Zuvor hatte die Regierung die Büros von Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil in Tacloban durchsucht. Die beiden Frauen haben Berufung gegen ihre Verurteilung eingelegt. Ihr Antrag auf Freilassung gegen Kaution wurde am 16. Februar abgelehnt. Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil gehören zusammen mit drei weiteren Personen zu den «Tacloban 5», die bei Razzien festgenommen wurden. Marissa Cabaljao und Mira Legion wurden im Jahr 2020 gegen Kaution freigelassen.
Amnesty International fordert die philippinischen Behörden auf, Alexander Philip «Chakoy» Abinguna, Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil unverzüglich und bedingungslos freizulassen und die Verfolgung der «Tacloban 5» sofort zu beenden.
Die Journalistin Frenchie Mae Cumpio, die Gemeindearbeiterin Marielle Domequil und der Menschenrechtsverteidigers Alexander Philip «Chakoy» Abinguna sind immer noch willkürlich inhaftiert. Alexander Philip «Chakoy» Abinguna, Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil gehören zu den sogenannten «Tacloban 5», die im Februar 2020 bei mutmasslich rechtswidrigen Razzien in ihren Büros in Tacloban festgenommen wurden und sich seitdem in Haft befinden. Am 22. Januar 2026 wurden Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil wegen angeblicher Terrorismusfinanzierung zu Haftstrafen von 12 bzw. 18 Jahren verurteilt. Vom Vorwurf des illegalen Besitzes von Schusswaffen und Sprengstoff wurden sie freigesprochen. Die beiden Frauen beantragten bis zum Ausgang ihres Berufungsverfahrens die Freilassung gegen Kaution. Dies wurde jedoch am 16. Februar abgelehnt. In dem Verfahren gegen Alexander Philip «Chakoy» Abinguna wegen illegalen Besitzes von Schusswaffen und Sprengstoff gibt es keine nennenswerten Fortschritte.
Sechs Jahre willkürliche Inhaftierung sind ein Hohn auf die Gerechtigkeit. Die «Tacloban 5» hätten gar nicht erst inhaftiert werden dürfen. Bei den Polizeirazzien im Jahr 2020, die zu ihrer Festnahme führten, soll es zu Unregelmässigkeiten gekommen sein, u. a. waren bei der Durchsuchung ihrer Zimmer keine Zeug*innen anwesend und Beweise wie Schusswaffen und Sprengstoff sollen dort platziert worden sein. Soweit bekannt, hat es keine wirksamen Untersuchungen zu diesen Vorwürfen gegeben.
Darüber hinaus erklärte das philippinische Berufungsgericht im November 2025 das Verfahren gegen Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil für nichtig, da es keine ausreichenden Beweise dafür gebe, dass sie Mitglieder der bewaffneten Gruppe New People's Army seien, wie die Polizei im Rahmen ihrer Praxis der Diffamierung von Journalist*innen und Aktivist*innen (Red-Tagging) behauptet hatte. Das Gericht bezeichnete den Fall sogar als eine «voreilige Bezeichnung von Menschenrechtsverteidiger*innen als Terrorist*innen».
Gemeindejournalistin Frenchie Mae Cumpio; Mariel Domequil von den Landmissionaren der Philippinen; die Sprecherin des People Surge Network Marissa Cabaljao; Mira Legion, Mitglied der Bagong Alyansang Makabayan (Neue Patriotische Allianz) im Osten der Inselgruppe Visayas und Alexander Philip Abinguna, Nationalratsmitglied für die Menschenrechtsorganisation Karapatan. wurden bei zeitgleichen Durchsuchungen am 7. Februar 2020 in Tacloban festgenommen.
Berichten zufolge richtete das Durchsuchungsteam seine Schusswaffen auf die fünf Personen, bevor es sie aufforderte, ihre Zimmer zu verlassen, um dann die Durchsuchung ohne Zeug*innen durchzuführen. Die fünf gaben an, dass das Durchsuchungsteam Beweise platziert habe, darunter Schusswaffen und Sprengstoff, die angeblich auf ihren Betten gefunden wurden – eine Praxis der Sicherheitskräfte, die auf den Philippinen weithin dokumentiert ist, um Aktivist*innen aufgrund von nicht anfechtbaren Anschuldigungen festzunehmen und ihre Aktivitäten zu behindern.
Seit 2016, erst unter dem ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte und heute unter der Regierung von Präsident Ferdinand Marcos Jr., sind Menschenrechtsverteidiger*innen und politische Aktivist*innen immer wieder Schikanen, Drohungen und Angriffen ausgesetzt, einschliesslich rechtswidriger Tötungen. Viele dieser Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen gehören Organisationen an, die von der Regierung oder unbekannten Personen im Zuge des «Red-Tagging» beschuldigt wurden, eine Tarnung für kommunistische Gruppen zu sein, eine Anschuldigung, die sie wiederholt zurückgewiesen haben. In der sich verschlechternden Menschenrechtsbilanz der Philippinen wurde am 4. Juni 2020 der Bericht des UN-Menschenrechtsrats vorgestellt. Darin hiess es, dass «Menschenrechtsverteidiger*innen seit fast 20 Jahren verbale und tätliche Angriffe erleiden, bedroht und strafrechtlich verfolgt werden». Es wird auch die Praxis des «Red-Tagging» darin erwähnt, die «eine ernste Bedrohung der Zivilgesellschaft und der Meinungsfreiheit darstellt».
