Die Co-Geschäftsleiterin von Amnesty Schweiz, Alexandra Karle, berichtet von den Kampagnen des vergangenen Jahres. © Amnesty International
Generalversammlung von Amnesty Schweiz 2026

Mitglieder von Amnesty rufen zur Ablehnung der 10‑Millionen‑Schweiz-Initiative auf

Die Mitglieder von Amnesty Schweiz haben an ihrer Generalversammlung in Bern ein klares Signal gegen Abschottung und autoritäre Tendenzen gesetzt. Sie rufen zur Ablehnung der 10‑Millionen‑Schweiz‑Initiative auf und bekräftigen ihren Einsatz für die universellen Menschenrechte und die demokratischen Freiheiten.

Die Amnesty‑Mitglieder warnen davor, dass politische Vorlagen und gesellschaftliche Diskurse, die auf Ausgrenzung und Abschottung setzen, grundlegende Rechte untergraben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. Die SVP‑Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz!» stelle verbindliche Menschenrechtsabkommen wie die Uno‑Flüchtlingskonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention infrage und bedrohe besonders verletzliche Gruppen.

«In Zeiten globaler Unsicherheiten und wachsender autoritärer und fremdenfeindlicher Politik muss die Schweiz ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen treu bleiben. Menschen aufgrund von Bevölkerungsquoten fernzuhalten, widerspricht den Grundwerten einer offenen, demokratischen und solidarischen Gesellschaft», heisst es in der Resolution.

Zugleich ruft die Generalversammlung von Amnesty Schweiz dazu auf, Staaten und Konzernen, die das Völkerrecht und die universellen Menschenrechte angreifen, konsequent entgegenzutreten. Die Mitglieder der Schweizer Amnesty-Sektion appellieren in einer weiteren Resolution an die Schweiz, ihre Stimme für den Schutz der Menschenrechte einzusetzen und sich unmissverständlich hinter die Uno‑Institutionen und den Internationalen Strafgerichtshof zu stellen. Die Bedrohung durch autoritäre Kräfte dürfe nicht stillschweigend hingenommen oder durch eine menschenrechtswidrige Handels‑ und Exportpolitik gar begünstigt werden.

«In Zeiten wachsender Polarisierung und autoritärer Tendenzen muss die Schweiz eine klare, sichtbare und verlässliche Stimme für Menschenrechte, Multilateralismus und Völkerrecht sein. Wir müssen als Gesellschaft Widerstand gegen autoritäre Machtpolitik leisten und die Menschlichkeit verteidigen», sagte Alexandra Karle, Geschäftsleiterin von Amnesty Schweiz.

Argumentarium von Amnesty gegen die 10-Millionen-Schweiz-Initiative

David Vig von Amnesty International Ungarn diskutiert in einem Workshop über die Zukunt der Menschenrechte in Ungarn nach den Wahlen. © Amnesty International
De Gäste Samson Yemane, Katrin Meyer und Dávid Vig diskutierten über die Folgen des wachsenden Autoritarismus. © Amnesty Schweiz
Mehr als 200 Personen nahmen an der GV teil. © Amnesty International
Nicky Scherrer wurde für sein mehr als 20-jähriges Engagement gedankt.