«Nur sechs Wochen vor dem Anpfiff der Fussball‑WM 2026 hat FIFA‑Präsident Gianni Infantino bis heute nicht öffentlich dargelegt, wie Fans, Journalist*innen und lokale Gemeinschaften vor willkürlichen Festnahmen, Massenabschiebungen und Angriffen auf die Meinungsfreiheit geschützt werden sollen. Am FIFA‑Kongress muss er dies nachholen. Die globale Fussballgemeinschaft verdient mehr als leere Floskeln», sagt Steve Cockburn, Leiter wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International.
«Es ist unbegreiflich, weshalb Gianni Infantino US-Präsident Trump nicht schon längst dazu aufgefordert hat, Razzien der Einwanderungsbehörde ICE während der WM auszusetzen – zum Schutz aller Beteiligten. Allein im Jahr 2025 wurden in den USA 500’000 Menschen abgeschoben. Das Land befindet sich mitten in einer Menschenrechtskrise. Das darf so nicht weitergehen.»
Im vergangenen Monat veröffentlichte Amnesty International einen Bericht über erhebliche menschenrechtliche Risiken sowie konkrete Gefahren für Fans, Spieler, Journalist*innen, Arbeiter*innen und lokale Gemeinschaften in allen drei Austragungsländern der WM. Besonders schwer wiegen die menschenrechtlichen Risiken, die sich aus der missbräuchlichen und teils tödlichen Migrationspolitik der USA ergeben – darunter ein deutlicher Anstieg rechtswidriger Festnahmen, willkürlicher Inhaftierungen und Abschiebungen.
«Fans sollen ein ‹sicheres, einladendes und inklusives› Turnier erleben – so wie es die FIFA verspricht. Doch in den USA stellen migrationspolitische Massnahmen weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar, während Diskriminierung sowie Einschränkungen der Meinungs‑ und Versammlungsfreiheit in allen drei Gastgeberländern Realität sind», sagt Steve Cockburn. «Es ist höchste Zeit, dass FIFA‑Präsident Gianni Infantino endlich erklärt, wie die Menschenrechte geschützt werden.»