Angesichts der von Israel bewusst herbeigeführten Lebensbedingungen, die auf die physische Zerstörung der Palästinenser*innen im Gazastreifen abzielen, sind die palästinensischen Frauen mit schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Folgen konfrontiert. Besonders deutlich wird dies angesichts der anhaltenden Massenvertreibung, dem Zusammenbruch der medizinischen Versorgung von Müttern und Neugeborenen, der Unterbrechung der Behandlung chronischer Krankheiten, der erhöhten Krankheitsanfälligkeit und den unsicheren und unwürdigen Lebensbedingungen sowie in schwerwiegenden körperlichen und psychischen Erkrankungen.
Für die Zeit der Schwangerschaft und die postpartale Genesung stehen nur überfüllte und unhygienische Unterkünften zur Verfügung.
Diese Erkrankungen werden noch dadurch verschlimmert, dass Israel die Einfuhr von Gütern in den Gazastreifen, die für das Überleben der Zivilbevölkerung unentbehrlich sind, immer wieder einschränkt. Frauen sind so gezwungen, ohne angemessene medizinische Versorgung zu entbinden. Für die Zeit der Schwangerschaft und die postpartale Genesung stehen nur überfüllte und unhygienische Unterkünften zur Verfügung. Sie müssen Hunger, Krankheiten und Traumata ohne Privatsphäre, Schutz oder Zugang zu lebenswichtigen Versorgungsleistungen bewältigen, während sie sich auch noch um andere kümmern müssen.
«Für Schwangere und Stillende, für Mütter von Babys und Kleinkindern, für Frauen, die mit chronischen Krankheiten und Behinderungen leben oder sich von lebensverändernden Verletzungen erholen, für Witwen und die vielen Frauen, die geliebte Menschen verloren haben, für Frauen, die mehrfach vertrieben wurden, für Frauen, die ihre Periode haben, für Frauen, die ihre Arbeit und den Zugang zu Bildung verloren haben, ist das Leben zu einem täglichen Kampf ums Überleben geworden», sagte Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International.
«Den Frauen im Gazastreifen werden die Bedingungen verweigert, die sie brauchen, um sicher zu leben und Leben zu spenden. Diese systematische Aushöhlung ihrer Rechte auf Gesundheit, Sicherheit, Würde und eine Zukunft ist keine unglückliche Nebenerscheinung des Krieges, sondern eine bewusste Kriegshandlung, die sich gegen Frauen und Mädchen richtet. Sie ist auch die vorhersehbare Folge von Israels kalkulierter Politik, die das Gesundheitssystem des Gazastreifens komplett zerstört hat.»
In ihrem Bericht vom März 2025 kam die Unabhängige Untersuchungskommission für das besetzte palästinensische Gebiet, einschliesslich Ost-Jerusalem, und Israel zu dem Schluss, dass die israelischen Behörden das sexuelle und reproduktive Gesundheitssystem im Gazastreifen systematisch und vorsätzlich zerstört haben, was auf zwei nach der Völkermordkonvention verbotene Handlungen hinausläuft: die vorsätzliche Verhängung von Lebensbedingungen, die auf die physische Zerstörung von Palästinenser*innen abzielen, und die Verhängung von Massnahmen zur Verhinderung von Geburten.
Zwischen dem 5. und 24. Februar 2026 befragte Amnesty International 41 Frauen – alle Binnenvertriebene –, darunter acht Krebspatientinnen, vier schwangere Frauen und 14 Frauen, die nach dem so genannten Waffenstillstand entbunden hatten. Die Organisation befragte ausserdem 26 Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens in sechs Gesundheitseinrichtungen in Gaza-Stadt und Deir al-Balah sowie vier Mitarbeiter*innen von internationalen Organisationen.
Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen registrierte die Tötung von 630 Palästinenser*innen, darunter 202 Kinder, 89 Frauen und 339 Männer, zwischen der Unterzeichnung des so genannten Waffenstillstands im Oktober 2025 und Ende Februar, zusätzlich zu den über 72.000 Toten seit dem 7. Oktober 2023. Die unmittelbare Bedrohung durch eine Hungersnot hat sich zwar verringert, aber der Hunger ist nach wie vor akut und die Unterernährung hält an, was langfristig katastrophale Folgen hat. Angesichts der massiven Zerstörung und schweren Beschädigung vieler Häusern im Gazastreifen sind zahlreiche Palästinenser*innen nach wie vor vertrieben.
