Mario Guevara wurde trotz seiner Identifizierung als Pressevertreter am 14. Juni 2025 von Angehörigen der Polizei in Doraville im US-Bundesstaat Georgia festgenommen, als er per Livestream von einer «No Kings»-Protestkundgebung berichtete. Er wurde wegen geringfügiger Verstösse angeklagt. Mario Guevara besitzt eine gültige Arbeitserlaubnis für die USA, dennoch übergab ihn die Polizei an Angehörige der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, um ein Ausweisungsverfahren einzuleiten.
Mario Guevara wurde mehr als 100 Tage lang in der ICE-Hafteinrichtung Folkston Processing Center im Bundesstaat Georgia festgehalten, davon 69 Tage in Einzelhaft. Am 1. Oktober lehnte ein Berufungsgericht einen Eilantrag zur Aussetzung des Abschiebungsbefehls ab.
Obwohl sich einige grosse Menschenrechtsorganisationen für ihn einsetzten und trotz der Appelle seiner Familie und einer anhängigen Haftprüfung (habeas corpus), wurde Mario Guevara am 3. Oktober frühmorgens nach El Salvador abgeschoben, ohne dass er sich vorher persönlich von seiner Familie verabschieden konnte.
Vielen Dank allen, die versucht haben, die Abschiebung zu verhindern. Amnesty International wird den Fall weiter verfolgen und gegebenenfalls weitere Aktionen einleiten.
«Die Abschiebung des Journalisten Mario Guevara ist eine schwere Ungerechtigkeit und ein weiterer Angriff der Trump-Administration auf die Menschenrechte, einschliesslich der Pressefreiheit, willkürliche Inhaftierungen und der Rechtsstaatlichkeit. Herr Guevara, der in den USA arbeiten durfte, wurde im Juni festgenommen, als er mit Presseausweis über eine Protestaktion berichtete. Vor seiner Abschiebung war er seit Juni willkürlich inhaftiert, unter anderem in längerer Einzelhaft, was ernsthafte Menschenrechtsbedenken aufwirft.»
Paul O’Brien, Exekutivdirektor von Amnesty International USA
Siehe auch die Pressemitteilung von Amnesty USA:
Deporting Journalist Mario Guevara Sends Chilling Message: Reporters in the U.S. Can be Silenced and Deported for Doing Their Job