Es besteht grosse Sorge um den Studenten Menzi Bongeka Bhembe. Er befindet sich seit dem 16. Januar 2024 in Haft und steht auf der Grundlage des Gesetzes zur Bekämpfung des Terrorismus aus dem Jahr 2008 unter Anklage.
Die Polizei nahm Menzi Bongeka Bhembe ohne Haftbefehl im Haus von dessen Familie und in deren Anwesenheit in Ka-Phunga in der Region Shiselweni in Eswatini fest. Er wurde zunächst auf Basis des Strafverfahrens- und Beweisgesetzes inhaftiert und später auf der Grundlage des Gesetzes zur Bekämpfung des Terrorismus (STA) von 2008 angeklagt, u. a. gemäss Abschnitt 11(1) Werbung für oder Unterstützung von einer verbotenen Organisation und zwar im Zusammenhang mit der angeblichen Unterstützung der verbotenen politischen Partei PUDEMO und der Verteilung politischer Flugblätter sowie gemäss Abschnitt 20 Veranstaltung/Teilnahme an einem Treffen zur Unterstützung einer verbotenen Organisation. Diese Anschuldigungen scheinen auf die friedliche Organisierung von Studierenden durch Menzi Bongeka Bhembe zu gründen. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass er eine Gewalttat begangen, geplant oder dazu aufgerufen hat.
Amnesty International ist ausserdem besorgt über die Art und Weise der Festnahme und Inhaftierung von Menzi Bongeka Bhembe, die nicht den internationalen Garantien für ein faires Verfahren entsprach. Insbesondere hielten sich die Behörden nicht an Abschnitt 23 der STA – Genehmigung, Gewahrsamsprotokolle, Standard für angemessene Gründe und gesetzliche Fristen –, und die Verfahren wurden ohne die schriftliche Zustimmung der Generalstaatsanwaltschaft eingeleitet, die gemäss STA-Abschnitt 28(4) für bestimmte Straftaten erforderlich ist. Aus den beigefügten Unterlagen geht hervor, dass die Ermittlungen nach der Festnahme noch monatelang fortgesetzt wurden (gerichtsmedizinische und beweistechnische Arbeiten von März bis Juli 2024), was darauf hindeutet, dass der Fall zum Zeitpunkt der Inhaftierung noch nicht prozessreif war. Am 30. September 2025 wurde Menzi Bongeka Bhembe unter Verletzung der Unschuldsvermutung eine Kautionsstellung verweigert. Diese Mängel sind unvereinbar mit der Verfassung Eswatinis, einschliesslich Abschnitt 16 zu persönlicher Freiheit und Abschnitt 21 zu fairen Verfahren, sowie mit den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen Eswatinis im Rahmen der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker, insbesondere Artikel 6 zur Freiheit und Artikel 7, Abs. 1 a), b) und d) zur Unterrichtung über die Anklagepunkte, Gerichtsverfahren innerhalb einer angemessenen Frist und Unschuldsvermutung. Sie berufen sich auch auf das Recht auf freie Meinungsäusserung, siehe Abschnitt 24 der Verfassung und Artikel 9 der Afrikanischen Charta, soweit die vorgeworfenen Handlungen friedliche politische Äusserungen betreffen.
Trotz wiederholter Aufrufe zum Dialog und zu Reformen findet die Festnahme und fortgesetzte Inhaftierung von Menzi Bongeka Bhembe in einem grösseren Kontext systematischer Unterdrückung in Eswatini statt, in dem der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft und die Behörden zunehmend das Gesetz zur Unterdrückung des Terrorismus (Suppression of Terrorism Act - STA) aus dem Jahr 2008 anwenden, um friedliche abweichende politische Meinungen zu bekämpfen und die Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zu kriminalisieren, was die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit beeinträchtigt.
Die STA enthält eine zu weit gefasste Definition von Terrorismus und wurde weithin dafür verurteilt, dass sie die Verfolgung von politischen Gegner*innen, führenden Studierenden, Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen ermöglicht. Die Festnahme von Menzi Bongeka Bhembe ist Teil eines grösseren Musters, bei dem die Regierung von Eswatini friedliche andere Meinungen als «Terrorismus» bezeichnet, um Festnahmen, Überwachung und lange Untersuchungshaft zu rechtfertigen. Dazu gehören die Ermordung des prominenten Anwalts Thulani Maseko im Jahr 2023 und die Verurteilung der pro-demokratischen Abgeordneten Mduduzi Bacede Mabuza und Mthandeni Dube im Jahr 2024, die aufgrund ähnlicher Antiterror-Anschuldigungen zu 85 bzw. 58 Jahren Haft verurteilt wurden.
Amnesty International hat immer wieder die Aufhebung oder dringende Reform des STA gefordert, um sicherzustellen, dass Eswatini seinen Verpflichtungen aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker nachkommt, die das Recht auf Freiheit, ein faires Verfahren sowie das Recht auf freie Meinungsäusserung und friedliche Versammlung garantieren.
