Die jugendlichen Umweltschützerinnen der «Guerreras por la Amazonia» (Kämpferinnen für den Amazonas) engagieren sich seit mehreren Jahren für den Erhalt ihrer natürlichen Lebensgrundlage und gegen die Abfackelanlagen der staatlichen Ölindustrie.
Mit der Übergabe einer knappen halben Million Unterschriften aus der ganzen Welt am 29. April 2026 konnten die Aktivistinnen ein Treffen mit den ecuadorischen Behörden erwirken. Dieses fand am 7. Mai 2026 im Beisein der «Vereinigung der Betroffenen von Texaco» UDAPT (Union de Afectados por Texaco) statt. Im Nachgang dieses Treffens kündigte das Ministerium für Umwelt und Energie die Einrichtung einer behördenübergreifenden Arbeitsgruppe an, die sich dem Anliegen annehmen sollte. Diese soll einerseits eine koordinierende Funktion einnehmen und andererseits als Ombudsstelle für die Betroffenen fungieren.
Ein erster Erfolg konnten die Umweltschützerinnen 2021 verbuchen, als das Provinzgericht von Sucumbíos einer Klage gegen die Gasförderunternehmen Recht beschied und diese dazu aufforderte, die Fackelanlagen zu entfernen. Die Unternehmen kamen diesem Urteil jedoch bis anhin nicht nach und die Behörden hatten sich nicht für eine Umsetzung des Urteils eingesetzt.
Auch wenn die nun angekündigte Einrichtung einer Arbeitsgruppe noch nicht der vollständigen Umsetzung des Urteils und einer umfassenden Wiedergutmachung für die durch den Betrieb der Abfackelanlagen verursachten Schäden entspricht, ist es doch ein wichtiger erster Schritt.
Amnesty International, die «Guerreras por la Amazonia» und lokale Organisationen, die sie unterstützen, werden weiterhin Druck auf die ecuadorianische Regierung ausüben, damit diese ihren Verpflichtungen nachkommt und einen klaren Fahrplan für die Umsetzung des Urteils aufstellt.
Ausführliche Informationen in der Stellungnahme vom 14. Mai 2026 (Englisch)