Am 27. Februar hat der Oberste Gerichtshof Israels zwar die Umsetzung eines Regierungsbeschlusses vorübergehend gestoppt, der die Arbeit von 37 nicht mehr registrierten internationalen Hilfsorganisationen, die im besetzten Gazastreifen tätig sind, ausgesetzt hatte. Dennoch bestehen die Beschränkungen und die Ungewissheit über den Zugang zu Hilfsgütern fort und haben verheerende Auswirkungen auf die Palästinenser*innen.
Am 28. Februar schloss Israel alle drei Grenzübergänge zum Gazastreifen, nachdem es gemeinsam mit den USA einen Angriff auf Iran gestartet hatte. Durch die Abriegelung wurde der ohnehin schon eingeschränkte Fluss humanitärer Hilfe und kommerzieller Lieferungen sowie medizinischer Evakuierungen in und aus dem Gazastreifen gestoppt. Am 3. März öffnete Israel den Grenzübergang Kerem Shalom/Karm Abu Salem wieder für den «schrittweisen Zufluss von humanitärer Hilfe». Der Grenzübergang Rafah zu Ägypten, der erst Anfang Februar teilweise wieder geöffnet wurde, ist weiterhin geschlossen. Dies, obwohl die israelischen Militäroperationen wie Beschuss, militärische Zerstörungen und Luftangriffe im gesamten Gazastreifen seit dem Waffenstillstandsabkommen fortgesetzt wurden und weiteres menschliches Leid und Schäden an der zivilen Infrastruktur verursacht haben.
Während des gesamten bisherigen Kriegs wurde der Zugang von Frauen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung durch Israels Bombardierung, Vertreibung, die Zerstörung von Gesundheitsdiensten für Mütter und die Beschränkung des Zugangs zu lebenswichtigen Hilfsgütern und Hygieneartikeln stark beeinträchtigt. Nach Angaben der WHO und des Health Clusters sind fast 60 Prozent aller Gesundheitseinrichtungen im Gazastreifen nicht mehr funktionsfähig.
Rund 46 Prozent der unentbehrlichen Arzneimittel sind nicht vorrätig, darunter Medikamente zur Einleitung und Behandlung von Wehen und postpartalen Blutungen.Quelle: Gesundheitsministerium in Gaza
Wie aus jüngsten Berichten des Gesundheitsministeriums hervorgeht, sind rund 46 Prozent der unentbehrlichen Arzneimittel nicht vorrätig, darunter Medikamente zur Einleitung und Behandlung von Wehen und postpartalen Blutungen, für die Anästhesie und Schmerztherapie sowie zur Behandlung von Infektionen und Atemwegserkrankungen. Seit dem «Waffenstillstand» haben der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNFPA und seine Partner erhebliche Mengen an Medikamenten und Hilfsgütern für die Mütter- und Reproduktionsgesundheit geliefert. Der Bedarf ist jedoch nach wie vor gross und wird nur teilweise gedeckt. Nach den jüngsten Prognosen der Integrierten Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphase (IPC) werden bis Mitte Oktober 2026 insgesamt 37.000 schwangere und stillende Frauen von akuter Unterernährung betroffen sein und behandelt werden müssen.
Medizinisches Personal, das von Amnesty International befragt wurde, sagte, dass Frauen, die ein Kind zur Welt brachten, während des Grossteils ihrer Schwangerschaft und nach der Geburt unter einem extremen Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln litten. Die Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens sagten, dass die meisten Frauen, die in Krankenhäusern entbinden, aufgrund von Unterernährung an Blutarmut und aufgrund von verunreinigtem Wasser und unhygienischen Bedingungen an durch Wasser übertragenen Krankheiten, Vaginitis und anderen Infektionen leiden. Sie sind oft nicht in der Lage, die notwendigen Untersuchungen bei den Frauen durchzuführen.
