Veränderungen beginnen mit der genauen Kenntnis der Fakten. Deshalb sind unsere Recherchen über Menschenrechtsverletzungen die Grundlage unserer Kampagnenarbeit.
Amnesty-Expert*innen sind auf der ganzen Welt im Einsatz, um vor Ort die Einhaltung internationaler Menschenrechtsnormen durch Regierungen und andere Akteur*innen zu überprüfen.
Sie sammeln Informationen über mutmassliche Menschenrechtsverletzungen und dokumentieren entsprechende Vorfälle zeitnah und sorgfältig. Oberstes Prinzip ist dabei, dass die Ergebnisse stets anhand mehrerer Quellen verifiziert werden und einer juristischen Analyse unterliegen, bevor Amnesty International damit an die Öffentlichkeit geht.
Die Koordination der Recherchen in allen Ländern, in denen Amnesty International die Menschenrechtslage untersucht, obliegt dem internationalen Sekretariat von Amnesty International in London. Amnesty hat Büros in allen Weltregionen, so ist das neben London Brüssel, Mexiko Stadt, Bangkok, Nairobi/Johannesburg, Dakar und Beirut/Ost-Jerusalem. Auch die rund 68 Länderbüros in rund 66 Staaten führen zum Teil Recherchen durch, diese werden vom Internationalen Sekretariat zur Qualitätssicherung begleitet.
Eine wichtige Aufgabe von Amnesty International ist die Information der Öffentlichkeit und der (politischen) Entscheidungsträger*innen über die Menschenrechtslage weltweit und aktuelle Entwicklungen im Menschenrechtsbereich.
Auf unseren Webseiten, in unseren Publikationen wie der Fachzeitschrift AMNESTY-Magazin für Menschenrechte, in thematischen oder länderspezifischen Berichten, über Newsletter und in den sozialen Medien veröffentlichen wir die Resultate unserer Untersuchungen, berichten über aktuelle Entwicklungen und Entscheidungsprozesse im Menschenrechtsbereich und lassen Betroffene zu Wort kommen.
Einen Gesamtüberblick vermittelt der jährlich erscheinende Amnesty International Report; er berichtet über die Lage der Menschenrechte weltweit mit jeweils einem regionalen Überblick und Beiträgen zu rund 150 Ländern.
Informieren Sie sich über die Lage der Menschenrechte im Annual Report
Was 1961 mit einer Briefaktion begann, ist auch heute noch das Herz von Amnesty International: Kampagnen, deren Wirkung auf dem Mitmachen von rund 10 Millionen Mitgliedern und Unterstützer*innen weltweit beruht.
Mit Petitionen, Brief- und E-Mail-Kampagnen, öffentlichen Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen nutzen wir unsere Macht als weltweite Bewegung. Wir zeigen uns solidarisch mit Opfern von Menschenrechtsverletzungen und üben Druck auf Regierungen aus, damit sie Gewissensgefangene freilassen, menschenrechtswidrige Praktiken und Gesetze ändern und im Sinne der Menschenrechte tätig werden.
Das internationale Sekretariat legt in seinen mehrjährigen Strategien Schwerpunktthemen fest, die dann in den verschiedenen Ländersektionen an den Kontext des Landes angepasst werden. So wird sichergestellt, dass Amnesty International als Bewegung einheitlich agiert, aber trotzdem genug Raum gegeben wird, um auf unterschiedliche lokale oder regionale Gegebenheiten einzugehen.
Neben geplanten Kampagnen ist es auch wichtig, auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. In diesem Fall lancieren wir rasch (zeitlich begrenzte) Kampagnen, um schnell auf eine Verbesserung der Situation beispielsweise in Kriegs- und Krisengebieten hinzuwirken. Mit unseren Urgent Actions und unserem Human Rights Relief Fonds helfen wir mit konkreter Unterstützung Menschenrechtsverteidiger*innen in Gefahr.
Internationale Verträge, Konventionen und internationale Menschenrechtsverträge verpflichten Regierungen und auch Wirtschaftsunternehmen zur Einhaltung von Menschenrechtsstandards und deren aktiver Förderung. Trotzdem gibt es viele Regierungen, die sich vorsätzlich nicht daran halten, ihre Verpflichtungen ignorieren oder falsch anwenden. Die Rechtsexpert*innen von Amnesty International haben vertiefte Kenntnisse der völkerrechtlichen Grundlagen und Verpflichtungen und konfrontieren bei Menschenrechtsverletzungen sowohl Regierungen, multilaterale Institutionen wie Unternehmen mit gesicherten Fakten über deren Verstösse. Sie wirken darauf hin, dass Entscheidungsträger*innen ihren internationalen Menschenrechtsverpflichtungen nachkommen.
Erfahrene Beobachter*innen von Amnesty International verfolgen die Arbeit der wichtigsten internationalen Organisationen, etwa bei der Uno in New York und Genf, beim Europarat und der Europäischen Union. Sie sind dabei, wenn neue Menschenrechtsstandards verhandelt werden. Sie kommentieren die Berichte von Staaten über deren Menschenrechtslage, verfassen Stellungnahmen und suchen das Gespräch mit Regierungsdelegationen, Behördenvertreter*innen, anderen NGOs und Expertengremien.
Auch unsere Ländersektionen hat Advocacy-Beauftragte. Ihre Aufgabe ist es, die von Amnesty International erstellten Berichte und Informationen mit den diplomatischen Vertretungen der betroffenen Länder oder Unternehmensführungen zu besprechen und entsprechende Forderungen zu formulieren. Amnesty Schweiz ergreift auch das Wort, wenn der Schutz der Menschenrechte hierzulande gefährdet ist. Im Schweizer Kontext bieten Volksinitiativen und Referenden eine zusätzliche Möglichkeit, auf die Politik Einfluss zu nehmen.
Nur wer die Menschenrechte kennt, kann sich wirksam für sie einsetzen und sie für sich beanspruchen Die Menschenrechtsbildung ist deshalb ein wichtiger Pfeiler der Arbeit von Amnesty International.
Amnesty Schweiz bietet Kurse für Menschen an, die mehr über Menschenrechte wissen und sich für sie einsetzen wollen. Es gibt auch Kurse für Lehrpersonen und Unterrichtsmaterial für Schulen. Unsere Menschenrechtstrainer*innen besuchen auf Einladung Schulklassen.
In unseren Kursen vermitteln wir Grundwissen über die Menschenrechte und zeigen anhand von praxisnahen Beispielen auf, wie das Menschenrechtssystem funktioniert und wie sich jede*r Einzelne engagieren kann.