29.9.2025 / Eine gute Nachricht: Am 22. September wurde der jamaikanische Staatsbürger Orville Etoria aus der Haft in Eswatini entlassen und ist nun in Jamaika angekommen. Seine Freilassung ist zwar zu begrüssen, tilgt aber nicht die erlittenen Menschenrechtsverletzungen. Die vier anderen Männer – Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen und Phone Chomsavanh – befinden sich weiterhin willkürlich in Haft. Ihr Fall soll am 30. September erneut vor Gericht verhandelt werden. Die Behörden haben noch immer keine Rechtsgrundlage für die Inhaftierungen vorgelegt, und den Männern fehlen weiterhin die Mindestgarantien in Form von Familienkontakt, vertraulichem Zugang zu Anwälten, medizinischer Versorgung und Schutz vor Zurückweisung.
Die Freilassung von Orville Etoria zeigt, dass Druck wirkt. Anlässlich des Gerichtstermins morgen sind weitere UA-Appelle entscheidend, um die Rechte der verbleibenden vier Männer zu schützen. Vielen Dank für Ihr anhaltendes Engagement!
Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria wurden am 16. Juli 2025 im Rahmen einer gross angelegten Abschiebekampagne aus den USA nach Eswatini abgeschoben und befinden sich dort willkürlich in Haft.
Roberto Mosquera Del Peral stammt aus Kuba, Kassim Saleh Wasil aus dem Jemen, Dung Tien Nguyen aus Vietnam, Phone Chomsavanh aus Laos und Orville Etoria aus Jamaika. Berichten zufolge werden sie in einem Hochsicherheitsgefängnis in Matsapha festgehalten, doch die Behörden haben bisher weder ihren Aufenthaltsort bestätigt noch die Rechtsgrundlage für ihre Inhaftierung mitgeteilt.
Die fünf Männer sind seit zwei Monaten ohne Zugang zu ihren Rechtsbeiständen inhaftiert. Dies läuft sowohl dem Völkerrecht als auch der Verfassung Eswatinis zuwider und könnte Folter und anderen Misshandlungen Vorschub leisten. Es besteht daher verstärkt Sorge um ihre Gesundheit und ihre Sicherheit.
Zu Beginn dieses Jahres startete US-Präsident Donald Trump eine gross angelegte Abschiebekampagne, die sich gegen Millionen von Migrant*innen und Schutzsuchenden richtet. Die US-Regierung ist auf der Grundlage des Völkerrechts dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass durch ihre Einwanderungspolitik keine Menschenrechtsverletzungen begangen werden oder das Risiko solcher Verletzungen erhöht wird. Die USA haben zwar die Befugnis, die Einwanderung zu regulieren, müssen dies jedoch im Rahmen ihrer internationalen Menschenrechtsverpflichtungen tun.
Trotz mehrfacher Anträge der Rechtsbeistände der fünf Männer haben die Behörden ihnen wiederholt den Zugang zu ihren Mandanten verweigert. Am 25. Juli wurde einem Rechtsbeistand der Zugang verweigert und ihm mitgeteilt, dass erst Kommunikationsgeräte installiert und mittels der Verwandten der Inhaftierten eine «vorab genehmigte Liste [von erlaubten Kontaktpersonen]» erstellt werden müsse. Geplante Besuche von Rechtsbeiständen am 5. August fanden nicht statt. Auch am 12. August wurde der Zugang erneut verweigert, und Behördenvertreter*innen gaben als Grund dafür an, dass die inhaftierten Männer kein Treffen wollten. Später fanden Familienangehörige durch Anrufe heraus, dass die Männer nicht über die Anwesenheit des Rechtsbeistands informiert worden waren. Die fünf Männer durften bisher überhaupt keinen Besuch erhalten, weder von konsularischem noch von rechtlichem Beistand, und sie wissen nicht, wie lange sie in Haft sein werden. Der Rechtsbei-stand in Eswatini stellte einen Eilantrag auf richterliche Haftprüfung mit dem Ziel, die fünf Männer vor das Hohe Gericht stellen zu lassen und/oder sofort vertraulichen Zugang zu ihnen zu erhalten. Über den Antrag sollte am 1. August entschieden werden. Die Rechte auf ein ordnungsgemässes Verfahren und auf Zugang zu einem Rechtsbeistand sind in der Verfassung von Eswatini festgeschrieben, u. a. in Abschnitt 21 (rechtliches Gehör und rechtliche Vertretung) und Abschnitt 16(6) (angemessener Zugang zu und Vertraulichkeit mit dem Rechtsbeistand). Zudem fordert die Verfassung, dass eine zuständige Behörde für den Strafvollzug verantwortlich sein muss (Abschnitt 190).
