Auf die venezolanischen Menschenrechtsverteidiger Yendri Omar Velásquez Rodríguez und Luis Alejandro Peche Arteaga wurden am 13. Oktober 2025 in Bogotá von Unbekannten Schüsse abgegeben. Yendri Velásquez hatte bereits bei seiner Einreise nach Kolumbien internationalen Schutz beantragt, da die venezolanischen Behörden schwere Menschenrechtsverletzungen gegen ihn begangen hatten. Er war aus Venezuela geflohen, um weiteren Repressionen zu entgehen. Da ihm die kolumbianischen Behörden den internationalen Schutz verweigerten, wurde ihm der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, wie medizinischer Versorgung oder einer Wohnung, erschwert. Somit war er einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Luis Peche besitzt die venezolanische und kolumbianische Staatsbürgerschaft. Auch er ist wegen seines politischen Engagements und seines Eintretens für die Menschenrechte in Venezuela gefährdet.
In Bogotá setzten sich Yendri Velásquez und Luis Peche weiterhin für die Menschenrechte in Venezuela ein, bis sie am 13. Oktober 2025 von bewaffneten Unbekannten angegriffen wurden. Sie erlitten mehrere Schussverletzungen und mussten sofort medizinisch versorgt werden. Die kolumbianischen Behörden – das Bürgermeisteramt von Bogotá, die Nationale Schutzeinheit (UNP) und die Nationale Polizei – gewährten ihnen daraufhin vorübergehende Schutzmassnahmen.
Die UNP ist die zuständige Stelle für den Schutz von Yendri Velásquez und Luis Peche. Amnesty International, deren Mitglied Yendri Velásquez ist, wurde darüber informiert, dass das Verfahren zu seiner Risikoeinschätzung und zur Festlegung kontinuierlicher Schutzmassnahmen inzwischen begonnen hat. Mehr als drei Monate nach dem Angriff bestehen jedoch sowohl für Yendri Velásquez als auch für Luis Peche weiterhin nur befristete Schutzmassnahmen, die ihrer Gefährdungslage nicht gerecht werden, und die jederzeit aufgehoben werden könnten.
In Venezuela herrscht seit mehr als einem Jahrzehnt eine schwere Menschenrechtskrise. In dieser Zeit hat Amnesty International schwere Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsverbrechen – einschliesslich Verbrechen gegen die Menschlichkeit – der venezolanischen Behörden dokumentiert, die eine komplexe humanitäre Notlage verursacht haben und in deren Folge mehr als 25% der Bevölkerung das Land verlassen haben. Seit den Präsidentschaftswahlen im Juli 2024 hat sich die Unterdrückung von Menschenrechtsverteidiger*innen, politischen Dissident*innen und Personen, die als Dissident*innen wahrgenommen werden, weiter verschärft. Innerhalb weniger Tage wurden mindestens 2'200 Personen aus politischen Gründen willkürlich festgenommen, einige der Betroffenen fielen dem Verschwindenlassen zum Opfer. Ausserdem wurden systematisch willkürliche Strafverfahren eingeleitet, die sich auf unbegründete Terrorismusanschuldigungen und anderen Anklagen stützen.
Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Foro Penal werden in Venezuela weiterhin mindestens 777 Personen aus politischen Gründen willkürlich in Haft gehalten. Unter ihnen befindet sich der kolumbianische Staatsangehörige Danner Barajas, der am 7. November 2024 willkürlich festgenommen wurde und monatelang ein Opfer des Verschwindenlassens war. Derzeit ist er im Gefängnis Rodeo I in Venezuela inhaftiert.
Kolumbien ist zum wichtigsten Zielland für Venezolaner*innen geworden, die internationalen Schutz suchen. Nach Angaben der kolumbianischen Einwanderungsbehörde Migración Colombia lebten im November 2025 rund 2,9 Millionen Menschen aus Venezuela im Land. Obwohl die kolumbianischen Behörden Massnahmen zur Regulierung ihres Migrationsstatus ergriffen haben, bestehen in diesen Prozessen nach wie vor erhebliche Hindernisse und Barrieren. Darüber hinaus erkennen die Behörden nach wie vor nicht an, dass Menschen, die aus Venezuela fliehen, grundsätzlich internationalen Schutz benötigen und Anspruch darauf haben, da ihr Leben, ihre Sicherheit und ihre Freiheit bei einer Rückkehr bedroht sind.
Obwohl es nicht der meistgenutzte Weg ist, um in Kolumbien zu bleiben, hat das System zur Bestimmung des Asyl- und Flüchtlingsstatus einen erheblichen Rückstau und ist nicht in der Lage, die Schutzverpflichtungen des Staates angemessen zu erfüllen. Die Antragsteller*innen sehen sich unter anderem mit langen Wartezeiten und Einschränkungen beim Zugang zu wesentlichen Rechten konfrontiert, wie etwa der Möglichkeit zu arbeiten, während sie auf eine Entscheidung warten. In diesem Zusammenhang bemühen sich die im Exil lebenden venezolanischen Menschenrechtsverteidiger*innen, die zu den am stärksten gefährdeten Personen gehören und internationalen Schutz am dringendsten benötigen, weiterhin ihr Recht auf Verteidigung der Menschenrechte wahrzunehmen.
