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Marokko – Briefaktion

LGBTI*-Aktivistin wegen Slogan auf T-Shirt in Haft

Die marokkanische Feministin und LGBTI*-Aktivistin Ibtissame «Betty» Lachgar ist wegen «Schädigung des Islams» zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte in den sozialen Medien ein Foto von sich mit einem T-Shirt mit dem Slogan «Allah ist lesbisch» veröffentlicht. Die marokkanische Polizei nahm «Betty» Lachgar deshalb am 10. August 2025 fest und die Staatsanwaltschaft ordnete Untersuchungshaft wegen «vorsätzlicher Beleidigung des Islam» an. Am 3. September befand ein Gericht in Rabat sie der «vorsätzlichen Beleidigung des Islam oder heiliger Symbole» durch Veröffentlichung im Netz für schuldig. Sie wurde zu der Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Am 8. Oktober 2025 bestätigte das Berufungsgericht in Rabat den Schuldspruch und das Strafmass.

Details

Es besteht grosse Sorge über die ungerechtfertigte Inhaftierung und den Gesundheitszustand der feministischen Aktivistin «Betty» Lachgar, die seit dem 10. August 2025 willkürlich inhaftiert ist, nur weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäusserung wahrgenommen hat.

Hintergrund 

Am 3. September 2025 befand das erstinstanzliche Gericht in Rabat «Betty» Lachgar gemäss Artikel 267-5 des marokkanischen Strafgesetzbuchs für schuldig. Sie wurde zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 50'000 marokkanischen Dirham (umgerechnet über 4'600 Euro) verurteilt. Am 8. Oktober 2025 bestätigte das Berufungsgericht in Rabat den Schuldspruch und die verhängte Strafe.

«Betty» Lachgar wurde verhaftet, in Gewahrsam genommen und angeklagt, nachdem sie ein Foto von sich in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, auf dem sie ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift «Allah ist lesbisch» trägt. In der dazugehörigen Bildunterschrift äussert sie sich kritisch über den Islam und andere Religionen. Der Inhalt dieses Beitrags, der von einigen Personen als beleidigend empfunden werden könnte, fällt nach internationalen Menschenrechtsnormen unter das geschützte Recht auf freie Meinungsäusserung. Die Einschränkung dieses Rechts ist nur in Ausnahmefällen zulässig, z. B. wenn es sich um eine Aufstachelung zur Gewalt handelt. In diesem Fall verstossen Strafverfolgung und Verurteilung jedoch gegen die menschenrechtlichen Verpflichtungen Marokkos.

«Betty» Lachgar hatte eine schwere Krebserkrankung und muss mit dem Verlust der Funktionalität ihres linken Arms und weiteren schweren gesundheitlichen Komplikationen rechnen, wenn sie nicht die dringend benötigte medizinische Versorgung erhält. Die Behörden haben jedoch bereits mehrere Anträge auf eine vorläufige Freilassung aus medizinischen Gründen abgelehnt.

Sie benötigt dringend eine Operation, die in Marokko nicht durchgeführt wird. «Betty» Lachgar lebte in Frankreich und war dort in Behandlung, bis sie bei einem Besuch in Marokko im August festgenommen wurde. Die Behörden haben jedoch mehrere Anträge auf eine vorläufige Freilassung aus medizinischen Gründen abgelehnt, obwohl die Berichte der Ärzt*innen den Schweregrad ihres Zustands dokumentieren.

«Betty» Lachgar ist derzeit im Gefängnis von El Arjat in der Nähe von Rabat inhaftiert. Sie ist allein in einer Zelle untergebracht, darf keinen Kontakt zu den anderen Gefangenen haben und nicht zur gleichen Zeit wie die anderen auf den Hof gehen. Ihr Rechtsbeistand erklärte gegenüber Amnesty, dass sie unter dieser Isolation psychisch und physisch leidet, da sie aufgrund ihres Gesundheitszustands Hilfe bei alltäglichen Handgriffen benötigt.

Die Anklage, Verurteilung und andauernde Inhaftierung von «Betty» Lachgar verletzen ihr Recht auf freie Meinungsäusserung, das durch internationale Menschenrechtsnormen geschützt ist. Sie ist allein wegen der friedlichen Äusserung ihrer Ansichten in Haft. Damit werden ihre abweichenden Meinungen und ihr feministischer und LGBTI*-Aktivismus willkürlich eingeschränkt.

