Mitglieder der Nichtregierungsorganisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz (Interkirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden) müssen ernsthaft um ihr Leben und ihre Sicherheit fürchten. Am 1. Dezember meldete die Organisation mehrere Sicherheitsvorfälle, bei denen ihre Mitglieder in Gefahr waren, getötet oder schwer verletzt zu werden. Die Mitglieder von Justicia y Paz berichteten, einen bewaffneten Unbekannten gesehen zu haben, der am 27. November im Südwesten Kolumbiens eine Schusswaffe auf den einzigen anwesenden Angehörigen des Personenschutzes der Organisation richtete. Ausserdem wurde am 30. November ein Sicherheitsfahrzeug der Organisation, in dem drei Menschenrechtsverteidiger*innen sassen, von einer Gruppe schwer bewaffneter Männer verfolgt. Die Männer richteten ihren Waffen auf die Insass*innen und versuchten, das Fahrzeug zum Anhalten zu zwingen.
Dass die bedrohlichen Situationen nicht zu Anschlägen führten, ist dem Einsatz von Angehörigen des Personenschutzes zu verdanken, die der Comisión Intereclesial de Justicia y Paz durch die Einheit zum Personenschutz (Unidad Nacional de Protección – UNP) zugewiesen wurden. Dennoch zeigen diese Vorfälle, dass die Organisation einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist und weitere, stärkere Schutzmassnahmen benötigt. Die Vorfälle sind auch ein Zeichen dafür, dass der Handlungsspielraum für die Verteidigung der Menschenrechte in mehreren Regionen des Landes immer kleiner wird. Dies gilt auch für den Südwesten Kolumbiens, wo Menschenrechtsverteidiger*innen nach wie vor ihr Leben riskieren, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen wollen.
In den vergangenen Monaten hat sich die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz an die staatliche Einheit zum Personenschutz gewandt und um eine Verstärkung ihrer Sicherheitsvorkehrungen und weitere Schutzmassnahmen gebeten.
Die NGO Comisión Intereclesial de Justicia y Paz setzt sich bereits seit fast drei Jahrzehnten für die Menschenrechte in Kolumbien ein. Sie ist in mehreren Regionen des Landes tätig, darunter in den Departamentos Chocó, Cauca, Valle del Cauca, Meta, Putumayo und Antioquia – einige der Regionen, die am stärksten von bewaffneten Konflikten, Ungleichheit, Diskriminierung und anderen systemischen Problemen betroffen sind. Justicia y Paz unterstützt Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften bei ihrer Forderung nach Achtung und Umsetzung ihrer bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Rechte.
Der Einsatz für die Menschenrechte in Kolumbien ist ein riskantes Unterfangen. Die Geschichte der Comisión Intereclesial de Justicia y Paz gibt Zeugnis davon. Wegen ihrer Arbeit waren die Organisation und ihre Mitglieder immer wieder Drohungen und Angriffen staatlicher und nichtstaatlicher Akteur*innen ausgesetzt. Die Organisation hat all diese Vorfälle dokumentiert, Schutz durch die kolumbianischen Behörden gefordert und über die Interamerikanische Menschenrechtskommission Schutzmassnahmen erwirkt. Trotzdem und trotz einer kürzlich gestellten Forderung nach einer Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen durch die staatliche Einheit zum Personenschutz hat die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz mehrere Probleme bei den ihnen zugewiesenen Fahrzeugen, Verzögerungen bei deren Wartung und eine allgemeine Schwächung der Schutzmassnahmen gemeldet.
Die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz ist in einigen der am stärksten marginalisierten Regionen Kolumbiens aktiv. Dass die Sicherheit ihrer Mitglieder nicht gewährleistet ist, wirkt sich nicht nur nachteilig auf die Wahrnehmung ihres Rechts auf die Verteidigung der Menschenrechte aus, sondern auch auf die Menschen und Gemeinschaften, die von ihrer Arbeit profitieren. Dies zeigt auch, dass der Raum für die Verteidigung der Menschenrechte in Kolumbien allgemein immer kleiner wird. Diese Entwicklung muss von einer Regierung, die sich zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen verpflichtet hat, dringend angegangen werden.
Setzen Sie sich für die Mitglieder von Comisión Intereclesial de Justicia y Paz ein: Senden Sie einen Appellbrief → per Post, E-Mail oder X/Twitter und posten Sie in den sozialen Medien – an die unter ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE angegebene(n) Zielperson(en) und Kontakte.
→ Frist zum Mitmachen: 31. März 2026.
→ Schreiben Sie in Spanisch oder in Ihrer eigenen Sprache.
Bitte setzen Sie noch Ihren Namen (oder Initialen) an das Ende der Nachricht. Sie können die Nachricht gerne auch noch anpassen und z.B. den Namen und die Forderungen hervorheben.