Ähnlich wie im Fall von Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria wurden sechs weitere Männer kürzlich aus den USA in den Südsudan abgeschoben und dort willkürlich inhaftiert. Ihr Verbleib wird ebenfalls geheim gehalten und sie haben keinen vertraulichen Zugang zu ihren Rechtsbeiständen. Die Abschiebekampagne aus den USA scheint somit einem Muster zu folgen.
Setzen Sie sich für Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria ein: Senden Sie einen Appellbrief → per Post, Fax oder E-Mail. Posten Sie auch in den sozialen Medien – an die unter ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE angegebene(n) Zielperson(en) und Kontakte.
→ Frist zum Mitmachen: 31. März 2026.
→ Schreiben Sie in Englisch oder in Ihrer eigenen Sprache.
Bitte setzen Sie noch Ihren Namen (oder Initialen) an das Ende der Nachricht. Sie können die Nachricht gerne auch noch anpassen und z.B. den Namen und die Forderungen hervorheben.
Um zu verhindern, dass die Mails im Spam landen, ist es ratsam, den Betreff zu verändern.
Wenn das Versenden nicht klappt: Falls das Versenden an die Adresse ps@justice.gov.sz nicht klappt, verwenden Sie alternativ bitte eine der beiden folgenden Adressen: simelanedlamini4@gmail.com oder dlaminidorcasn@gmail.com
Exzellenz
Ich bin in grosser Sorge um Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria, die am 16. Juli 2025 im Rahmen einer gross angelegten Abschiebekampagne aus den USA nach Eswatini abgeschoben wurden und sich nun in Ihrem Land willkürlich in Haft befinden.
Roberto Mosquera Del Peral stammt aus Kuba, Kassim Saleh Wasil aus dem Jemen, Dung Tien Nguyen aus Vietnam, Phone Chomsavanh aus Laos und Orville Etoria aus Jamaika. Berichten zufolge werden sie in einem Hochsicherheitsgefängnis in Matsapha festgehalten, doch die Behörden haben bisher weder ihren Aufenthaltsort bestätigt noch die Rechtsgrundlage für ihre Inhaftierung mitgeteilt.
Die fünf Männer sind seit zwei Monaten ohne Zugang zu ihren Rechtsbeiständen inhaftiert. Dies läuft sowohl dem Völkerrecht als auch der Verfassung Eswatinis zuwider und könnte Folter und anderen Misshandlungen Vorschub leisten. Es besteht daher verstärkt Sorge um ihre Gesundheit und ihre Sicherheit.
Bestätigen Sie bitte schriftlich die Rechtsgrundlage für die Inhaftierung von Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria. Sie müssen umgehend einem zuständigen Gericht vorgeführt oder bei fehlender Rechtsgrundlage freigelassen werden.
Gewähren Sie den Männern bitte durchgehenden, vertraulichen und persönlichen Zugang zu ihrem Rechtsbeistand. Das erste Treffen sollte umgehend ermöglicht werden, und zwar ohne Audio-/Video-überwachung oder Anwesenheit von Personal.
Respektieren Sie bitte den Grundsatz der Nicht-Zurückweisung (non-refoulement) und sorgen Sie dafür, dass die Männer nicht in Staaten verbracht werden, in denen ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen drohen würden.
Hochachtungsvoll,
Your Excellency,
I write with concern for five men Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh, and Orville Etoria, who on 16 July were deported from the United States to Eswatini, as part of the US’ mass deportation campaign, and are currently being held in arbitrary detention.
Roberto Mosquera Del Peral (who originates from Cuba), Kassim Saleh Wasil (from Yemen), Dung Tien Nguyen (from Vietnam), Phone Chomsavanh (from Laos), and Orville Etoria (from Jamaica), are reportedly being held at Matsapha Correctional Complex in Matsapha, Eswatini but the authorities have yet to officially confirm their exact location. Nor have they provided any lawful basis or clarification for their detention.
Furthermore, despite numerous attempts and requests by the lawyers to access the five men – all of which were denied, the men have now been held for two months. This constitutes a violation of both international and Eswatini’s own constitutional law and could provide a context in which torture and other ill-treatment may occur, increasing concern for the five men’s health and wellbeing.
I respectfully urge your office to:
Clarify in writing the legal basis for any detention and produce the men promptly before a competent court, or release them if no lawful basis exists. In addition, guarantee consistent, unmonitored, in-person access to their lawyer at schedule the first visit immediately, with no audio/video monitoring or staff presence. Finally, respect the principle of non-refoulement, ensuring they are not removed to any country where they face a real risk of human rights violations.