Setzen Sie sich für Yendri Velásquez und Luis Peche ein: Senden Sie einen Appellbrief → per Postversand. (Zielpersonen/Kontakte siehe unter ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE). Posten Sie auch in den sozialen Medien.
→ Frist zum Mitmachen: 30. April 2026.
→ Schreiben Sie in Spanisch oder in Ihrer eigenen Sprache.
Sehr geehrter Herr Direktor Rodríguez
Am 13. Oktober 2025 wurden die venezolanischen Menschenrechtsverteidiger Yendri Velásquez und Luis Peche in Bogotá angegriffen. Beide wurden durch Schüsse schwer verletzt. Seitdem sind sie dringend auf umfassende und kontinuierliche Schutzmassnahmen angewiesen. Obwohl ihnen die zuständige Nationale Schutzeinheit (UNP) und der Bürgermeister von Bogotá umfassende Massnahmen versprochen hatten, sind diese auch drei Monate nach dem Angriff noch völlig unzureichend.
Ich fordere Sie höflich auf, den Prozess der Risikobewertung für Yendri Velásquez und Luis Peche unverzüglich voranzutreiben und ihnen umfassende, kontinuierliche und individuelle Schutzmassnahmen zu gewähren. Diese Massnahmen müssen mit ihnen abgestimmt werden und ihre besondere Situation, einschliesslich ihres Status' als venezolanische Menschenrechtsverteidiger im kolumbianischen Exil, umfassend berücksichtigen.
Hochachtungsvoll,
Dear Mr. Director,
I am writing to express my deep concern about the situation of Yendri Omar Velásquez Rodríguez and Luis Alejandro Peche Arteaga, Venezuelan human rights defenders who were attacked on 13 October 2025 in Bogotá.
Upon entering Colombia, Mr. Velásquez requested international protection due to serious human rights violations committed by the Venezuelan authorities against him, and having fled that country to avoid further repression. While Mr. Peche has dual nationality as Venezuelan and Colombian, he has also been at risk for his advocacy regarding the human rights situation in Venezuela and his political activism. The lack of international protection, despite their requests to Colombian authorities, caused Mr. Velásquez difficulties to access basic services as healthcare and a place to live, increasing his risks.
While in Bogotá, Mr. Velásquez and Mr. Peche continued exercising their right to defend human rights, until they were attacked by unidentified armed assailants on 13 October. They sustained multiple gun-shot wounds and required urgent medical care. Since then, the Colombian authorities—through the Mayor’s Office of Bogotá, the National Protection Unit (UNP), and the National Police—have granted them temporary protection measures in response to the evident risks they face.
It has been clear, since the beginning, that the UNP is the public entity most responsible for providing protection to Mr. Velásquez and Mr. Peche. Amnesty International, of which Mr. Velásquez is part of, has been informed that the administrative process to assess their risk and determine stable protection measures has begun. However, more than three months after the attack, both Mr. Velásquez and Mr. Peche remain under temporary measures that are insufficient to address their situation and may be lifted at any time.
I urge you to advance promptly with the risk assessment process for Mr. Velásquez and Mr. Peche, and to provide them with comprehensive, stable, and individualized protection measures. These measures must be concerted with them and fully address their specific circumstances, including their status as Venezuelan human rights defenders living in exile in Colombia.
Yours sincerely,
Señor Director:
Me dirijo a usted para expresarle mi honda preocupación por la situación de Yendri Omar Velásquez Rodríguez y Luis Alejandro Peche Arteaga, defensores venezolanos de los derechos humanos que fueron atacados el 13 de octubre de 2025 en Bogotá. Al entrar en Colombia, Yendri Velásquez solicitó protección internacional a causa de las graves violaciones de derechos humanos cometidas contra él por las autoridades venezolanas; había huido del país para evitar una mayor represión. Respecto a Luis Peche, aunque tiene doble nacional venezolana-colombiana, también ha corrido peligro a causa de su trabajo de incidencia sobre la situación de los derechos humanos en Venezuela y su activismo político. La falta de protección internacional, a pesar de las solicitudes que ambos presentaron a las autoridades colombianas, ha causado a Yendri Velásquez dificultades para acceder a servicios básicos tales como atención médica y un lugar donde vivir, lo que aumenta el riesgo que corre.
Durante su estancia en Bogotá, Yendri Velásquez y Luis Peche siguieron ejerciendo su derecho a defender los derechos humanos, hasta que fueron atacados por agresores armados no identificados el 13 de octubre. Ambos sufrieron múltiples heridas de bala y necesitaron atención médica urgente. Desde entonces, las autoridades colombianas —a través de la Alcaldía de Bogotá, la Unidad Nacional de Protección y la Policía Nacional— les han otorgado medidas de protección temporales en respuesta al riesgo evidente que corren.