Um zu verhindern, dass die Mails im Spam landen, ist es ratsam, den Betreff zu verändern.
Sehr geehrter Herr Direktor
Ich bin in grosser Sorge um die Mitglieder der Nichtregierungsorganisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz (Interkirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden). Am 1. Dezember meldete die Organisation mehrere Sicherheitsvorfälle, bei denen ihre Mitglieder in Gefahr waren, getötet oder schwer verletzt zu werden. Die Mitglieder von Justicia y Paz berichteten, einen bewaffneten Unbekannten gesehen zu haben, der am 27. November im Südwesten Kolumbiens eine Schusswaffe auf den einzigen anwesenden Angehörigen des Personenschutzes der Organisation richtete. Ausserdem wurde am 30. November ein Sicherheitsfahrzeug der Organisation, in dem drei Menschenrechtsverteidiger*innen sassen, von einer Gruppe schwer bewaffneter Männer verfolgt. Die Männer richteten ihren Waffen auf die Insass*innen und versuchten, das Fahrzeug zum Anhalten zu zwingen.
Dass die bedrohlichen Situationen nicht zu Anschlägen führten, ist dem Einsatz von Angehörigen des Personenschutzes zu verdanken, die der Comisión Intereclesial de Justicia y Paz durch die Einheit zum Personenschutz (Unidad Nacional de Protección – UNP) zugewiesen wurden. Dennoch zeigen diese Vorfälle, dass die Organisation einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist und weitere, stärkere Schutzmassnahmen benötigt. Die Vorfälle sind auch ein Zeichen dafür, dass der Handlungsspielraum für die Verteidigung der Menschenrechte in mehreren Regionen des Landes immer kleiner wird. Dies gilt auch für den Südwesten Kolumbiens, wo Menschenrechtsverteidiger*innen nach wie vor ihr Leben riskieren, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen wollen.
In den vergangenen Monaten hat sich die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz an die staatliche Einheit zum Personenschutz gewandt und um eine Verstärkung ihrer Sicherheitsvorkehrungen und weitere Schutzmassnahmen gebeten.
Bitte sorgen Sie umgehend dafür, dass die Organisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz effektive und stärkere Sicherheitsmassnahmen erhält, die es ihr ermöglichen, sich weiter für die Menschenrechte einzusetzen. Dazu gehört, die Rückmeldung und Zustimmung der Organisation vorausgesetzt, eine weitere Bewertung der Risiken für die Organisation und ihre Mitglieder sowie die Verstärkung der ihnen zur Verfügung gestellten Schutzmassnahmen.
Hochachtungsvoll,
Dear Mr. Director,
I am writing to express my deep concern about the serious risks to the life, safety, and security of the members of the Inter-Church Commission for Justice and Peace. On 1 December, the organization reported several security incidents where its members were at risk of losing their lives or being severely injured by the action of unknown people. Their account includes the sighting of an armed unknow man who pointed a firearm against the only member of the organization’s protection detail in Southwest Colombia in November 27 and the chase of one of the organization’s security vehicles with three human rights defenders on board by a group of heavily armed men, who also pointed their guns at and tried to stop them on the road in November 30.
Both attacks were prevented by the action of members of the security detail assigned to the Inter-Church Commission for Justice and Peace by the institution you lead, the National Protection Unit. Despite that, these events show the heightened risk faced by the organization and the need for further and stronger measures to protect them. The attacks are also evidence of the growing closure of space for defending human rights in several regions of the country, including the Southwest, where human rights defenders continue risking their lives to continue working.
In recent months the Inter-Church Commission for Justice and Peace has reached out to the National Protection Unit, asking for the strengthening of their security details and further protections measures.
I urge you take immediate action and provide the organization with effective and stronger protection measures that allow them to continue defending human rights. These actions must include, provided their feedback and consent, a further evaluation the risks faced by the organization and its members and the reinforcement of the security details provided to them.
Yours sincerely,
Señor Director:
Me dirijo a usted para expresarle mi profunda preocupación por los graves riesgos para la vida, la seguridad y la protección de los miembros de la Comisión Intereclesial de Justicia y Paz. El 1 de diciembre, la organización informó de varios incidentes de seguridad en los que sus miembros corrieron el riesgo de perder la vida o de resultar gravemente heridos por acciones de personas desconocidas. Su relato incluye el avistamiento de un hombre desconocido armado que apuntó con un arma de fuego al único miembro del esquema de protección de la organización en el suroccidente colombiano el 27 de noviembre y la persecución de uno de los vehículos de seguridad de la organización en los que viajaban tres defensores de los derechos por un grupo de hombres fuertemente armados, que también apuntaron con sus armas e intentaron detenerlos en la carretera el 30 de noviembre.