Nach Angaben des befragten medizinischen Personals hat Israels andauernder Genzoid in den letzten 29 Monaten zu einem exponentiellen Anstieg der Gesundheitsstörungen bei Müttern und Neugeborenen geführt. Dazu gehören Frühgeburten, untergewichtige Babys, Gewichtsverlust und Unterernährung bei schwangeren und stillenden Frauen, Angst vor der Geburt und Depressionen nach der Geburt, Atemwegserkrankungen während der Schwangerschaft aufgrund von Kälte und erhöhter Umweltverschmutzung, Atemwegserkrankungen bei Neugeborenen, u. a. aufgrund von Frühgeburten, unzureichender Lungenentwicklung, dem Zustand der Mütter während der Schwangerschaft und schlechten Bedingungen nach der Geburt, insbesondere bei kalter Witterung.
Der Neonatologe Dr. Nasser Bulbol von der geburtshilflichen Abteilung in Al-Helou erklärte, dass die Zahl der Risikoschwangerschaften deutlich zugenommen hat, da das Immunsystem der Mütter aufgrund von Unterernährung geschwächt ist: «Die Vertreibungsbedingungen haben zu Infektionskrankheiten geführt. Die meisten Frauen kommen unter Stress, Trauma und Ungewissheit hierher, nachdem sie mehrfach vertrieben wurden, Angehörige verloren haben und nicht in der Lage sind, sich mit der nötigen Nahrung zu versorgen.»
Das Krankenhaus verfügt über 12 Inkubatoren, davon sechs für die Neugeborenen-Intensivpflege, aber keiner der Inkubatoren ist mit den erforderlichen kardiorespiratorischen Monitoren ausgestattet.
Bis zu drei Neugeborene müssen sich einen Brutkasten teilen. Quelle: UNNFPA
Die Neugeborenenstationen im gesamten Gazastreifen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die leitende Krankenschwester der Neugeborenenstation des Shuhada Al-Aqsa-Krankenhauses in Deir al-Balah, das über 24 funktionierende Inkubatoren verfügt, berichtete Amnesty, dass sie medizinisches Einwegmaterial wiederverwenden mussten, darunter auch Wellschläuche für die Verwendung mit mechanischen Beatmungsgeräten.
Nach Angaben des UNFPA sind die Neugeborenenstationen im Gazastreifen zu 150 bis 170 Prozent ausgelastet, wobei sich bis zu drei Neugeborene einen Brutkasten teilen müssen.
Amnesty International sprach mit schwangeren und stillenden Frauen, die in Vertreibungsgebieten in Gaza-Stadt, Al-Mawasi, Deir al-Balah Stadt und im Lager Nuseirat leben. Zwar hat sich der Zugang zu Nahrungsmitteln, Körperpflege- und Reinigungsprodukten seit Januar 2026 in gewissem Masse verbessert, doch haben einige Frauen Schwierigkeiten, sich diese Produkte zu leisten. Die meisten der befragten Mütter berichteten Amnesty International, dass sie während der Schwangerschaft dringend nach Nahrungsergänzungsmitteln gesucht hatten, diese aber nicht bekommen konnten. Viele hatten erheblich an Gewicht verloren, bei einigen wurde Unterernährung und/oder Anämie diagnostiziert. Alle von Amnesty International befragten schwangeren Frauen gaben an, nur sporadisch Schwangerenvorsorge erhalten zu haben.
Hind*, 22, die derzeit in Al-Mawasi untergebracht ist, brachte am 19. Januar 2026 einen Jungen zur Welt. Sie erzählte Mitarbeiter*innen von Amnesty International: «Ich habe sehr viel Gewicht verloren; ich wog nur noch 43 kg. Mein Baby wurde mit einer Lungeninfektion in beiden Lungenflügeln geboren; er verbrachte mehrere Tage auf der Intensivstation. Es geht es ihm etwas besser, aber er kann immer noch nicht richtig atmen und liegt in einem Inkubator. Ich habe Angst, dass er kränker wird, denn ich wohne in einem Zelt am Meer und es gibt keine Möglichkeit, sich warm zu halten. Ich habe noch ein weiteres Baby im Alter von 18 Monaten, und auch er ist durch die Kälte krank geworden.»