Trotz wiederholter Aufforderungen von UN-Mitgliedstaaten im Rahmen einer Überprüfung der philippinischen Menschenrechtslage im November 2022, diese Praxis zu beenden, wurde das «Red-Tagging» auch unter der Marcos-Regierung fortgesetzt. In verschiedenen Schulforen, an denen Angehörige der Sicherheitskräfte teilnahmen, wurden die Schüler*innen beispielsweise davor gewarnt, sich Jugendorganisationen anzuschliessen, die von den Sicherheitskräften beschuldigt wurden, «Frontorganisationen» der Kommunistischen Partei der Philippinen und ihres bewaffneten Flügels, der Neuen Volksarmee, zu sein. Auch andere Zielgruppen und Einzelpersonen – darunter Journalist*innen, Mitarbeiter*innen in der Entwicklungszusammenarbeit, Anwält*innen, Aktivist*innen und indigene Völker – wurden weiterhin auf der Grundlage des Antiterrorgesetzes und des Gesetzes zur Verhinderung und Unterdrückung der Terrorismusfinanzierung (Terrorism Financing Prevention and Suppression Act) mit «Red-Tagging» versehen oder strafrechtlich verfolgt.
Setzen Sie sich für Frenchie Mae Cumpio, Marielle Domequil und Alexander Philip 'Chakoy' Abinguna ein: Senden Sie einen Appellbrief → per Post, E-Mail, X/Twitter / Facebook oder Instagram (Zielpersonen/Kontakte siehe unter ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE). Posten Sie auch in den sozialen Medien.
→ Frist zum Mitmachen: 26. August 2026.
→ Schreiben Sie in Englisch oder in Ihrer eigenen Sprache.
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Sehr geehrter Herr Präsident
Ich möchte hiermit meine Besorgnis darüber zum Ausdruck bringen, dass die Journalistin Frenchie Mae Cumpio, die Gemeindearbeiterin Marielle Domequil und der Menschenrechtsverteidiger Alexander Philip «Chakoy» Abinguna seit sechs Jahren willkürlich inhaftiert sind.
Alexander Philip «Chakoy» Abinguna, Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil gehören zu den sogenannten «Tacloban 5», die im Februar 2020 bei mutmasslich rechtswidrigen Razzien in ihren Büros in Tacloban festgenommen wurden und sich seitdem in Haft befinden. Am 22. Januar 2026 wurden Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil wegen angeblicher Terrorismusfinanzierung zu Haftstrafen von 12 bzw. 18 Jahren verurteilt. Vom Vorwurf des illegalen Besitzes von Schusswaffen und Sprengstoff wurden sie freigesprochen.
Die «Tacloban 5» hätten gar nicht erst inhaftiert werden dürfen. Bei den Polizeirazzien im Jahr 2020, die zu ihrer Festnahme führten, waren bei der Durchsuchung ihrer Zimmer keine Zeug*innen anwesend und Beweise wie Schusswaffen und Sprengstoff sollen dort platziert worden sein.
Darüber hinaus erklärte das philippinische Berufungsgericht im November 2025 das Verfahren gegen Frenchie Mae Cumpio und Marielle Domequil für nichtig, da es keine ausreichenden Beweise dafür gebe, dass sie Mitglieder der bewaffneten Gruppe New People's Army seien, wie die Polizei im Rahmen ihrer Praxis der Diffamierung von Journalist*innen und Aktivist*innen (Red-Tagging) behauptet hatte. Das Gericht bezeichnete den Fall sogar als eine «voreilige Bezeichnung von Menschenrechtsverteidiger*innen als Terrorist*innen».
Ich fordere Sie deshalb höflich auf, die Strafverfolgung der «Tacloban 5» durch die sofortige Einstellung der Anklagen gegen sie zu beenden und sicherzustellen, dass Alexander Philipp Abinguna, Frenchie Mae Cumpio und Mariel Domiquil sofort und bedingungslos freigelassen werden.
Bitte beenden Sie die gefährliche und bisweilen tödliche Praxis des «Red-Tagging» (Diffamierung als Terrorist*innen/Kommunist*innen) und sorgen Sie für ein sicheres und förderliches Umfeld für Journalist*innen, Aktivist*innen, humanitäre Helfer*innen und Menschenrechtsaktivist*innen, damit sie ihrer wichtigen Arbeit ohne Angst vor Belästigung, Einschüchterungen und Kriminalisierung nachgehen können.
Hochachtungsvoll,
Dear President Marcos,
I am writing to you concerning the continued and prolonged arbitrary detention of journalist Frenchie Mae Cumpio, community worker Marielle Domequil and human rights defender Alexander Philip «Chakoy» Abinguna.
