Folter bricht die Persönlichkeit, sie macht das Opfer zu einem Objekt und raubt ihm die Menschlichkeit.
Folter ist kein taugliches Mittel zur Wahrheitsfindung. Informationen, die unter Folter erzwungen sind, sind wertlos. «Man bringt jeden dazu, alles zu sagen, aber man kann dem, was diese Person dann sagt, keinen Glauben schenken», Mike Baker, ex CIA-Agent.
Die Geschichte zeigt, wo das Tabu gebrochen und Folter in Ausnahmefällen zugelassen ist, wird sie schnell zur Regel. Wer den Einsatz von Folter in einer spezifischen Situation gestattet, etwa um ein Bombenattentat zu verhindern, wird bald auch Menschen foltern, die ein Bombenattentat planen könnten, oder die jemanden kennen, der ein Bombenattentat plant.
Wenn ein Schlag den Gefangenen nicht zum Reden bringt, muss man zweimal zuschlagen. Wenn Schläge nichts bewirken, muss der Schmerz verstärkt werden. Die Intensität der angewandten Methoden nimmt in der Regel zu. Folter führt zu einer Eskalation der Gewalt.
Die Menschen, die Gewalt über Gefangene haben und ihnen Schmerz und Leid zufügen dürfen, werden oft selber brutalisiert; sie missbrauchen ihre Macht als Rache oder zur Befriedigung sadistischer Züge.
Folter sät Hass bei den Angehörigen und in der Gemeinschaft der Opfer. Folter brutalisiert eine Gesellschaft, sie schafft neue Gewalt, mehr Terror und verhindert die Versöhnung. Folter führt dazu, dass moralische Massstäbe verloren gehen.
Die tickende Bombe ist ein Konstrukt, das in der Wirklichkeit so nicht existiert. Es wird oft in halbphilosophischen Diskussionen eingesetzt, um Folter zu rechtfertigen. Mit der Realität von Folter heute hat es nichts zu tun. Folter ist alltäglich und weltweit verbreitet, und ihre Opfer sind meist arme und marginalisierte Menschen, die misshandelt werden, wenn niemand da ist, der sie beschützt oder ihre Hilferufe hört.