Eine 24-jährige gelernte Krankenschwester, die im achten Monat schwanger ist, berichtete Amnesty International, dass sie trotz ihrer Anämie nicht in der Lage war, die benötigte Eiseninfusion zu erhalten oder Zugang zu eisenhaltiger Nahrung oder anderen Vitaminen. Sie sagte, dass ihr kleiner Sohn Mitte 2024 an einer Infektion starb, nachdem er nicht angemessen medizinisch behandelt worden war. Sie beschrieb das Elend, schwanger in einem Zelt zu leben, sich wegen der Kälte ständig unwohl zu fühlen und nur mit Mühe Zugang zu einer Toilette zu haben. Sie macht sich Sorgen, wie sie das Baby in ihrem Zelt voller Sand und Ungeziefer vor Viren schützen oder Windeln, Babykleidung und Damenbinden für sich selbst nach der Geburt bezahlen soll.
Maysoun Abu Bureik, eine leitende Hebamme im Al-Awda-Krankenhaus, beschrieb ebenfalls die emotionale Belastung für die jungen Mütter: «Das Schlimmste ist, wenn man einer Mutter helfen muss, die ihren Mann oder ihre Familie verloren hat. Es gibt nichts, was du sagen oder tun kannst, um sie zu unterstützen. Sie muss ihren Haushalt führen, sie muss die emotionale Stütze für ihr Baby sein, während sie selbst dringend emotionale Unterstützung braucht.»
Die israelischen Behörden kontrollieren und behindern weiterhin Evakuierungen aus medizinischen Gründen, obwohl mehr als 18 500 Palästinenser*innen im Gazastreifen dringend eine Behandlung benötigen. Evakuierungen aus medizinischen Gründen in das Westjordanland, einschliesslich Ostjerusalem, sind seit dem 7. Oktober 2023 fast vollständig verboten.
Zu denjenigen, die am stärksten von der Behinderung medizinischer Evakuierungen betroffen sind, gehören Krebspatient*innen. Alle acht von Amnesty International befragten Krebspatientinnen gaben an, dass ihre Behandlung durch den Mangel an medizinischem Material, einschliesslich Chemotherapeutika, beeinträchtigt wurde. In Zeiten schwerer Bombardierungen mussten die Krankenhäuser schweren Verletzungen Vorrang einräumen.
Eine Krankenschwester sagte gegenüber Amnesty International: «Es gibt derzeit kein Krankenhaus im Gazastreifen, das Strahlentherapie anbietet. Ausserdem leiden wir unter einem erheblichen Mangel an Diagnosegeräten. In ganz Gaza gibt es kein einziges funktionierendes MRT-Gerät. Das Fehlen einer vorherigen Diagnose bedeutet auch, dass wir ständig raten müssen, was das Leben der Patient*innen gefährdet und die Effizienz unserer Behandlung verringert.»
Geräte, die für die Diagnose und Bildgebung benötigt werden, wurden von den israelischen Behörden als «doppelt verwendbar» eingestuft und gesperrt. Quelle: Uno-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA)
In seinem Überblick über die humanitäre Hilfe bestätigte das Uno-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), dass einige Laborausrüstungen und Geräte, die für die Diagnose und Bildgebung benötigt werden, von den israelischen Behörden als «doppelt verwendbar» eingestuft und gesperrt wurden.
Eine humanitäre Hilfsperson von einer der 37 nicht mehr registrierten Organisationen berichtete Amnesty International Ende Februar 2026, dass sie bereits mehr als 1000 Patient*innen mit nicht übertragbaren Krankheiten wie Krebs abweisen mussten, da sie seit Anfang des Jahres keine medizinischen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen durften.
Iman*, eine Frau, die im Al-Helou-Krankenhaus in Gaza-Stadt eine Krebsbehandlung erhält, berichtet, dass ihre Chemotherapie zweimal verschoben wurde, weil die erforderlichen Medikamente nicht verfügbar waren: «Wenn ich das Glück habe, Chemotherapie zu bekommen, schlafe ich hier ein oder zwei Tage, um mich zu erholen, aber dann muss ich in mein Zelt zurückkehren, wo ich unreines Wasser trinken und mit unreinem Wasser duschen muss, aber am schlimmsten ist, dass ich weder schlafen noch mich ausruhen kann. Letztes Jahr wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, und seither wurde ich viermal vertrieben. Die Kombination aus Vertreibung und Krankheit bringt dich um.»