Am 31. Juli 2025 postete Ibtissame «Betty» Lachgar auf X/Twitter ein Foto von sich mit einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift «Allah ist lesbisch». In der Bildunterschrift äusserte sie sich kritisch über den Islam und andere Religionen und bezeichnete sie als Systeme, die patriarchale und frauenfeindliche Strukturen stärken. Kurz nachdem der Post viral ging, berichtete «Betty» Lachgar, dass sie schikaniert wurde und Vergewaltigungs- und Mordrohungen erhielt. In einer Online-Kampagne wurde zudem ihre Festnahme gefordert. Am 10. August 2025 nahm die Polizei Ibtissame «Betty» Lachgar in Rabat fest. Die Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass sie zu Ermittlungszwecken in Polizeigewahrsam genommen worden sei. Anschliessend klagte ein Gericht erster Instanz in Rabat sie wegen «Verunglimpfung des Islam» an und nahm sie in Untersuchungshaft. Ihre Anwält*innen beantragten ihre vorläufige Freilassung bis zur Gerichtsverhandlung, doch die Behörden lehnten dies ab und behielten sie in Haft.

Die Verurteilung von Ibtissame «Betty» Lachgar ist Teil eines umfassenderen Musters, bei dem Artikel 267-5 zur Kriminalisierung friedlicher Religionskritik verwendet wird. Marokko verstösst mit der Kriminalisierung friedlicher Meinungsäusserungen gegen seine Verpflichtungen aus internationalen Menschenrechtsnormen, darunter z. B.  Artikel 19 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte.

Der UN-Menschenrechtsausschuss hat festgestellt, dass, ausser in seltenen Fällen, «Verbote von Äusserungen der Missachtung einer Religion oder eines anderen Glaubenssystems, einschliesslich Blasphemiegesetze, mit dem Pakt unvereinbar sind». 

Ibtissame «Betty» Lachgars Rechtsbeistand bestätigte gegenüber Amnesty International, dass die Gefängnisverwaltung sie seit ihrer Festnahme in einer als «Schutzhaft» bezeichneten Einzelhaft hält. Sie behauptet, dass Lachgar zur Zielscheibe anderer Gefangener werden könnte, die den Grund für ihre Verurteilung als beleidigend empfinden könnten. Der Rechtsbeistand bestätigte gegenüber Amnesty international, dass Ibtissame Lachgar und ihr Verteidigungsteam keine Schutzmassnahmen beantragt haben.

Werden Sie aktiv:

Setzen Sie sich für Ibtissame «Betty» Lachgar ein: Senden Sie einen Appellbrief per Post, X/Twitter oder Fax und posten Sie in den sozialen Medien an die unter ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE angegebene(n) Zielperson(en) und Kontakte.

Frist zum Mitmachen: 12. Juni 2026.
Schreiben Sie in Arabisch, Französisch oder in Ihrer eigenen Sprache.

Briefvorschlag - Deutsch

Exzellenz

Ich wende mich heute mit grosser Sorge um Ibtissame «Betty» Lachgar an Sie. Die marokkanische Feministin und LGBTI*-Aktivistin ist wegen «Schädigung des Islams» zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte in den sozialen Medien ein Foto von sich mit einem T-Shirt mit dem Slogan «Allah ist lesbisch» veröffentlicht. Die marokkanische Polizei nahm «Betty» Lachgar deshalb am 10. August 2025 fest und die Staatsanwaltschaft ordnete Untersuchungshaft wegen «vorsätzlicher Beleidigung des Islam» an. Am 3. September befand ein Gericht in Rabat sie der «vorsätzlichen Beleidigung des Islam oder heiliger Symbole» durch Veröffentlichung im Netz für schuldig. Sie wurde zu den zweieinhalb Jahren Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Am 8. Oktober 2025 bestätigte das Berufungsgericht in Rabat den Schuldspruch und das Strafmass.

«Betty» Lachgar hatte eine schwere Krebserkrankung und muss mit dem Verlust der Funktionalität ihres linken Arms und weiteren schweren gesundheitlichen Komplikationen rechnen, wenn sie nicht die dringend benötigte medizinische Versorgung erhält. 

Die Anklage, Verurteilung und Inhaftierung von Ibtissame Lachgar verletzen ihr Recht auf freie Meinungsäusserung, das durch internationales Menschenrechtsrecht geschützt ist. Ihre Inhaftierung aufgrund der friedlichen Äusserung ihrer Ansichten stellt eine willkürliche Einschränkung abweichender Meinungen dar.

Ich fordere Sie deshalb höflich auf, Ibtissame Lachgar unverzüglich freizulassen und ihre Verurteilung aufzuheben, die einzig und allein darauf zurückzuführen ist, dass sie ihr Recht auf freie Meinungsäusserung wahrgenommen hat.
Bis zu ihrer Freilassung müssen die Behörden für eine angemessene medizinische Versorgung sorgen, die sie dringend benötigt.

Hochachtungsvoll,
 

Model letter - English

Your Excellency,

I write to you to express my grave concern over the unjust imprisonment of feminist activist Ibtissame Lachgar who has been in arbitrary detention since 10 August 2025 simply for exercising her right to freedom of expression.

