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| Mitmachen bis 13. August 2026 |
Briefvorlagen
Portokosten Postversand:
Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Adressen
Generalstaatsanwalt:
District Prosecution Office of Pécs
Dr. István Takács, Chief Prosecutor
Jókai utca 26
7621 Pécs
Hungary
E-Mail: pecs@mku.hu
Twitter/X: @ProsecutionHu
Fax: + 36 72-518-946
Kopien an
Botschaft der Republik Ungarn
Muristrasse 31
3006 Bern
Fax: 031 351 20 01
E-Mail: mission.brn@mfa.gov.hu
Social Media Guide
Target Social Media Accounts
Facebook: Prosecution Office / Ügyészség
X/Twitter: @ProsecutionHu
YouTube: Prosecution Office Channel
Suggested messaging:
- As an EU member state, #Hungary must respect human rights, including freedom of peaceful assembly. We urge @ProsecutionHu to drop the charges against Géza Buzás‑Hábel, the organizer of Pécs Pride, as peaceful assembly is a protected right. #LetPrideMarch [Insert link to UA]
- Organizing Pride is an act of courage, solidarity, and hope. No one should face prosecution for peacefully standing up for human rights. We urge @ProsecutionHu to drop the charges against Géza Buzás‑Hábel and respect the right to freedom of peaceful assembly. [Insert link to UA]
- We stand in solidarity with Géza Buzás‑Hábel and all LGBTI+ activists in Hungary. Organising peaceful Pride events is an act of courage and hope, no one should be criminalized for it. @ProsecutionHu must drop the charges immediately and uphold the right to freedom of peaceful assembly. [Insert link to UA]
Hintergrund
Es gibt Kritik an der Strafanzeige gegen den Menschenrechtsverteidiger Géza Buzás-Hábel wegen der Organisation des Pécser Pride-Parade am 4. Oktober 2025. Statt zu dem Schluss zu kommen, dass die Organisation einer Pride-Veranstaltung keinen Straftatbestand darstellt, und das Verfahren gegen Géza Buzás-Hábel einzustellen, wandte sich das Büro des Generalstaatsanwalts an das Bezirksgericht Pécs und beantragte ein Strafverfahren gegen Géza Buzás-Hábel.
Die polizeiliche Entscheidung über die Pécser Pride, mit der diese im September 2025 faktisch zu einer «verbotenen Versammlung» erklärt wurde, war willkürlich und diskriminierend und beruhte aus-schliesslich auf dem im April 2025 in Kraft getretenen «Anti-Pride»-Gesetz. Dieses Verbot und das Gesetz selbst wurden von regionalen und internationalen Organisationen als regressiv, diskriminierend und als Verstoss gegen Menschenrechtsstandards kritisiert. Die Organisation einer friedlichen Versammlung, die sich für Gleichheit, Menschenrechte und Gedenken einsetzt, wie die Pécs Pride, ist eine geschützte Aktivität im Rahmen der Rechte auf friedliche Versammlung, freie Meinungsäusserung und Nichtdiskriminierung, wie sie in regionalen und internationalen Standards verankert sind. An diese Vorgaben ist Ungarn gebunden.
Die internationale Gemeinschaft verfolgt aufmerksam die Situation von Géza Buzás-Hábel und die jüngste Strafanzeige gegen ihn, die eine alarmierende Eskalation der Kriminalisierung von LGBTI*-Ausdruck und friedlichen Versammlungen in Ungarn darstellt.
Die Organisation eines Pride-Marsches ist ein Akt des Mutes, der Solidarität und der Hoffnung. Die Generalstaatsanwaltschaft sollte bekräftigen, dass friedliche Versammlungen geschützt werden müssen.
Géza Buzás-Hábel ist Roma und schwul. Er arbeitet als Lehrer und Menschenrechtsverteidiger und stammt aus Pécs. Géza Buzás-Hábel unterrichtet die Sprache und Kultur der Rom*nja, bildet zukünftige Pädagog*innen aus und organisiert seit langem die Pécs Pride, die einzige Pride-Veranstaltung des Landes ausserhalb von Budapest. Er sorgt dafür, dass sie inklusiv, friedlich und gemeinschaftsorientiert bleibt.
