© Amnesty International (Bild Basis: pixabay)
Offen
Urgent Action − Südsudan (USA)

Willkürliche Inhaftierung von vier abgeschobenen Männern beenden

Wo sind José Manuel Rodríguez-Quiñones, Thongxay Nilakout, Kyaw Mya und Tuan Thanh Phan? Die vier Männer aus Myanmar, Kuba, Laos und Vietnam wurden im Mai 2025 im Rahmen von Massenabschiebungen der US-Regierung in den Südsudan abgeschoben. Seit zehn Monaten werden sie willkürlich an einem unbekannten Ort festgehalten, der Kontakt zu ihren Rechtsbeiständen ist massiv eingeschränkt. Die südsudanesischen Behörden müssen sofort den Aufenthaltsort der vier Männer bekanntgeben.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für José Manuel Rodríguez-Quiñones, Kyaw Mya, Thongxay Nilakout und Tuan Thanh Phan ein: Senden Sie einen Appellbrief per E-Mail, X/Twitter, Facebook oder über das Online-Formular.
Postversand ist bei dieser UA leider nicht möglich.

Mitmachen bis 11. September 2026

Briefvorlagen

Adressen

Aussenminister:
Minister of Foreign Affairs and International Cooperation
Ambassador James Pitia Morgan
E-Mail: info@mofaic.gov.ss
Twitter/X: @MoFA_SouthSudan / @mofaicss
Facebook: Link hier klicken 
Website Kontakt-Formular: https://mofaic.gov.ss/contact-us/ 

→ Im Südsudan gibt es derzeit keinen Postdienst.

Kopien an 

Head of the National Security Service
Jahpal Obyec Nyawella
(Directorate of Legal Affairs
Internal Security Bureau
National Security Service
NSS Headquarters
Office of the President of the Republic of South Sudan
Juba, Republic of South
Sudan)
E-Mail: jalonkir63@yahoo.com

Botschaft der Republik Südsudan
S.E. Herr Gum Dominic Matiok
Leipziger Platz 8
D-10117 Berlin
E-Mail: dominic.gum7@gmail.com

Social Media Guide

Targets:
Ministry of Foreign Affairs
X/Twitter: @MoFA_SouthSudan / @mofaicss 

South Sudan Presidential Press Unit
X/Twitter: @southsudanfp

South Sudan government
X/Twitter: @SouthSudanGov 

Suggested Tweet: 
Arbitrary detention is a well-documented tactic used by the state in #SouthSudan.The MoFA must protect human rights of all detainees, including detained deportees such as Nyo Myint and Enrique Arias Hierro. [Link to UA]

Hashtags:
#SSOT (= South Sudan on Twitter)
#SouthSudan 

Hintergrund

José Manuel Rodríguez-Quiñones, Thongxay Nilakout, Kyaw Mya und Tuan Thanh Phan wurden im Mai 2025 im Rahmen einer gross angelegten Abschiebekampagne der USA abgeschoben. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in einem US-Militärstützpunkt in Dschibuti sind sie seit Juli 2025 willkürlich an einem unbekannten Ort im Südsudan inhaftiert.

José Manuel Rodríguez-Quiñones stammt aus Kuba und kam 1995 in die USA. Er verlor seine Green Card, nachdem er in einem Strafverfahren verurteilt worden war. Kyaw Mya stammt aus Myanmar und kam 2007 als Flüchtling in die Vereinigten Staaten. Thongxay Nilakout kommt aus Laos und kam 1980 ebenfalls als Flüchtling in die USA, Tuan Thanh Phan aus Vietnam lebte dort seit 1991 als Flüchtling. Die vier Männer wurden zusammen mit vier anderen abgeschoben, sie sind ohne rechtliche Grundlage oder Klarheit hinsichtlich ihres Rechtsstatus von den südsudanesischen Behörden inhaftiert. Dies verletzt internationale Menschenrechtsnormen. Die Männer hatten wochenlang keinen Zugang zu ihren in den USA ansässigen Rechtsbeiständen. Auch danach konnten die Rechtsbeistände nur eingeschränkt und unter Aufsicht mit ihren Mandanten telefonieren. Ihr Anwalt in Juba hatte hingegen überhaupt keinen Zugang zu ihnen und konnte auch nicht mit ihnen kommunizieren. Auch zehn Monate nach ihrer Ankunft in Südsudan haben die dortigen Behörden, trotz der Bemühungen der Rechtsbeistände, keine offiziellen Informationen zum genauen Aufenthaltsort der vier Männer bekanntgegeben.