Hani Ayyash, ehemaliger Leiter der Ambulanz des Türkisch-Palästinensischen Freundschaftskrankenhauses in Gaza-Stadt, der einzigen spezialisierten Krebsbehandlungseinrichtung im gesamten Gazastreifen, war im Oktober 2023 gezwungen, sein Krankenhaus nach schweren Bombardierungen zu verlassen. Das israelische Militär nutzte dieses Krankenhaus später als Militärbasis und sprengte im März 2025 einige seiner Einrichtungen. «Der Verlust des Freundschaftskrankenhauses hat uns sehr getroffen, denn es war das bei weitem fortschrittlichste Zentrum für Krebsbehandlung im Gazastreifen. Wir konnten keine der Geräte aus dem Krankenhaus retten», sagte Hani Ayyash.
«[Die Frauen im Gazastreifen] sind die Lehrer*innen, die Kindern in Zelten Schulunterricht geben, die Ärzt*innen und Krankenschwestern, die in Feldlazaretten oft ohne Bezahlung arbeiten, und die Pfleger*innen, die unermüdlich dafür kämpfen, die Hoffnung inmitten des Genozids am Leben zu erhalten.» Agnès Callamard, , internationale Generalsekretärin von Amnesty International
Die israelischen Behörden müssen ihre rechtswidrigen und willkürlichen Beschränkungen der humanitären Hilfe, sowie ihre Behinderung medizinischer Evakuierungen aufheben. Sie müssen eine wirksame und zuverlässige Evakuierungsroute in die anderen Teile des besetzten palästinensischen Gebiets (OPT), einschliesslich Ost-Jerusalem, und nach Israel sicherstellen. Die israelische Regierung muss auch die Beschränkungen für medizinische Evakuierungen ausserhalb des besetzten palästinensischen Gebiets aufheben, wenn dies notwendig ist, und den Evakuierten die Möglichkeit geben, nach Abschluss ihrer Behandlung zurückzukehren, wenn sie dies wünschen. Sie müssen auch die sofortige Einfuhr von diagnostischen Bildgebungs- und Laborgeräten und -ausrüstungen ermöglichen, insbesondere von solchen, die für die Frühdiagnose von Krebs und anderen Krankheiten erforderlich sind.
«Die Frauen im Gazastreifen halten Familien und Gemeinschaften unter Bedingungen zusammen, die darauf ausgerichtet sind, sie zu zerstören. Sie sind die Lehrer*innen, die Kindern in Zelten Schulunterricht geben, die Ärzt*innen und Krankenschwestern, die in Feldlazaretten oft ohne Bezahlung arbeiten, und die Pfleger*innen, die unermüdlich dafür kämpfen, die Hoffnung inmitten des Genozids am Leben zu erhalten. Ihr Mut verdient grossen Respekt und ist eine Inspiration für die gesamte Menschheit», sagte Agnès Callamard. «Diese von Menschen verursachte Katastrophe hat unermessliches Leid verursacht. Wir müssen fest an der Seite der palästinensischen Frauen und Mädchen im Gazastreifen stehen und die Staaten erneut auffordern, sinnvolle Massnahmen zu ergreifen, um den israelischen Genozid und die rechtswidrige Besatzung zu beenden, und indem wir eine Zukunft sichern, in der alle Palästinenser*innen in Würde leben können.»
Die Staaten müssen diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf Israel ausüben, damit es seine ständigen Angriffe einstellt, seine rechtswidrige Blockade vollständig aufhebt und humanitären Organisationen freie und sichere Arbeit ermöglicht. Sie müssen den Zugang zu grundlegender Mutterschafts- und reproduktiver Gesundheitsfürsorge sicherstellen und die Unterstützung und Finanzierung von Diensten zum Schutz der wirtschaftlichen und sozialen Rechte von Frauen sowie von Frauenorganisationen im Gazastreifen erhöhen.
*Einige der Frauen wurden auf ihren Wunsch hin mit Pseudonymen genannt*