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Die Petition wurde am Montag, 21. November, von Amnesty International, Operation Libero und unterstützenden Partner*innen bei der Bundeskanzlei überreicht. In einer symbolischen Aktion weckten Aktivist*innen auf der Bundesterrasse in Bern eine silberfarbene Justitia mit einem XXL-Wecker aus dem Schlaf und forderten Gerechtigkeit für von sexualisierter Gewalt Betroffenen in der Schweiz.
«Es ist Zeit für Gerechtigkeit! Im Namen von 41'123 Menschen, über 50 Organisationen und zahlreichen von sexualisierter Gewalt Betroffenen fordern wir Parlamentarier*innen aller Parteien auf, der ‘Nur Ja heisst Ja’-Lösung jetzt zum Durchbruch zu verhelfen», sagte Cyrielle Huguenot, Frauenrechtsverantwortliche bei Amnesty Schweiz. Denis Sorie, Co-Leiter Sexualstrafrecht bei Operation Libero, betonte: «Für sexuelle Handlungen braucht es die Einwilligung aller Beteiligten, sonst handelt es sich um sexualisierte Gewalt. Diese gesellschaftliche Selbstverständlichkeit muss endlich auch den Weg ins Strafrecht finden.»
Dem «Weckruf an das Parlament» schlossen sich Vertreter*innen von Frauen-Parteien und Parlamentarier*innen von links bis rechts an. Sie rufen das Parlament dazu auf, mit der «Nur Ja heisst Ja»-Lösung ein zeitgemässes Sexualstrafrecht zu schaffen.
Der Nationalrat wird am 5. Dezember über die Revision des Sexualstrafrechts befinden. Unlängst hatten sich auch Expert*innen der UNO und des Europarats für eine konsensbasierte Reform des Vergewaltigungstatbestandes in der Schweiz ausgesprochen und vor Schwächen der im Juni noch vom Ständerat favorisierten «Nein heisst Nein»-Lösung gewarnt.
In immer mehr europäischen Ländern gilt «Nur Ja heisst Ja» bereits, so in Belgien, UK, Luxemburg, Island, Malta, Schweden, Griechenland, Zypern, Dänemark, Slowenien, Irland, Kroatien, Finnland und Spanien. Die beiden letzteren Länder haben die Zustimmungslösung dieses Jahr eingeführt. Auch in den Niederlanden sind entsprechende Reformen auf dem Weg.
Medienmitteilung 21. November 2022, Bern – Medienkontakt