Die Inhaftierung der vier Männer ohne freien Zugang zu ihren Rechtsbeiständen ist ein Verstoss gegen das Völkerrecht und könnte Folter und anderen Misshandlungen Vorschub leisten, was die Sorge um ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen noch verstärkt.

2025 startete US-Präsident Donald Trump eine gross angelegte Abschiebekampagne, die sich gegen Millionen von Migrant*innen und Menschen auf der Suche nach Sicherheit richtet. Im Rahmen dieser Kampagne wurden acht Männer – von denen nur einer aus dem Südsudan stammte – nach einem wochenlangen Rechtsstreit in den Südsudan abgeschoben. Zwei der acht Männer wurden seither aus der Haft entlassen, darunter Jesús Muñoz Gutiérrez, der nach Mexiko zurückgeführt wurde. Die US-Regierung ist auf der Grundlage des Völkerrechts dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass durch ihre Einwanderungspolitik keine Menschenrechtsverletzungen begangen werden oder das Risiko solcher Verletzungen erhöht wird. Die USA haben zwar die Befugnis, die Einwanderung zu regulieren, müssen dies jedoch im Rahmen ihrer internationalen Menschenrechtsverpflichtungen tun.

In einer am 10. Mai 2025 unterzeichneten diplomatischen Note zwischen den USA und dem Südsudan erklärte sich der Südsudan bereit, «die betroffenen Personen in einer Weise zu behandeln, die mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte im Einklang steht». In einer Verbalnote vom 12. Mai 2025 ersuchte die südsudanesische Regierung die Vereinigten Staaten unter anderem um die Aufhebung der gegen den damaligen ersten Vizepräsidenten Benjamin Bol Mel verhängten Sanktionen. Ausserdem bat sie um die Aufhebung von Visabeschränkungen für südsudanesische Staatsangehörige, um die Reaktivierung eines Bankkontos bei der New Yorker Zentralbank sowie um Unterstützung bei der Strafverfolgung des vorherigen ersten Vizepräsidenten und Oppositionsführers Riek Machar, der seit März 2025 unter Hausarrest steht. Im September 2025 berichtete ein Nachrichtenportal, dass die südsudanesischen Behörden die Existenz eines Abkommens mit den USA über die Aufnahme von Drittstaatsangehörigen dementierten.

Im Südsudan steht zivilgesellschaftliches Engagement nach wie vor unter Druck, und die Beteiligung an legitimen zivilgesellschaftlichen Aktivitäten wird mit willkürlichen Festnahmen, langen Inhaftierungen, Folter und aussergerichtlichen Tötungen bestraft. Sicherheitsinstitutionen und Behörden des Südsudans, insbesondere der Nationale Sicherheitsdienst (NSS), schikanieren und verfolgen systematisch Angehörige der Zivilgesellschaft und Personen, die Kritik an der Regierung üben. Obwohl der NSS weiterhin in Menschenrechtsverletzungen verwickelt ist, liess Präsident Kiir im August 2024 einen Gesetzentwurf in Kraft treten, der die missbräuchlichen und verfassungswidrigen Befugnisse des NSS zur Festnahme und Inhaftierung aufrechterhält. Nach Artikel 159 der südsudanesischen Übergangsverfassung von 2011 hat der NSS eigentlich den Auftrag, klassische nachrichtendienstliche Tätigkeiten durchzuführen und «sich auf die Sammlung von Informationen, die Analyse und die Beratung der zuständigen Behörden zu konzentrieren».