On 3 September 2025, the Rabat First-Instance Court found Lachgar guilty under Article 267-5 of the Moroccan Penal Code, which criminalizes «intentional insult to Islam or sacred symbols» via publications, including online. She was sentenced to two and a half years’ imprisonment and a fine of 50'000 dirhams. On 8 October 2025, the Rabat Court of Appeal upheld the conviction and sentence.

She was arrested, placed in detention and prosecuted after she posted a photo of herself on social media wearing a black T-shirt reading «Allah is lesbian». In the accompanying caption, she wrote critical remarks about Islam and other religions. This contents of this post, which some individuals may find offensive, is protected expression under international human rights law which allows for the prohibition of expression only in very limited circumstances such as when it amounts to incitement to violence. This prosecution and conviction are contrary to Morocco’s obligations under human rights law.

Lachgar is a cancer survivor and faces serious health complications, including a risk of losing the use of her left arm if she does not receive the urgent healthcare needed. Nonetheless, authorities denied multiple requests for her provisional release on medical grounds.

The charges, conviction, and ongoing detention of Ibtissame Lachgar violate her right to freedom of expression, protected under international human rights law. Her imprisonment for peacefully expressing her views constitutes an arbitrary restriction on dissent and feminist and LGBTI rights activism.

I therefore urge you to immediately release Ibtissame Lachgar, quash her sentence and conviction which stem solely from her exercise of the right to freedom of expression.

Pending her release, authorities must provide her with adequate healthcare that she urgently requires.

Yours sincerely,
 

Modèle de lettre - français

Monsieur le Chef du gouvernement,

Je vous écris afin de vous faire part de ma vive inquiétude au sujet de la détention inique de la militante féministe Ibtissame Lachgar, placée en détention arbitraire le 10 août 2025, uniquement pour avoir exercé son droit à la liberté d’expression.

Le 3 septembre 2025, le tribunal de première instance de Rabat l’a déclarée coupable au titre de l’article 267-5 du Code pénal marocain, qui érige en infraction l’atteinte à la religion islamique ou à des symboles sacrés au moyen de publications, y compris par voie électronique. Elle a été condamnée à une peine de deux ans et demi de prison, assortie d’une amende de 50'000 dirhams. Le 8 octobre 2025, la Cour d’appel de Rabat a confirmé sa déclaration de culpabilité et sa condamnation.

Elle a été arrêtée, placée en détention et poursuivie après avoir publié sur les réseaux sociaux une photo d’elle vêtue d’un T-Shirt noir sur lequel on pouvait lire en lettres blanches «Allah est lesbienne». La légende accompagnant cette photo comportait des propos critiques à l’égard de l’islam et d’autres religions. Le contenu de ce message, que certains peuvent trouver offensant, est une expression protégée par le droit international relatif aux droits humains, qui permet d’interdire l’expression uniquement dans des circonstances très limitées, lorsqu’elle équivaut à une incitation à la violence par exemple. Les poursuites intentées contre Ibtissame Lachgar et sa condamnation vont à l’encontre des obligations du Maroc en vertu du droit relatif aux droits humains.

Ibtissame Lachgar a survécu au cancer et fait face à de graves complications de santé: elle risque notamment de perdre l’usage de son bras gauche si elle ne reçoit pas d’urgence les soins dont elle a besoin. Pourtant, les autorités ont rejeté ses multiples demandes de libération provisoire pour raisons médicales.

L’inculpation, la condamnation et la détention d’Ibtissame Lachgar bafouent son droit à la liberté d’expression, protégé par le droit international relatif aux droits humains. Son incarcération pour avoir exprimé ses opinions de manière pacifique constitue une restriction arbitraire de la dissidence, du militantisme féministe et des actions en faveur des droits des LGBTI.

Je vous prie de libérer Ibtissame Lachgar immédiatement et d’annuler sa déclaration de culpabilité et sa peine, puisqu’elles découlent uniquement de l’exercice de son droit à la liberté d’expression.

Dans l’attente de sa libération, les autorités doivent veiller à lui prodiguer les soins de santé dont elle a besoin d’urgence.

Veuillez agréer, Monsieur le Chef du gouvernement, l’expression de ma très haute considération.

