Die Sonderausstellung «Queer – Vielfalt ist unsere Natur» im Naturhistorischen Museum Bern thematisiert die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Natur und der Tierwelt, es geht um den menschlichen Körper und die Geschlechtsmerkmale, um den gesellschaftlichen und kulturellen Einfluss auf Queerness und schliesslich um die Frage, wie wir in der Zukunft über Geschlecht und Sexualität denken könnten.
Homosexuelles Verhalten ist bei Tieren verbreitet – man weiss dies inzwischen von über 1500 Arten. Dazu gehören der Grauwal, der Wellensittich, der Elch und das Walliser Schwarznasenschaf.
In der Tierwelt gibt es zudem eine geschlechtliche Vielfalt: Geschlechtswechsel, Jungfernzeugung, nur ein Geschlecht oder gar Tausende Geschlechter, Zwitter… Im Tierreich spricht man von Zwittern, wenn ein Individuum sowohl weibliche als auch männliche Keimzellen ausbildet und die Fähigkeit besitzt, zu befruchten sowie befruchtet zu werden – wie beispielsweise Schnecken und Regenwürmer. Wir erfahren, weshalb der Clownfisch ein trans Superheld ist und wieso der Wasserfloh seit Millionen von Jahren feministisch ist. Es gibt in der Natur keine festgelegten Geschlechterrollen, nichts, das unnatürlich ist.
Neuste Erkenntnisse der Forschung zeigen, dass sich auch das menschliche Geschlecht nicht auf die Kategorien «Mann» und «Frau» reduzieren lässt, sondern sich fliessend zwischen diesen beiden Polen bewegt. Auch beim Menschen existiert also geschlechtliche Vielfalt. Das Festhalten an heteronormativen und binären Denkweisen führt in unserer Gesellschaft weiterhin zu Diskriminierung und Gewalt gegenüber queeren Menschen.
Die Ausstellung thematisiert, welchen Einfluss unsere Gesellschaft auf Queerness und geschlechtliche Vielfalt hat und welche Rolle die neuesten biologischen Erkenntnisse und der gesellschaftliche Wandel spielen. Am «Baum der Bekenntnisse» kann man sich Antworten zu relevanten gesellschaftlichen Fragen anhören – etwa wie queer die Bibel ist. Es wird auch auf neuere gesellschaftliche Entwicklungen innerhalb der queeren Szene eingegangen.
Zum Schluss wirft die Ausstellung einen Blick in die Zukunft: Junge Menschen äussern sich zu Geschlecht und Identität. Und es werden Fragen diskutiert: Wie integriert man inter Menschen in den Profi-Sport? Welche Hürden müssen gebärende Männer meistern? Wie sieht unsere Gesellschaft in 20 Jahren aus?