Am 9. Februar 2026 wurde Géza Buzás-Hábel darüber informiert, dass die Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen ihn erstattet hat und die Akte an das Gericht weitergeleitet wurde. Die Staatsanwaltschaft schlug vor, dass das Gericht gegen ihn eine Geldstrafe durch Strafbefehl verhängt, ohne dass es zu einer Verhandlung kommt. Das Gericht hat einen Monat Zeit, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden, und kann ohne Anhörung einen Strafbefehl erlassen. Ein Strafbefehl stellt eine fallentscheidende gerichtliche Entscheidung dar, ähnlich wie ein Urteil. Der Angeklagte, die Staatsanwaltschaft und jeder andere Beteiligte kann jedoch innerhalb von acht Tagen nach Zustellung des Strafbefehls einen Antrag auf Anhörung stellen. Wenn eine Anhörung beantragt wird, folgt das Gericht den normalen strafprozessualen Vorschriften und führt eine vorbereitende Anhörung durch. Sollte der Fall schliesslich vor Gericht verhandelt werden, droht Géza Buzás-Hábel wegen des Delikts «Organisation einer verbotenen Versammlung» eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.
Im Jahr 2025 verschärfte Ungarn sein seit zehn Jahren andauerndes hartes Vorgehen gegen die Rechte von LGBTI*. Das Gesetz III von 2025, das als «Anti-Pride»-Gesetz bekannt ist und auf dem Anti-LGBTI*-«Propaganda-Gesetz» von 2021 aufbaut, wurde im März im Eiltempo durch das Parlament gebracht und trat im April desselben Jahres in Kraft. Die neue Gesetzgebung verbietet das Abhalten von Versammlungen, die gegen das «Propaganda-Gesetz» von 2021 verstossen, das LGBTI*-Sichtbarkeit fälschlicherweise als «schädlich» für Kinder darstellt und die «Darstellung und Förderung» von Sexualität und verschiedenen Geschlechtsidentitäten für Menschen unter 18 Jahren verbietet. Es erlaubt den Behörden auch, die Teilnehmenden mittels Gesichtserkennung zu identifizieren und gegen diejenigen, die an solchen verbotenen Versammlungen teilnehmen, Geldstrafen von bis zu 200'000 HUF (etwa 500 EUR) zu verhängen. Organisator*innen einer verbotenen Versammlung riskieren eine Strafanzeige, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet wird. Die Behörden nutzten dieses Gesetz, um sowohl in Budapest als auch in Pécs die Pride-Parade vorsorglich zu verbieten. Doch die Zivilgesellschaft leistete Widerstand, sodass die Budapest-Pride im Juni über 300.000 und die Pécs-Pride im Oktober etwa 5.000 Teilnehmende verzeichnete.
Ungarn ist an die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) und die EU-Grundrechtecharta gebunden. Diese Instrumente verpflichten die Behörden, das Recht auf friedliche Versammlung, einschliesslich Versammlungen zur Förderung von Minderheitenrechten, zu wahren, diskriminierende Verbote zu vermeiden und Beschränkungen nur dann zu verhängen, wenn sie unbedingt notwendig und verhältnismässig sind. Die Behörden müssen friedliche Versammlungen aktiv unterstützen, die Teilnehmenden vor Gewalt schützen und im Falle von Rechtsverletzungen Abhilfe schaffen. Ein Verbot von Pride-Paraden und die Kriminalisierung der Organisator*innen ist mit diesen Vorgaben unvereinbar. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat wiederholt entschieden, dass Versammlungen zur Förderung der Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten unter den Schutz von Artikel 11 fallen und dass Einschränkungen, die allein auf moralischer Missbilligung beruhen, gegen Artikel 11 und 14 verstossen. Die Kriminalisierung von Veranstalter*innen geht über das notwendige Mass hinaus und entspricht nicht den Anforderungen der Verhältnismässigkeit.