Setzen Sie sich für Menzi Bongeka Bhembe ein: Senden Sie einen Appellbrief → per E-Mail oder X/Twitter oder per Post via die Botschaft (Zielpersonen/Kontakte siehe unter ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE). Posten Sie auch in den sozialen Medien.
→ Frist zum Mitmachen: 9. August 2026.
→ Schreiben Sie in Englisch oder in Ihrer eigenen Sprache.
Bitte setzen Sie noch Ihren Namen (oder Initialen) an das Ende der Nachricht. Sie können die Nachricht gerne auch noch anpassen und z.B. den Namen und die Forderungen hervorheben.
Um zu verhindern, dass die Mails im Spam landen, ist es ratsam, den Betreff zu verändern.
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Exzellenz
Der 26-jährige Menzi Bongeka Bhembe wurde am 16. Januar 2024 festgenommen und auf der Grundlage des Gesetzes zur Bekämpfung des Terrorismus aus dem Jahr 2008 in Eswatini angeklagt. Der Student und Aktivist ist seit mehr als zwei Jahren willkürlich inhaftiert. Eswatini verstösst damit gegen das Recht auf ein rechtsstaatliches Verfahren und versucht offenbar, studentischen Aktivismus zu unterdrücken.
Ich fordere Sie höflich und mit Nachdruck auf, für die sofortige und bedingungslose Freilassung von Menzi Bongeka Bhembe zu sorgen und alle Anklagen gegen ihn fallen zu lassen.
Ich fordere ausserdem, dass das Gesetz zur Bekämpfung des Terrorismus (STA) nicht dazu benutzt wird, friedliche abweichende Meinungen und friedlichen Aktivismus zu kriminalisieren.
Hochachtungsvoll,
Dear Honourable Minister,
I am writing to express concern about the two-year arbitrary detention of Menzi Bongeka Bhembe, a 26-year-old university student and activist who was arrested and charged under Eswatini’s Suppression of Terrorism Act of 2008.
On 16 January 2024, police arrested Menzi Bongeka Bhembe at his family home in Ka-Phunga, in Eswatini’s Shiselweni Region, without a warrant and in the presence of his relatives. He was initially detained under the Criminal Procedure and Evidence Act and later charged under the 2008 Suppression of Terrorism Act (STA), including section 11(1) (soliciting or giving support to a proscribed organisation) related to alleged support for banned political party, PUDEMO and the distribution of political pamphlets, and (in the alternative) section 20 (arranging/attending a meeting in support of a proscribed organisation). These charges appear to stem from Menzi Bongeka Bhembe’s peaceful student organising, and there is no evidence that he committed, planned, or incited any act of violence.
Amnesty International is further concerned by the manner of Menzi Bongeka Bhembe’s arrest and detention, which failed to meet international fair trial safeguards. Specifically, authorities did not comply with STA section 23 (authorisation, custody records, reasonable-grounds standard, and statutory time limits), and proceedings were initiated without the Attorney-General’s written consent required by STA section 28(4) for specified offences. Annexed records show the investigation continued for months after the arrest (forensic and exhibit activity dated March–July 2024), indicating the case was not trial-ready when liberty was curtailed. On 30 September 2025, Menzi Bongeka Bhembe was refused bail, contrary to the presumption of innocence. These defects are incompatible with Eswatini’s Constitution, including section 16 (personal liberty) and section 21 (fair hearing), and with Eswatini’s international human rights obligations under the African Charter on Human and Peoples’ Rights, notably Article 6 (liberty) and Article 7(1)(a), (b) and (d) (being informed of charges, trial within a reasonable time, and presumption of innocence). They also engage the right to freedom of expression (Constitution section 24; African Charter Article 9) insofar as the conduct alleged concerns peaceful political expression.
In light of the above, I urge you to ensure the immediate and unconditional release of Menzi Bongeka Bhembe and to drop all charges against him. I further request that the STA not be used to criminalise peaceful dissent and activism.
Yours sincerely,
Eswatini Government: @EswatiniGovern1
Ministry of Justice: @MoJCA_Eswatini
Prime Minister: @RussellMDlamini
1.)
A Swazi student activist, Menzi Bongeka Bhembe, has been arbitrarily detained for over two years under the Suppression of Terrorism Act without due process. This is not justice. It is repression. We demand his immediate and unconditional release. #FreeMenziNow #JusticeForMenzi #Eswatini #HumanRights [Link to UA]
2.)
Students should be in classrooms, not in prison cells. Menzi Bongeka Bhembe’s arrest under Eswatini’s repressive terrorism law is unlawful. Join us in calling for his release. #FreeMenziNow #Eswatini #YouthVoicesMatter [Link to UA]
3.)
The world must not look away. Eswatini continues to abuse anti-terror laws to silence peaceful dissent. It has shown that when student activist Menzi Bhembe was arrested in January 2024 and remains held in arbitrary detention. Join the call to #FreeMenziNow and end the repression.