Ambos ataques fueron impedidos por la actuación de miembros del esquema de seguridad asignado a la Comisión Intereclesial de Justicia y Paz por la institución que usted dirige, la Unidad Nacional de Protección. Pese a ello, estos hechos muestran el aumento del riesgo al que se enfrenta la organización y la necesidad de implementar medidas adicionales y más enérgicas para protegerla. Los ataques también son prueba del creciente cierre del espacio para la defensa de los derechos humanos en varias regiones del país, incluido el suroccidente, donde los defensores y defensoras de los derechos humanos siguen arriesgando su vida para dar continuidad a su labor.
En los últimos meses, la Comisión Intereclesial de Justicia y Paz se ha dirigido a la Unidad Nacional de Protección para pedir el fortalecimiento de su esquema de seguridad y medidas de protección adicionales. Lo insto a tomar medidas de inmediato y a asignar a la organización medidas de protección eficaces y más enérgicas que le permitan seguir defendiendo los derechos humanos. Estas medidas deben incluir, con el consentimiento previo y la opinión de la organización, una evaluación adicional de los riesgos a los que se enfrentan la organización y sus miembros y el refuerzo de los esquemas de seguridad que se les asignan.
Atentamente,
🇨🇴 @UNPColombia attacks against @Justiciaypazcol continue. Colombian authorities must protect those defending human rights and ensure they can continue doing their job. Take action now to improve their protection!
@ConsejeriaDDHH; @DefensoriaCol; @PGN_COL
DIREKTOR DER STAATLICHEN EINHEIT ZUM PERSONENSCHUTZ:
Director de la Unidad Nacional de Protección
Augusto Rodríguez Ballesteros
Carrera 44 No. 20-21
Bogotá
Colombia
E-Mail: correspondencia@unp.gov.co
Botschaft der Republik Kolumbien
Zieglerstrasse 29
3007 Bern
Fax: 031 350 14 09
E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co
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DRUCKFERTIGE MODELLBRIEFE (WORD):
• MODELLBRIEF DEUTSCH 105/25
• MODEL LETTER ENGLISH 105/25
• MODELO DE CARTA ESPAÑOL 105/25
DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT (WORD-DATEI):
(Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief)
• UA 105/25 – DEUTSCH
• UA 105/25 – ENGLISH
→ Versandmöglichkeiten und Zielperson(en) siehe: ADRESSEN und SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Verwenden Sie unsere Briefvorschläge oder schreiben Sie in Ihren Worten.
→ Portokosten für Briefversand: Europa = CHF 1.90 / alle übrigen Länder = CHF 2.50
→ Weitere Informationen zum Mitmachen bei den Urgent Actions finden Sie hier
English version (click on title to open):
On late November, members of the Inter-Church Commission for Justice and Peace reported serious attacks while engaging in human rights defence activities in Southwest Colombia. Among other events, the reports include unknown people pointing firearms at their vehicle and chasing them. While their protection detail managed to safeguard their integrity, the recurrence of events points at the need for further and stronger protection measures on their behalf.
The Inter-Church Commission for Peace and Justice has defended human rights in Colombia for nearly three decades. Working in several regions of the country, located in the departments of Chocó, Cauca, Valle del Cauca, Meta, Putumayo and Antioquia, most of them among those affected the most by armed conflict, inequality, discrimination and other systemic issues, the Inter-Church Commission for Peace and Justice has supported individuals, families and communities in their calls for the respect and fulfilment of their civil, political, economic, cultural and environmental rights.
Defending human rights in Colombia is a high-risk endeavour. The Inter-Church Commission for Peace and Justice’s history is a testament to it. Because of their work, the organization and their members have been subject to threats and attacks both by State and non-State actors. The organization has documented all these events and demanded protection by Colombian authorities and received precautionary measures via the Inter-American Commission on Human Rights. Despite this and a recent request for the strengthening of the security measures provided by the National Protection Unit, the Inter-Church Commission for Peace and Justice has reported several failures in the vehicles assigned to them and delays in their maintenance and the general weakening of the protection measures.
The Inter-Church Commission for Peace and Justice work in some of the most marginalized regions in Colombia. Not having guarantees for their safety not only negatively impact on the exercise of their right to defend human rights but also on people and communities who benefit from engaging with them. It is also part of a wider trend of closure of the space to defend human rights in the country that needs to be urgently addressed by a government who vowed to protect human rights defenders.
Write an appeal in your own words or use the model letter below. You find a ready-to-print model letter under
→ AKTUELLE DOKUMENTE
→ Addresses see above in ADRESSEN
Please also take action on Social Media (guide see above).
→ SOCIAL MEDIA GUIDE
→ Please take action before 31 March 2026.
→ Preferred language: Spanish. You can also write in your own language.