untersagt die Abschiebung, Auslieferung oder sonstige Überstellung von Personen in Länder, in denen ihnen Verfolgung oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen würden. Gut informierten Quellen zufolge erfolgte seine Abschiebung nach einer Verurteilung wegen «Verletzung religiöser Gefühle», nachdem er Inhalte geteilt hatte, die als für Muslim*innen anstössig erachtet wurden. Im Mai 2024 stellte Said Abdelrazek einen Antrag auf ein humanitäres Visum für Australien. Seit seiner Festnahme im Jahr 2025 fordert seine Verlobte, eine australische Staatsbürgerin, öffentlich ein dringendes diplomatisches Eingreifen. Das Ausbleiben entschiedener Massnahmen gibt Anlass zur Sorge. Menschenrechtsorganisationen haben die australische Regierung eindringlich aufgefordert, das Visumverfahren zu beschleunigen und Druck auf die ägyptischen Behörden auszuüben, Said Abdelrazek unverzüglich freizulassen.
Said Abdelrazek ist derzeit im Gefängnis von Madinat al-Aschir min Ramadan inhaftiert. Amnesty International hat die grausamen und unmenschlichen Haftbedingungen in diesem Gefängnis, die von gravierenden Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, des Zugangs zu Sonnenlicht und des Kontakts zu Angehörigen geprägt sind, umfassend dokumentiert. Da den Häftlingen der tägliche Hofgang verwehrt wird, hat niemand von ihnen Zugang zu Sonnenlicht. Viele von ihnen müssen zudem 23 Stunden am Tag in ihrer Zelle verbringen und dürfen sich lediglich maximal eine Stunde in einem Flur im Gebäude bewegen anstatt unter freiem Himmel. Auch Familienbesuche sind mit lediglich 20 bis 30 Minuten einmal im Monat stark eingeschränkt. Einige Häftlinge dürfen überhaupt keinen Besuch erhalten. Angehörige von Häftlingen berichten zudem von willkürlichen Leibesvisitationen durch das Wachpersonal sowie von unhygienischen Kontrollen der von den Familien mitgebrachten Lebensmittel. Diese stellen angesichts der schlechten Qualität und der unzureichenden Portionsgrössen der Gefängnismahlzeiten nach wie vor die wichtigste Nahrungsquelle dar.
Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, dessen Vertragspartei Ägypten ist, schützt die Rechte auf Gedanken-, Gewissens-, und Religionsfreiheit, zu denen auch das Recht gehört, die Religion selbst zu wählen oder zu wechseln. Religiöse Minderheiten wie koptische Christ*innen, schiitische Muslim*innen und Baha’i werden in Ägypten per Gesetz und/oder in der Praxis diskriminiert. Angehörige religiöser Minderheiten, Atheist*innen und andere Personen, die keine staatlich anerkannten religiösen Überzeugungen vertreten, sehen sich Drohungen und Schikanen ausgesetzt. Dazu gehören u. a. missbräuchliche Vorladungen und Verhöre durch den Nationalen Geheimdienst (NSA) sowie in einigen Fällen die strafrechtliche Verfolgung aufgrund vage formulierter Vorwürfe wie «Verunglimpfung der Religion».
Die ägyptischen Behörden haben ihr Vorgehen gegen Personen, die staatlich anerkannte Überzeugungen nicht teilen, in den vergangenen Monaten verschärft. Sie nehmen zunehmend Personen ins Visier, die sich im Internet über religiöse Themen austauschen – ein Vorgehen, das im Widerspruch zu den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen des Landes steht. Zwischen Mitte Juli 2025 und dem 1. Januar 2026 nahmen Sicherheitskräfte in sechs Gouvernements mindestens 29 Personen aufgrund von Online-Inhalten fest, die von den staatlich gebilligten religiösen Narrativen abwichen. Mindestens vier der Festgenommenen berichteten, nach ihrer Festnahme gefoltert worden zu sein, mindestens elf wurde der Rechtsbeistand während des Verhörs verweigert, und eine Person starb in Gewahrsam.
