Ein Schild im Dschungel, das in Englisch davor warnt, das Wasser zu trinken, darin zu baden oder zu fischen
© Amnesty International

Wirtschaft und Menschenrechte

Die Privatisierung und die wirtschaftliche Globalisierung haben Unternehmen einen beispiellosen Zugang zu neuen Märkten eröffnet und ihre Reichweite weit über nationale Grenzen hinaus ausgedehnt. Die Regulierung von Konzernenb, einschliesslich der grenzüberschreitenden Regulierung, hat jedoch nicht Schritt gehalten, um die Achtung der Menschenrechte zu gewährleisten.

In Kürze

Heute haben international tätige Unternehmen dank der Globalisierung mehr Macht und Einfluss als je zuvor. Sie stehen in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten, da unternehmerisches Handeln – besonders in globalen Lieferketten – direkte Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen, Sicherheit und Umwelt hat. Laut den Uno-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte müssen Firmen denn auch Menschenrechte in ihrer Geschäftstätigkeit respektieren. Doch einige der transnationalen Unternehmen verletzen Menschenrechte, verschärfen die Armut, belasten die Umwelt oder verstärken den Klimawandel.

Die Staaten haben eine Schutzpflicht, das heisst sie müssen Gesetze erlassen, die Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte verpflichten, und müssen deren Einhaltung überprüfen. Die staatliche Regulierung ist jedoch oft unzureichend - auch in der Schweiz -,  da verbindliche Sorgfaltspflichten fehlen oder nicht durchgesetzt werden.

Eine Näherin in einer Fabrik am Arbeiten
© Getty Images

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Bodenschätze: Profite vor Menschenrechten

Lesen Sie das aktuelle AMNESTY-Magazin zu den Geschäften mit den raren Ressourcen und was dies für die Rechte der Menschen nicht nur in den Herkunftsgebieten bedeutet.
Die Unterschriften für die neue Konzernverantwortungsinitiative wurden in Rekordzeit gesammelt. © Koalition für Konzernverantwortung

Die Konzernverantwortungsinitiative

Konzerne mit Sitz in der Schweiz verletzen immer wieder Menschenrechte und zerstören wertvolle Ökosysteme. Die neue Konzernverantwortungsinitiative verlangt, dass Schweizer Konzerne Menschenrechte und Umweltstandards weltweit respektieren.

Fallbeispiele von Menschenrechtsverletzungen durch internationale Konzerne

  • Eine Hand voll Ölschlamm

    Shells Verschmutzung des Nigerdeltas

    Die Ölgewinnung im Niger Delta verursacht seit Jahrzehnten weitreichende Umweltverschmutzung und beeinträchtigt die Menschenrechte der dort lebenden Bevölkerung massiv. Die Menschen fordern Gerechtigkeit ein und haben trotz riesigen Hindernissen erste Erfolge verbucht.
  • Von der Katastrophe betroffene Chingari-Kinder bei einer Sitzblockade in Bhopal.

    Bhopal: Auch nach Jahrzehnten keine Gerechtigkeit

    Vor 40 Jahren kam es im indischen Bhopal zu einem schrecklichen Industrieunfall. Bis heute leiden die Menschen an den Folgen der Katastrophe.
  • Mehrere grosse Plastiksäcke im Gebüsch

    Trafigura: Vom Giftabfall betroffene Gemeinschaften brauchen endlich Antworten