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It Couldn’t Happen in the EU, Until It Did (Media Statement by Amnesty International Hungary and other civil society organisations / 28 October 2025)
A rendőrség vádemelést javasol a Pécs Pride szervezője ellen (Amnesty Ungarn, 07.11.2025)
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 099/25-1 13.02.2026 | - EUR 27/0712/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 13. August 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Drop charges against Pécs Pride organiser
Géza Buzás-Hábel, a human rights defender and organiser of the 2025 Pécs Pride, is facing criminal charges filed on 9 February 2026, for planning a peaceful LGBTI* rights march, which took place on 4 October 2025, despite the ban issued by authorities under Hungary’s anti-Pride law. If convicted, he could face up to one year of imprisonment. Amnesty International calls on the Prosecutor’s Office to immediately drop the criminal charges and discontinue the proceedings, which constitute an undue interference in the exercise of the rights to freedom of peaceful assembly, freedom of expression, and non-discrimination under European and international human rights law. This case marks a troubling escalation in the criminalisation of LGBTI* expression and peaceful assembly in Hungary.
Géza Buzás-Hábel is a Roma, gay man. He worked as a teacher and human rights defender and is from Pécs. He taught Romani language and culture, trained future educators, and has long organised Pécs Pride, the country’s only Pride outside of Budapest, ensuring it remains inclusive, peaceful, and community-driven.
On 4 September 2025, Géza Buzás-Hábel, submitted notification to local police regarding the fifth edition of Pécs Pride, scheduled for 4 October 2025. The Pécs Police Department immediately issued a pre-emptive ban, on 5 September 2025, claiming that the assembly, which aimed to support same-sex marriage rights, transgender legal gender recognition, and commemorate LGBTI* Holocaust victims, would expose children to prohibited content. Géza Buzás-Hábel, appealed the ban, but the Kúria, Hungary’s Supreme Court, rejected the appeal. Despite the ban, Pécs Pride proceeded on 4 October 2025 without police intervention. On 10 October 2025, Géza Buzás-Hábel, received an official police summons identifying him as a person «reasonably suspected of committing a criminal offence».
On 9 February 2026, Géza Buzás-Hábel was notified that formal criminal charges were brought against him by the prosecutor’s office and the file has been forwarded to the court. The prosecutorial authorities proposed that the court imposes a fine on him by a penal order, without holding a trial. The court has 1 month to decide on the next steps and can issue a penal order without a hearing. A penal order constitutes a case-deciding judicial decision, similar to a judgement. However, instead of filing an appeal, the defendant, the prosecutor and any other interested party can, within eight days from the serving of the penal order request a hearing to be held. When a hearing is requested, the court follows the normal criminal procedure rules and holds a preparatory hearing. If eventually it is decided for the case to proceed with a trial, the crime Geza is charged with – «organising a banned assembly» - carries a penalty of up to one year imprisonment.
In 2025, Hungary escalated its decade-long crackdown on LGBTI* rights. Act III of 2025, known as the «anti-Pride» legislation, building on the 2021 anti-LGBTI* «Propaganda Law», was rushed through Parliament in March, and entered into force in April that same year. The new legislation prohibits the holding of assemblies deemed to violate the 2021 «Propaganda Law», which falsely portrays LGBTI* visibility as «harmful» to children and bans the «depiction and promotion» of sexuality and diverse gender identities to people under 18. It also permits authorities to use facial recognition to identify participants and to fine those who participate in any such prohibited assemblies with up to 200,000 HUF (approximately 500 EUR). Organisers of an assembly which is banned risk criminal charges carrying sanctions up to one year imprisonment. Authorities used this law to issue pre-emptive bans on both Budapest and Pécs Pride. Nevertheless, civil society resisted, with Budapest Pride in June attracting over 300,000 participants and Pécs Pride in October drawing approximately 5,000 participants.
Hungary is bound by the European Convention on Human Rights (ECHR), the International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR), and the EU Charter of Fundamental Rights. These instruments require authorities to uphold the right to freedom of peaceful assembly, including assemblies promoting minority rights, to avoid discriminatory bans, and to impose restrictions only when strictly necessary and proportionate. Authorities must actively facilitate peaceful assemblies, protect participants from violence and provide remedies in cases of rights violations. Banning Pride marches and criminalising organisers is incompatible with these standards. The European Court of Human Rights has repeatedly held that assemblies promoting the rights of sexual and gender minorities fall under Article 11 protection and that restrictions based solely on moral disapproval violate Articles 11 and 14. Criminalising organisers exceeds what is necessary and fails all proportionality requirements.
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Please take action before 13 August 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.