In Ägypten sind als Muslim*innen geborene Christ*innen seit Langem staatlichen Schikanen ausgesetzt, in einigen Fällen bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung wegen «Verunglimpfung der Religion». Dies gilt insbesondere dann, wenn sie der Missionierung verdächtigt werden oder ihre Religionszugehörigkeit in ihren Ausweisdokumenten ändern lassen wollen. Alle ägyptischen Staatsangehörigen über 16 Jahren müssen über eine nationale Identifikationsnummer verfügen und diese jederzeit bei sich führen. Diese ist zwingend erforderlich für den Zugang zu Hochschulen, Gesundheitsversorgung und Beschäftigung sowie für die Abwicklung aller administrativen und finanziellen Transaktionen. Die ägyptischen Behörden verweigern Baha’i sowie Konvertit*innen vom Islam zum Christentum oder zu anderen Religionen schon seit Langem die rechtliche Anerkennung und die Ausstellung entsprechender Ausweisdokumente.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum: Index: |
UA 045/26 07.05.2026 MDE 12/0973/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 7. November 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Tortured convert on trial for his religious beliefs
On 15 July 2025, security officers arrested Egyptian national and Christian convert Said Abdelrazek from his home in Cairo. After nine months of arbitrary pretrial detention, Said Abdelrazek was referred to trial before the Terrorism Circuit of the First Criminal Court in Badr on charges stemming from his conversion and religious beliefs. His first court hearing took place on 21 April 2026, and the trial was adjourned to 15 June 2026. Said Abdelrazek is currently detained in the 10th of Ramadan prison amid growing concerns over his health. The Egyptian authorities must immediately and unconditionally release Said Abdelrazek as he is solely detained for exercising his right to freedom of religion and belief.
Said Abdelrazek is 30-year- old Egyptian national who converted to Christianity in 2016 after studying comparative religions and following years of personal reflection. According to his partner, following his conversion, Egyptian authorities targeted him through arbitrary arrests and surveillance. In 2018, Said Abdelrazek fled to Russia, where he sought asylum and obtained temporary protection status for a year. In 2024, the Russian authorities deported him to Egyptian violation of the principle of non-refoulement. This principle prohibits states from returning, extraditing, or otherwise transferring individuals to a country where they face a real risk of persecution, torture, or other serious human rights violations. According to informed sources, his deportation following a conviction on the charge of « offence of the feeling of believers» after he shared content considered offensive to Muslims. Said Abdelrazek filed an application for a humanitarian visa to Australia in May 2024. Since his arrest in 2025, his fiancée, an Australian national, has been publicly calling for urgent diplomatic intervention, raising concerns about the absence of decisive action. Human rights organizations have urged the Australian government to expedite the visa process and pressure the Egyptian authorities into releasing him immediately.
Said Abdelrazek is currently held in the 10th of Ramadan prison. Amnesty International has extensively documented cruel and inhuman detention conditions in the prison marked by severe restrictions on movement, sunlight, and family contact. All prisoners are deprived of sunlight because they are not permitted daily outdoor exercise, and many are confined to their cells for 23 hours a day, with only a maximum of one hour of exercise in a corridor inside the building rather than in open air. Family visits are also heavily restricted to only 20 or 30 minutes once per month, while some detainees are denied visits altogether. Relatives of detainees further reported invasive body searches by guards and unhygienic inspection of food brought by families, which remains the main source of nutrition due to the poor quality and insufficient portions of prison meals.
The International Covenant on Civil and Political Rights, to which Egypt is a state party, protect the right to freedom of thought, conscience and religion, which includes the right to choose or replace one’s religion. Religious minorities, including Coptic Christians, Shi’a Muslims and Bahá’ís, consistently face discrimination in law and/or practice in Egypt. Members of religious minorities, atheists and others not espousing state-sanctioned religious beliefs face threats and harassment including abusive summons and interrogations by the National Security Agency (NSA) and in some cases prosecution over vague «contempt of religions» charges.
In recent months the Egyptian authorities have intensified their crackdown against individuals who do not espouse state-sanctioned beliefs. Egyptian authorities are increasingly targeting of individuals dis-cussing religious matters online, in breach of the country's international human rights obligations. Be-tween mid-July 2025 and 1 January 2026, security forces arrested at least 29 people across six governorates for online content diverging from state-sanctioned religious narratives, with at least four detain-ees reporting torture following arrest, at least eleven denied legal counsel during interrogation, and one dying in custody.
Muslim-born Christians in Egypt have long faced government harassment, in some cases including criminal prosecution on «contempt of religion» charges, particularly if they are suspected of proselytizing or seek to change their religion on their national identification numbers. All Egyptians over the age of 16 must have and at all times carry national identification numbers. They are required to access higher education, healthcare and employment and carry-out out any administrative and financial transactions. Egyptian authorities have long denied Baha’is as well as converts from Islam to Christianity and other religions legal recognition and identity documents.
Please take action before 7 November 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file