Der Gründer von Amnesty International, Peter Benenson, an der 20-Jahr-Feier 1981. © Raoul Shade

Wie Amnesty International entstanden ist

Es begann mit einem Aufruf des britischen Anwalts Peter Benenson 1961 für die Freilassung von zwei Studenten. Sie waren während der Diktatur in Portugal zu Unrecht verhaftet und ohne Gerichtsverfahren eingesperrt worden waren, weil sie auf die Meinungsfreiheit angestossen hatten.

Peter Benensons «Appeal for Amnesty» in der britischen Zeitung «The Observer», der erste Appell für die Befreiung von Gewissensgefangenen, löste ein unglaublich breites Echo aus: Zeitungen auf der ganzen Welt griffen ihn auf und verbreiteten die Idee, dass viele Menschen gemeinsam für Gerechtigkeit und Freiheit einstehen können. In kürzester Zeit entstand daraus eine internationale Bewegung, immer neue Gruppen wurden gegründet: Das war der Anfang von Amnesty International.  
 
Die Befreiung von Gewissensgefangenen war zu Beginn das Hauptanliegen der Menschenrechtsorganisation. Bald jedoch weitete sie ihr Tätigkeitsfeld aus und begann, sich auch gegen Folter und gegen das «Verschwindenlassen» von Menschen (also das inoffizielle Entführen, Inhaftieren und teilweise auch Ermorden von Personen durch den Staat ohne offiziellen rechtlichen Prozess)  sowie gegen die Todesstrafe einzusetzen. Für ihre erste grosse Kampagne gegen Folter erhielt Amnesty 1977 den Friedensnobelpreis. Viele weitere Themen kamen im Lauf der Jahre hinzu, globale politische Veränderungen und der gesellschaftliche Wandel stellten die Organisation vor immer neue Herausforderungen. Geblieben ist die Vision einer Welt, in der alle Menschen ihre Rechte wahrnehmen können, und der Grundgedanke, dass viele Menschen gemeinsam etwas bewirken können. 

Erst wenn der letzte Gewissensgefangene freigekommen ist, wenn die letzte Folterkammer geschlossen ist, wenn die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte für alle auf dieser Welt Wirklichkeit geworden ist, erst dann ist unsere Arbeit getan.

Peter Benenson
Gründer von Amnesty International