 

Social Media Guide

Ibtissame Lachgar, sentenced to 30 months in prison, is being harassed simply for peacefully exercising her freedom of expression. Moroccan authorities must end reprisals and quash her sentence. #SoutienBetty #Morocco FreeBetty


Bitte folgt dem Account und retweetet von ihm: 
@AmnestyMENA


X/Twitter-Konto von Aziz Akhannouch (Chef du gouvernement):
@ChefGov_m
 

Adressen

Regierungschef:
Aziz Akhannouch 
Chef du gouvernement Aziz Akhannouch 

Palais Royal Touarga 
Rabat 10070 
Maroc / Marokko 
Fax: +212 53 7771010
Twitter: @ChefGov_m

KOPIEN AN

Ministre de la Justice
Abdellatif Ouahbi
E-Mail: contact@justice.gov.ma

Mme Amina Bouayach
Presidente du conseil national des droit de l’homme
E-Mail: CNDH@CNDH.org.ma

Botschaft des Königreichs Marokko
Helvetiastrasse 42
3005 Bern
Fax: 031 351 03 64
E-Mail: ambmaroc.berne@maec.gov.ma



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DRUCKFERTIGE MODELLBRIEFE (WORD):
•  MODELLBRIEF DEUTSCH 103/25  
•  MODEL LETTER ENGLISH 103/25
•  MODÈLE DE LETTRE FRANÇAIS 103/25

DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT (WORD-DATEI):
(Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief)
•  UA 103/25 – DEUTSCH
•  UA 103/25 – ENGLISH
 

Versandmöglichkeiten und Zielperson(en) siehe: ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE
Verwenden Sie unsere Briefvorschläge oder schreiben Sie in Ihren Worten.
Portokosten für Briefversand: Europa = CHF 1.90 / alle übrigen Länder = CHF 2.50
Weitere Informationen zum Mitmachen bei den Urgent Actions finden Sie hier
 


English version (click on title to open):

Feminist and LGBTI* rights activist imprisoned for peaceful expression

Moroccan feminist and LGBTI* rights defender, Ibtissame («Betty») Lachgar, is serving a 30-month pris-on sentence after being convicted of «causing harm to Islam» for posting on social media a photograph of herself wearing a T-shirt bearing the slogan «Allah is lesbian». Moroccan police arrested Ibtissame Lachgar on 10 August 2025 and a prosecutor ordered her pre-trial detention pending investigation on accusations of «intentional insult to Islam or sacred symbols». On 3 September 2025, the Rabat First-Instance Court found her guilty under Article 267-5 of the Moroccan Penal Code, which criminalizes «intentional insult to Islam or sacred symbols» via publications, including online. She was sentenced to two and a half years’ imprisonment and a fine of 50’000 dirhams (approximately 5’500 USD). On 8 October 2025, the Rabat Court of Appeal upheld the conviction and sentence.

On 31 July 2025, Ibtissame Lachgar posted on X a photo wearing a black T-shirt reading «Allah is lesbian». In the accompanying caption, she wrote critical remarks about Islam and other religions, describing them as systems that reinforce patriarchal and misogynistic structures. Shortly after the post went viral, Lachgar reported receiving death threats, rape threats, and harassment. An online campaign against her amplified calls for her arrest.

On 10 August 2025, police arrested Ibtissame Lachgar in Rabat, a prosecutor announced that she was placed in police custody for investigation. She was then charged by the Rabat First Instance Court with «causing harm to Islam» and was placed under pre-trial detention. Her lawyers sought her provisional release pending trial, but the authorities refused and kept her detained.

On 3 September 2025, the Rabat First-Instance Court found her guilty under Article 267-5 of the Penal Code, which criminalizes «intentional insult to Islam or sacred symbols» via publications, including online. She was sentenced to two and a half years’ imprisonment and a fine of 50’000 dirhams (approximately 5’500 USD). On 8 October 2025, the Rabat Court of Appeal upheld the conviction and sentence.

Lachgar’s conviction is part of a broader pattern in which Article 267-5 is used to criminalise peaceful criticism of religion. Such broad provisions that criminalize peaceful speech and the prosecutions that ensue from them are incompatible with Morocco’s obligations under international human rights law, namely Article 19 of the International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR).

The United Nations Human Rights Committee stated that, except in very limited circumstances, «prohibitions of displays of lack of respect for a religion or other belief system, including blasphemy laws, are incompatible with the Covenant».

Lachgar is a bone cancer survivor and faces serious medical complications, including a risk of losing the use of her left arm. She is in urgent need of a surgery that is not available in Morocco. Lachgar used to live in France and was undergoing treatment there until her arrest during her visit to Morocco in August. Authorities have denied multiple requests for provisional release on medical grounds, despite doctors’ reports documenting the severity of her condition.

Lachgar is currently detained in El Arjat Prison, near Rabat. Her lawyer confirmed to Amnesty International that she has been held in solitary confinement since her detention under what the prison administration claims to be «protective custody». They claim that Lachgar could be targeted by other prisoners who might consider the reason for her conviction to be offensive. The lawyer also confirmed to Amnesty international that Ibtissame and her defense team did not request protection measures.

She is held in a cell by herself; she is not allowed to interact with any of the other prisoners and cannot go out to the yard at the same time as the others. Her lawyer told Amnesty that Lachgar is suffering from this isolation mentally and physically as she needs assistance with chores because of her health condition.


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