#JusticeForMenzi #AcademicFreedom [Link to UA]
#FreeMenziNow
#JusticeForMenzi
#Eswatini
#YouthVoicesMatter
#AcademicFreedom
#StopTheRepression
Justizminister:
Minister of Justice and Constitutional Affairs
Hon. HRH Prince Simelane
E-Mail: simelanedlamini4@gmail.com
mit Kopie an: Under Secretary, Ms. Gugu V.Nsibande
E-Mail: nsibandegugu@yahoo.com
Zusätzliche Zielpersonen:
Zusätzliche Behörden für Appelle via die SoMe:
Eswatini Government: @EswatiniGovern1
Ministry of Justice: @MoJCA_Eswatini
Prime Minister: @RussellMDlamini
Zusätzliche Behörden zum Anschreiben:
Director of Public Prosecution
Ms Lomvula Hlophe
E-Mail: hlomvula@yahoo.com
Inter-Ministerial Office
Mhlambanyatsi/Usuthu Link Road
P.O. Box 10
Mbabane
Eswatini
Fax: (+268) 2404 5617
Generalstaatsanwalt von Eswatini (Attorney-General):
Mbuso Simelane
E-Mail: simelaneme@gmail.com
→ Das Gesetz zur Bekämpfung des Terrorismus sieht die schriftliche Zustimmung des Generalstaatsanwalts vor jeder Festnahme und Inhaftierung gemäss diesem Gesetz vor. Im Fall von Menzi Bhembe wurde diese Schutzmassnahme offenbar umgangen. Der Generalstaatsanwalt sollte aufgefordert werden, jede nachträgliche Legitimierung rechtswidriger Inhaftierung zurückzuweisen und die verfassungsrechtlichen, verfahrensrechtlichen und internationalen Menschenrechtsbestimmungen zu wahren.
Ambassade du Royaume d'Eswatini (Botschaft des Königreichs Eswatini)
Chemin William Barbey 51
1292 Chambésy
Fax: 022 758 94 24
E-Mail: contact@missionofeswatini.ch
→
Weltweite Briefzustellung: Der Versand von Briefen ist in fast alle Länder möglich. Trotzdem kann der Zustellservice aus unterschiedlichen Gründen zeitweise eingestellt werden. Wir aktualisieren die Infos soweit möglich. Bitte prüfen Sie vorher bei der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden:
Verkehrseinschränkungen ›
DRUCKFERTIGE MODELLBRIEFE (WORD):
• MODELLBRIEF DEUTSCH 007/26
• MODEL LETTER ENGLISH 007/26
DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT (WORD-DATEI):
(Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief)
• UA 007/26 – DEUTSCH
• UA 007/26 – ENGLISH
→ Versandmöglichkeiten und Zielperson(en) siehe: ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Verwenden Sie unsere Briefvorschläge oder schreiben Sie in Ihren Worten.
→ Portokosten für Briefversand: Europa = CHF 1.90 / alle übrigen Länder = CHF 2.50
→ Weitere Informationen zum Mitmachen bei den Urgent Actions finden Sie hier
English version (click on title to open):
Menzi Bongeka Bhembe, a 26-year-old university student and activist, was arrested on 16 January 2024 and charged under Eswatini’s 2008 Suppression of Terrorism Act. He has been held in arbitrary detention for over two years in violation of due process guarantees, in what appears to be a politically motivated attempt to suppress student activism. Eswatini authorities must immediately and unconditionally release Menzi Bongeka Bhembe and drop all charges against him as he is detained solely for the peaceful exercise of his human rights.
Despite repeated calls for dialogue and reform, Menzi Bongeka Bhembe’s arrest and continued detention takes place in a broader context of systemic repression in Eswatini, with a shrinking civic space and where the authorities have increasingly used the Suppression of Terrorism Act (STA) of 2008 to target peaceful political dissent and criminalise freedom of expression, association, and assembly, contributing to a chilling effect on human rights and the rule of law.
The STA contains overly broad definitions of terrorism and has been widely condemned for enabling the persecution of political opponents, student leaders, journalists, and human rights defenders. The arrest of Menzi Bongeka Bhembe is part of a larger pattern in which the Eswatini government labels peaceful dissent as «terrorism» to justify arrests, surveillance, and lengthy pre-trial detention. This includes the 2023 assassination of prominent lawyer Thulani Maseko and the 2024 convictions of pro-democracy MPs Mduduzi Bacede Mabuza and Mthandeni Dube, who were sentenced to 85 and 58 years respectively under similar anti-terrorism charges.
Amnesty International has consistently called for the repeal or urgent reform of the STA to ensure compliance with Eswatini’s obligations under the International Covenant on Civil and Political Rights and the African Charter on Human and Peoples’ Rights, which guarantee the rights to liberty, a fair trial, and freedom of expression and peaceful assembly.
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Please also take action on Social Media (guide see above).
→ SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Please take action before 9 August 2026.
→ Preferred language: English. You can also write in your own language.