Jenische, Sinti und Roma sind in der Schweiz seit 2016 als nationale Minderheiten anerkannt, haben jedoch unterschiedliche Ursprünge und Kulturen.
Roma ist ein Überbegriff für verschiedene Gruppen, die im 10. Jahrhundert vom indischen Subkontinent nach Europa gekommen sind. Heutzutage leben 10 bis 12 Millionen Roma in Europa, mit eigenen Kulturausprägungen, eigenen Sprachen und Traditionen. Sinti ist eine Bezeichnung, die v.a. in Deutschland verwendet wird. Damit sind Roma gemeint, die bereits im 15. Jahrhundert in den deutschsprachigen Raum gekommen sind. Sinti, die nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 in die französischsprachigen Länder zogen, nennen sich auch Manouches.
Jenische sind eine kulturelle Minderheit, deren Herkunft unter anderem in teils fahrenden ehemals gesellschaftlichen Randschichten vermutet wird.[3] Zwischen 1926 und 1973 wurden hunderte jenische Kinder ihren Familien entrissen und in Heimen untergebracht.
Übergriffe auf Roma nehmen in Europa wieder zu, weshalb der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und andere internationale Menschenrechtsorgane zu aktivem Schutz dieser Minderheiten aufrufen. Auch in der Schweiz ist der Schutz von Jenischen, Sinti/Manouches und Roma nicht genug ausgebaut. Sie sind sie in manchen Lebensbereichen weiterhin oft benachteiligt und leiden unter Vorurteilen.