Im Laufe des am 15. Dezember 2013 im Südsudan ausgebrochenen Konflikts hat der NSS zunehmend an Macht gewonnen und fungiert de facto mittlerweile als Polizeitruppe mächtiger Eliten. NSS und Militärgeheimdienst halten Hunderte von Menschen, überwiegend Männer, in verschiedenen Haftanstalten im ganzen Land fest. Amnesty International hat Fälle von Folter und anderen Misshandlungen in mindestens drei der grössten Haftanstalten in der Hauptstadt Juba dokumentiert. Ausserdem hat die Organisation Fälle dokumentiert, in denen Personen vom NSS inhaftiert und bedroht wurden, weil sie ihre Meinung frei geäussert und Kritik an der Regierung geübt hatten oder den Eindruck vermittelten, gegen die Interessen mächtiger Eliten zu handeln. Auch Angehörige von Inhaftierten können ins Visier geraten. Sie laufen ebenfalls Gefahr, überwacht und möglicherweise inhaftiert zu werden, wenn der NSS ihre Äusserungen oder ihr Verhalten missbilligt.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum:
Index:
UA 082/25-1
11.05.2026
AFR 65/0989/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 11. September 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

End four deportees’ arbitrary detention

Jose Manuel Rodriguez-Quinones, Thongxay Nilakout, Kyaw Mya and Tuan Thanh Phan were deported from the US as part of the United States government’s mass deportation campaign in May 2025. They were initially held in a US military base in Djibouti before arriving in Juba, South Sudan’s capital, on 4 July 2025. For ten months they have been arbitrarily detained in an undisclosed location. Amnesty International calls on the South Sudanese authorities to immediately disclose the whereabouts of the four men, grant them unmonitored and unfettered access to their legal representatives, including local counsel, and immediately clarify the legal grounds of their detention. The South Sudanese authorities must also ensure that individuals' wishes for a durable solution are facilitated including through access to UNHCR, IOM and the national human rights commission and other relevant bodies. If a fair and efficient assessment of protection needs has taken place and the principle of non-refoulement is not breached, the states of the men’s countries of origin must expedite their repatriation.

In 2025, U.S. President Donald Trump advanced a mass deportation campaign targeting millions of immigrants and people seeking safety. As part of this, eight men – only one of whom was South Sudanese – were deported to South Sudan after a weeks-long legal battle. Two of the eight men have since been released from detention, with Jesus Munoz-Gutierrez repatriated to Mexico. The U.S. government is obligated under international law to ensure that its immigration policies do not commit or increase the risk of human rights violations. While the U.S. has the authority to regulate immigration, it must do so within the framework of its international human rights obligations.

In a diplomatic note between the USA and South Sudan signed on 10 May 2025, South Sudan agreed that it would «treat the individuals in a manner that is consistent with its international legal obligations regarding human rights». In a note verbale dated 12 May 2025, the South Sudanese government requested the United States to, amongst others, lift sanctions imposed on then First Vice President, Benjamin Bol Mel, to revoke visa restrictions on South Sudanese nationals, to reactivate a bank account at the New York Federal Reserve, and to support the state’s prosecution of First Vice President and opposition leader, Riek Machar who remains under house arrest. In September 2025, a news outlet reported that South Sudanese authorities denied the existence of any agreement with the U.S. to receive third-country nationals.

In South Sudan, civic space for engagement in public life continues to be under attack and engaging in legitimate civic activities has resulted in arbitrary arrests, prolonged detention, torture and other ill treatment, and extra-judicial killings. South Sudan’s security actors and authorities, especially the National Security Service (NSS), systematically harass and target civil society members and individuals critical of the government. Even though the NSS continues to be implicated in human rights violations, in August 2024, President Kiir allowed a bill maintaining the National Security Service’s abusive and unconstitutional powers of arrest and detention to become law. Article 159 of South Sudan’s 2011 Transitional Constitution, however, mandates the NSS to conduct classic intelligence activities and «focus on information gathering, analysis and advice to the relevant authorities».

Throughout the course of the conflict that broke out in South Sudan on 15 December 2013, the NSS has become increasingly powerful, acting as a de facto police force to powerful elites. The NSS and Military Intelligence Directorate (MID) have detained hundreds of people, mostly men, in various detention facilities across the country. Amnesty International has documented cases of torture and other forms of ill-treatment in at least three of the main detention centers in the capital, Juba. Amnesty International has also documented cases of individuals being detained and threatened by the NSS for freely expressing their opinion that is critical of the government, or who have otherwise been perceived to act against the interests of powerful elites. Relatives of detainees can become persons of interests, increasing their risk of being surveilled and possibly detained if the NSS disapproves of their speech or behaviour.

Please take action before 11 September 2026.

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