Desde el principio ha quedado claro que la UNP es la principal entidad responsable de brindar protección a Yendri Velásquez y Luis Peche. Amnistía Internacional, a la que pertenece Yendri Velásquez, ha sido informada de que se ha iniciado el proceso administrativo para evaluar el riesgo que corren los dos defensores y determinar medidas estables de protección. Sin embargo, más de tres meses después del ataque, tanto Yendri Velásquez como Luis Peche siguen bajo medidas temporales que son insuficientes para abordar su situación y que pueden ser levantadas en cualquier momento.
Lo insto a avanzar sin demora con el proceso de evaluación de riesgos para Yendri Velásquez y Luis Peche, y a proporcionarles medidas de protección integrales, estables e individualizadas. Estas medidas deben ser concertadas con ellos y deben abordar plenamente sus circunstancias específicas, incluida su condición como defensores de los derechos humanos venezolanos que viven exiliados en Colombia.
Atentamente,
🚨Urgent Action🚨
The Venezuelan activists Yendri Velasquez and Luis Peche were victims of an attempt of murder in Bogotá #Colombia, a crime still not clarified by @FiscaliaCol. They need comprehensive protection by @UNPColombia. [Link to UA]
Direktor der staatlichen Einheit zum Personenschutz:
Augusto Rodríguez Ballesteros
Director Unidad Nacional de Protección
Carrera 44 No. 20-21
Bogotá, D.C
Colombia
Botschaft der Republik Kolumbien
Zieglerstrasse 29
3007 Bern
Fax: 031 350 14 09
E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co
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Weltweite Briefzustellung: Der Versand von Briefen ist in fast alle Länder möglich. Trotzdem kann der Zustellservice aus unterschiedlichen Gründen zeitweise eingestellt werden. Wir aktualisieren die Infos soweit möglich. Bitte prüfen Sie vorher bei der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden:
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DRUCKFERTIGE MODELLBRIEFE (WORD):
• MODELLBRIEF DEUTSCH 008/26
• MODEL LETTER ENGLISH 008/26
• MODELO DE CARTA ESPAÑOL 008/26
DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT (WORD-DATEI):
(Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief)
• UA 008/26 – DEUTSCH
• UA 008/26 – ENGLISH
→ Versandmöglichkeiten und Zielperson(en) siehe: ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Verwenden Sie unsere Briefvorschläge oder schreiben Sie in Ihren Worten.
→ Portokosten für Briefversand: Europa = CHF 1.90 / alle übrigen Länder = CHF 2.50
→ Weitere Informationen zum Mitmachen bei den Urgent Actions finden Sie hier
English version (click on title to open):
On 13 October 2025, Yendri Velásquez and Luis Peche, Venezuelan human rights defenders, suffered an armed attack in Bogotá. More than three months later, they continue to depend on temporary and limited protection measures provided by the National Protection Unit (UNP in Spanish) and the Mayor’s Office of Bogotá, despite UNP’s vowing to implement comprehensive and stable protection measures after the at-tack. We urge the Colombian authorities to ensure full and effective protection for Yendri and Luis.
Venezuelans have faced a severe human rights crisis for more than a decade. During this period, Amnesty International has documented grave human rights violations and international law crimes —including crimes against humanity— committed by Venezuelan authorities and causing an ongoing humanitarian emergency that has forced over 25% of the population to flee the country. Since the July 2024 presidential elections, repression against human rights defenders, political dissidents and people perceived as dissidents has intensified, leading to at least 2,200 politically motivated arbitrary detentions in just a few days, some amounting to enforced disappearances, and systematic use of arbitrary criminal proceedings based on unfounded accusations of «terrorism» and other charges.
As of 19 January 2026, at least 777 individuals remain arbitrarily detained for political reasons, according to Venezuelan NGO Foro Penal. Amongst them, the Colombian national Danner Barajas, who was arbitrarily detained on 7 November 2024 and subjected to enforced disappearance for months. He is currently being held in Rodeo I prison in Venezuela.
Colombia has become the principal destination for Venezuelans looking for international protection, with approximately 2.9 million people currently residing in the country according to Migración Colombia (immigration authority) as of November 2025. Although Colombian authorities have adopted measures to regularize their migration status, significant barriers and obstacles persist throughout these processes. Moreover, the authorities continue to fall short in recognizing that those fleeing Venezuela need, and are entitled to, international protection, due to the serious risks to their life, security, and freedom if they return.
Despite not being the primary pathway to remain in Colombia, the country’s asylum and refugee status determination system is severely backlogged and unable to adequately fulfil the State’s protection obligations. Applicants face prolonged waiting periods and restrictions on access to essential rights—such as the ability to work while waiting for a decision—among other obstacles. In this context, Venezuelan human rights defenders living in exile, who are among those at greatest risk and in greatest need of international protection, continue striving to exercise their right to defend human rights.
Write an appeal in your own words or use the model letter below. You find a ready-to-print model letter under
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→ Addresses see above in ADRESSEN
Please also take action on Social Media (guide see above).
→ SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Please take action before 30 April 2026.
→ Preferred language: Spanish. You can also write in your own language.