Yours sincerely,
Hashtags (use 2–3 max per post)
#Eswatini #EndArbitraryDetention #RightToCounsel #NoRefoulement #RuleOfLaw
Minister of Justice & Constitutional Affairs
Honourable HRH Prince Simelane
Ministry of Justice Building, 5th Floor,
Mhlambanyatsi/Usuthu Link Rd
P.O. Box 924, Mbabane
Eswatini
Fax: +268 2404 3533
E-Mail: ps@justice.gov.sz → Falls das Versenden an diese Adresse nicht klappt, verwenden Sie alternativ bitte eine der beiden folgenden Adressen:
simelanedlamini4@gmail.com
dlaminidorcasn@gmail.com
Under Secretary Ms. Gugu V. Nsibande
E-Mail: nsibandegugu@yahoo.com
Ambassade du Royaume d'Eswatini
Chemin William Barbey 51
1292 Chambésy
Fax: 022 758 94 24
E-mail: contact@missionofeswatini.ch
His Majesty’s Correctional Services Commissioner-General’s Office
Fax: +268 2404 3357
E-Mail: corrections@hmcs.org.sz
→
Weltweite Briefzustellung: Der Versand von Briefen ist in fast alle Länder möglich. Trotzdem kann der Zustellservice aus unterschiedlichen Gründen zeitweise eingestellt werden. Wir aktualisieren die Infos soweit möglich. Bitte prüfen Sie vorher bei der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden:
Verkehrseinschränkungen ›
DRUCKFERTIGE MODELLBRIEFE:
• MODELLBRIEF DEUTSCH 090/25 (WORD)
• MODEL LETTER ENGLISH 090/25 (WORD)
DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT ALS WORD-DATEI:
(Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief)
• UA 090/25 – DEUTSCH
• UA 090/25 – ENGLISH
→ Versandmöglichkeiten und Zielperson(en) siehe: ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Verwenden Sie unsere Briefvorschläge oder schreiben Sie in Ihren Worten.
→ Portokosten für Briefversand: Europa = CHF 1.90 / alle übrigen Länder = CHF 2.50
→ Weitere Informationen zum Mitmachen bei den Urgent Actions finden Sie hier
English version (click on title to open):
On 16 July, Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh, and Orville Etoria were deported from the US to Eswatini, as part of the United States government’s mass deportation campaign and are reportedly held at Matsapha Correctional Complex in Eswatini. Despite repeated attempts by counsel to secure confidential, in-person, unmonitored legal access to their clients, officials obstructed visits and on a later occasion proposed monitored/video-only contact, which does not meet international standards. The Eswatini authorities must officially disclose the five men’s whereabouts, immediately grant them regular and confidential access to their lawyers, and provide legal grounds for their detention.
Earlier this year, the U.S. President advanced a mass deportation campaign targeting millions of immigrants and people seeking safety. The U.S. government is obligated under international law to ensure that its immigration policies do not commit or increase the risk of human rights violations. While the U.S. has the authority to regulate immigration, it must do so within the framework of its international human rights obligations.
Despite multiple attempts by the five men’s lawyers, the authorities have repeatedly denied them access to their clients. On 25 July, counsel was denied access and told it would only be granted after installation of communication devices and creation of a «pre-approved list» via relatives. Scheduled consultations on 5 August did not occur; on 12 August, access was again blocked, with officials claiming the men had refused to meet. Later that day, family calls confirmed the men had not been informed counsel was present. They have had no visitors, including consular representatives or attorneys, and have not been told the length of detention. Local counsel filed an urgent habeas corpus application seeking their production before the High Court and/or immediate confidential access; the matter was set to be heard on 1 August 2025. Eswatini’s Constitution protects due process and access to counsel, including Section 21 (fair hearing and legal representation) and Section 16(6) (reasonable access and confidentiality with one’s legal representative), and places correctional administration under lawful authority (Section 190).
A parallel case in the region, in South Sudan, concerning two arbitrarily detained US deportees of Cuban and Myanmar origin (who Amnesty International is also campaigning for) documents a similar pattern of secrecy around detainee whereabouts and denial of unmonitored legal access following removals linked to the U.S. campaign.
Write an appeal in your own words or use the model letter below. You find a ready-to-print model letter under
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→ Addresses see above in ADRESSEN
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→ SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Please take action before 31 March 2026.
→ Preferred language: English. You can also write in your own language.