Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) wohnen Ende 2024 in der Schweiz ca. 9 Millionen Menschen. Rund 75% von ihnen haben einen Schweizer Pass. Der Grossteil der Migrant*innen (zwei Drittel) stammt aus einem EU/EFTA Land: davon 15% aus Italien, 14% aus Deutschland, und 11% aus Portugal.
2023 wurden in der Schweiz zirka 25‘781 Asylgesuche gestellt. Diese Zahl beinhaltet allerdings nicht die Personen, die aufgrund des Kriegs in der Ukraine Schutzstatus beantragten.
Das sind 7,1 % weniger als 2024 und deutlich weniger als während der Flüchtlingskrise 2015/2016, mit zirka 40’000 Asylgesuchen in der Schweiz im Jahr 2015.
41 % aller Asylgesuche 2024 wurden von Minderjährigen gestellt (11‘469 von 27‘740 Gesuchen) – eine Quote, die auch 2025 stabil blieb . Die Organisation Save the Children warnt: Das schweizerische Asylsystem ist primär auf Erwachsene ausgerichtet. In den Bundesasylzentren (BAZ) fehlt es oft an kindgerechten Mindeststandards. Amnesty Schweiz fordert verbindliche Standards für Fachpersonal und kindersichere Zonen in allen Zentren.
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Beinahe zwei Drittel aller 2025 in der Schweiz gestellten Asylgesuche stammten von afghanischen, eritreischen, türkischen, algerischen oder somalischen Staatsangehörigen.1
2025 nahm die Schweiz im Rahmen des Resettlement-Programms lediglich 49 Personen auf (aus dem Südsudan/Sudan via Ägypten). Das Programm war 2024 wegen Kapazitätsengpässen weitgehend suspendiert worden. Amnesty International kritisiert dies als unzureichenden Beitrag zur Entlastung der Erstaufnahmeländer im Globalen Süden.
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 fliehen viele Menschen vor dem Krieg. In der Schweiz erhielten 2024 8331Personen aus der Ukraine einen Schutzstatus.
1 Kommentierte Asylstatistik Dezember 2025, Staatssekretariat für Migration SEM
2025 ertranken oder verschwanden mehr als 1100 Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers.
Ungefähr 6,4 Millionen Menschen aus Afghanistan ist auf der Flucht. Die grosse Mehrheit befindet sich in Nachbarländern. Ausserdem sind viele Afghan*innen innerhalb des Landes vertrieben. Nebst den Menschenrechtsverletzunden und Repressionen seit der Machtübernahme der Taliban 2021 haben auch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Dürreperioden die Lage der Menschen in dem Land verschärft. 2024 waren 2,9 Millionen Kinder von akuter Unterernährung betroffen.
In Afghanistan wurden zudem die Rechte der Frauen durch die Taliban stark eingeschränkt – so dürfen Frauen nicht ausserhalb des Hauses arbeiten und können sich nicht ohne männliche Begleitung in der Öffentlichkeit aufhalten. Mädchen dürfen in Afghanistan nur noch bis einschliesslich der sechsten Klasse in die Schule. Eine Ausbildung oder ein Studium bleiben ihnen verwehrt.
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Religiöse und ethnische Minderheiten erleben Ausgrenzung, Vorurteile, und Diskriminierung. Wer sich gegen die Taliban widersetzt, dem droht, willkürlich festgenommen, inhaftiert, oder sogar verschwinden gelassen zu werden.
Nur ein kleiner Teil der geflüchteten aus Afghanistan schafft es in der Schweiz, So haben 2025 6207 Afghan*innen in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt (-28,1 %)2. Die Schutzquote betrug 71,4% . Die Asylgewährung liegt bei nur 43,1%.
1 Quelle: Asylstatistik 2025, Medienmitteilung des Bundesrats vom 19. Februar 2026.