Part of the so-called «Tacloban 5» arrested in allegedly illegal raids of their offices in Tacloban City in February 2020, Alexander Philip «Chakoy» Abinguna, Frenchie Mae Cumpio and Marielle Domequil have been detained ever since. On 22 January, Frenchie Mae Cumpio and Marielle Domequil were convicted on trumped-up terrorism financing charges and sentenced from 12 to 18 years in prison but were acquitted in the charge of illegal possession of firearms and explosives. Pending their appeal of their conviction, the two applied for bail but this was denied on 16 February. There has not been any significant progress in the case against Alexander Philip «Chakoy» Abinguna concerning charges of illegal possession of firearms and explosives.
Six years in arbitrary detention is a travesty of justice, but the «Tacloban 5» should not have been jailed in the first place. There were allegations of irregularities during the 2020 police raids that resulted in their arrest, including the absence of witnesses when their rooms were searched and the planting of evidence such as firearms and explosives against them. There have not been any effective investigations into these allegations that I am aware of.
Moreover, in nullifying the forfeiture case against Frenchie Mae Cumpio and Marielle Domequilin November 2025, the Philippine Court of Appeals said there is insufficient evidence that they are members of the armed group New People’s Army, as the police had alleged as part of their dangerous «red-tagging» practice. The court even described the case as a «hasty labelling of human rights advocates as terrorists».
I therefore urge you, as the President of the Philippines, and your government to:
Yours sincerely,
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Arrested during allegedly illegal raids in Feb 2020. Arbitrarily detained for 6 years and counting with bail recently denied. This travesty of justice must end now. #FreeFrenchieMae #FreeMarielle #FreeChakoy
Journalists, human rights and humanitarian workers are not terrorists. They should be supported and encouraged, not persecuted. #FreeFrenchieMae #FreeMarielle #FreeChakoy
#Philippines as #ASEAN chair must set a good example for human rights protection. End detention of human rights defenders. Stop criminalizing journalism, human rights work. #FreeFrenchieMae #FreeMarielle #FreeChakoy
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On 22 January, journalist Frenchie Mae Cumpio and community worker Marielle Domequil were convicted on trumped-up terrorism financing charges and sentenced from 12 to 18 years in prison. They have been detained for over five years, since 7 February 2020, following government raids on their offices in Tacloban City, Philippines. As they appeal their conviction, their bail application was denied on 16 February. Frenchie Mae Cumpio and Marielle Domequil are part of the «Tacloban 5», along with three others arrested in simultaneous raids. Human rights defender Alexander Philip «Chakoy» Abinguna has also been detained since 2020 and his case is still pending. Marissa Cabaljao and Mira Legion were granted bail in 2020. We call on the Philippine authorities to immediately and unconditionally release Alexander Philip «Chakoy» Abinguna, Frenchie Mae Cumpio and Marielle Domequil and immediately end the persecution of the «Tacloban 5».
Community journalist Frenchie Mae Cumpio, community worker Mariel Domequil from the Rural Missionaries of the Philippines, People Surge Network Spokesperson Marissa Cabaljao, Mira Legion from Bagong Alyansang Makabayan-Eastern Visayas, and Karapatan National Council member Alexander Philip «Chakoy» Abinguna were arrested on 7 February 2020 in simultaneous raids in Tacloban City. They have been collectively referred to as the «Tacloban 5».
Allegations of irregularities were raised around the circumstances of the raids in 2020. Police and military officers raided their offices at around 1 am on 7 February 2020. It was reported that the raiding team pointed their firearms at the five, before asking them to leave their rooms to then conduct the search without any witness. The five also alleged that the raiding team planted evidence, including fire-arms and explosives allegedly found on their beds, a practice by security forces that has been widely documented in the Philippines to arrest activists on non-bailable charges and hinder their activities.
Since 2016, under former President Rodrigo Duterte and until now under the administration of President Ferdinand Marcos Jr, human rights defenders and political activists have been increasingly subjected to repeated harassment, threats and attacks, including unlawful killings. Many of these defenders and activists belong to organizations that the government or unknown individuals have «red-tagged» or accused of being fronts for communist groups, an accusation that they have repeatedly denied. In a 2020 report, the UN Human Rights Council stated that «human rights defenders have been subject to verbal and physical attacks, threats and legal harassment for nearly 20 years». It also noted the phenomenon of «red-tagging» that has «posed a serious threat to civil society and the right to freedom of expression».
Red-tagging has continued under the Marcos administration, despite repeated calls from UN member states to end the practice during a review of the Philippines’ human rights record in November 2022. In various school forums attended by members of security forces, for example, students were warned against joining youth organizations that security forces had accused of being «front organizations» of the Communist Party of the Philippines and its armed wing, the New People’s Army. Other targeted groups and individuals – including journalists, development workers, lawyers, activists and Indigenous Peoples – also continued to be red-tagged or prosecuted using the twin laws of the Anti-Terrorism Act and the Terrorism Financing Prevention and Suppression Act.
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